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25.02.2018, 20:30 Uhr

Jäger loben Landesregierung

Gute Noten bekamen der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies und Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast von Florian Rölfing von der Landesjägerschaft. Er lobte die Verlängerung und Ausweitung des Erlasses über die Jagd in Schutzgebieten.

Jäger loben Landesregierung

Zur Begrüßung der Gäste trafen sich (von links) Thomas Heils, Stefanie Geiger, Florian Rölfing, Marianne Brunklaus, Reinhard Mönch, Albert Lucas und Claus Meixner.Foto: Brunklaus

gn Nordhorn. Zur Eröffnung der Winterversammlung der Grafschafter Jägerschaft freute sich Vorsitzender Thomas Heils über die große Beteiligung der Mitglieder. Als Vertreter des Landkreises begrüßte er Stefanie Geiger und Dr. Hermann Kramer. Für den musikalischen Rahmen sorgte die Jagdhornbläsergruppe Wietmarschen unter der Leitung von Guido Osseforth.

Gastredner war Florian Rölfing von der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN). Sein Vortrag stand unter dem Titel „Aktuelles aus der Jagdpolitik“. Wie bedeutsam auch für die Jagd der Wechsel der Regierungskonstellation gewesen sei, war einer der Kernpunkte seiner Ausführungen.

Als eine ihrer ersten Amtshandlungen habe die neue Landwirtschaftsministerin den Bezugserlass zur Intervalljagd „kassiert“. Die Landkreise können nunmehr wieder frei entscheiden, ob sie von dieser Regelung Gebrauch machen wollen. Ebenfalls sehr positiv zu bewerten sei, dass die beiden neuen Ressortminister für Landwirtschaft und Umwelt, Barbara Otte-Kinast und Olaf Lies, den Erlass zur Jagd in Schutzgebieten nicht nur um zwei Jahre verlängert, sondern zudem auch auf Landschaftsschutzgebiete ausgedehnt hätten.

Kurzfristig seien auf Landesebene seitens des Landwirtschaftsministeriums eine Überarbeitung der Jagdzeitenverordnung sowie eine kleine Novelle des Jagdgesetztes geplant. Die Überarbeitung der seit Oktober 2014 geltenden Jagdzeitenverordnung sei dringend erforderlich. Erwartet werde, dass die neue Landesregierung die aus Sicht der Landesjägerschaft rein ideologisch begründeten Änderungen wieder zurücknimmt. Auch bei der kleinen Novelle des Jagdgesetzes, die unter der neuen Landesregierung und vor dem Hintergrund der Prävention eines weiteren Vorrückens der Afrikanischen Schweinepest nun einen deutlich anderen Schwerpunkt erhalten habe, sei man zuversichtlich, dass es zu einvernehmlichen Lösungen kommen werde.

Der Informationsaustausch sei wieder gegeben und die fachliche Expertise der Jägerschaft finde auch wieder Gehör, so der Vortragende mit Blick auf den Regierungswechsel. Mit den Ressortchefs für Landwirtschaft und Umwelt habe es bereits kurz nach ihrer Amtsübernahme erste Treffen gegeben.

Zum Thema Afrikanische Schweinepest führte Rölfing aus, dass die Jäger ihrem Auftrag einer intensiven Bejagung des Schwarzwildes sehr erfolgreich nachgekommen seien. Die Strecke des Jagdjahres 2016/2017 sei mit über 56.000 Wildschweinen die zweithöchste überhaupt in Niedersachsen. Hier werde man nicht nachlassen. Allerdings sei es wichtig, sich vor Augen zu führen, dass die größte Gefahr für ein weiteres Fortschreiten der Schweinepest nicht die Übertragung durch Wildschweine, sondern der Mensch beziehungsweise menschliches Fehlverhalten sei. Zur Wahrheit gehöre, dass die Hauptrisikofaktoren der Transitverkehr und achtlos weggeworfene Lebensmittel seien. Hier seien Politik und Behörden gleichermaßen gefordert.

Besonderen Wert legte Rölfing auf das Thema Wildtiererfassung in Niedersachsen und die Bedeutung dieses Programms auch vor dem Hintergrund jagdpolitischer Entscheidungen. Das Engagement der Jägerschaft des Landkreises Grafschaft Bentheim sei hier wie auch bei anderen Projekten vorbildlich. „Lassen Sie in diesem Engagement nicht nach. Wir brauchen valides und fundiertes Datenmaterial zu unseren Wildtieren – auch und gerade für den politischen Dialog“, warb Florian Rölfing abschließend.

Thomas Heils dankte für die Ausführungen des Referenten und die Darstellung von Bereichen, die die Jäger bewegen. Insbesondere verwies er auf die hohe Bedeutung der Wildtiererfassung als Datensammlung vor Ort im Hinblick auf die Umsetzung und die Einflüsse auf politische Entscheidungen. Die weiteren Themen, besonders den Rückgang des Niederwildes, das Verbot des Schallminderers und den kommenden Schießnachweis, sah er als Bereiche von wesentlicher Bedeutung. Der Vortrag habe viele Anstoßpunkte gegeben. Man müsse in der Diskussion bleiben betreffend der politischen Entwicklung, denn trotz Nichtumsetzung einiger nachteiliger Änderungen würden Veränderungen kommen.

Kreisjägermeister Albert Lucas informierte über Ergebnisse des Jagdbeirates hinsichtlich der Aufhebung der Schonzeit für Bachen und Keiler vor dem Hintergrund der Schweinepest, die Bedeutung der Abschussliste und die Schweinepest-Vorsorge im Hinblick auf die Vermarktung.

Kreisveterinär Dr. Hermann Kramer ergänzte die Ausführungen zur Schweinepest, die das Veterinäramt seit Monaten beschäftigt. Kramer appellierte an die Verantwortung derer, die Schweine bejagen. Das Mitbringen von Fleisch solle unterbleiben. „Kleinste Virusmengen reichen aus, um die Katastrophe auszulösen,“ sagte der Kreisveterinär.

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