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03.06.2018, 15:46 Uhr

Heißer Frühsommerabend mit Lesungen und Livemusik

Nordhorns Kornmühle war bei der „24. LiLa Spätlese“ prall gefüllt. Die Bad Bentheimerin Sigrid Eggersglüß und der Nordhorner Reinhard Prüllage trotzten dem heißen Frühsommerabend und sorgten mit ihren Lesungen für Nachdenklichkeit und gute Unterhaltung.

Heißer Frühsommerabend mit Lesungen und Livemusik

Die „24. LiLa Spätlese“ gestalteten (von links) Mathias Meyer-Langenhoff, Sigrid Eggersglüß, Martin Liening, Reinhard Prüllage und Arno Heilgenberg. Foto: privat

Nordhorn Gemeinsam mit dem „LiLa-Spätlese-Trio“ Martin Liening, Mathias Meyer-Langenhoff und Arno Heilgenberg erlebte das Publikum einen abwechslungsreichen Abend, der zudem durch den Verkauf der Eintrittskarten eine Spende in Höhe von 285 Euro für den Förderverein der Kinderklinik einbrachte.

Sigrid Eggersglüß präsentierte aus ihrem langjährigen schriftstellerischen Schaffen zwei Kurzgeschichten. „Das Winterjahr“ handelt vom Leben einer Frau, deren Mann verstorben ist und die nach Monaten der Trauer wieder Sehnsucht nach Meer, Strand, Wind und Weite spürt. Doch sie erlebt den Urlaub anders als erhofft. Sie spürt die Einsamkeit, läuft ziellos durch die Straßen und wünscht sich ihn zurück. Auch die zweite Geschichte „Fette Sau“ zeugte von den Fähigkeiten der Autorin, Innenleben und Sprache ihrer Protagonistinnen treffend zu erfassen. Zwei junge Frauen, essgestört, sehr gegensätzlich, müssen sich ein Zimmer in einer Therapieklinik teilen. Die eine, magersüchtig, angriffslustig und Neuankömmling in der Einrichtung, die andere, adipös, sensibel, voller Träume und schon länger dort. Sie streiten sich, doch nach und nach lernen sie sich gegenseitig kennen und miteinander auszukommen. Trotz der existenziellen Krisen ihrer Protagonistinnen vermittelt Eggersglüß durch ihre Geschichten realistisch und überzeugend Hoffnung.

Einem ganz anderen Genre widmete sich Reinhard Prüllage. Sein Krimi, titellos, mit Verve und wohlklingender Stimme vorgetragen, lässt einem keine Chance, wegzuhören. Eine Geschichte von Liebe, Eifersucht, Blut, Tod und einer gehörigen Portion Irrsinn, wie er selbst sagte. Das Publikum hörte ihm gebannt zu, wollte erfahren, was es mit dem Ich-Erzähler und Tagebuchschreiber auf sich hat. In kurzen Sätzen, wortgewaltig entfaltet sich nach und nach die Wahrheit über einen Täter, der Opfer eines bösen Scherzes zweier Kolleginnen wird, die wegen einer Wette ein Eifersuchtsdrama zwischen ihm und seiner Frau inszenieren. Mit dramatischem Ausgang, der scheinbare Nebenbuhler des Tagebuchschreibers stirbt einen grausamen Tod. Die blutige Rache bringt ihn ins Gefängnis mit anschließender Sicherheitsverwahrung. Als er die Wahrheit erfährt, bringt er sich um.

Nach der Pause hatten Liening und Meyer-Langenhoff die Bühne für sich. Während Meyer-Langenhoff als Wahrsager einen Blick in die Glaskugel warf und zum Vergnügen des Publikums schon einmal den Ausgang der kommenden Bürgermeisterwahlen vorhersagte, erfreute Liening die Zuhörer mit Betrachtungen über die Begeisterung für oder leidenschaftliche Ablehnung von Milchreis als Diskussionsthema in geselliger Runde.

Der Musiker Arno Heilgenberg bot technisch anspruchsvolles Gitarrenspiel. Die „25. LiLa Spätlese“ findet am Mittwoch, 24. Oktober, statt.

Weitere Informationen gibt es auf der Seite www.lilaspätlese.de.

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