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06.11.2019, 16:59 Uhr

Grusel und feine Ironie in der 28. „LiLa Spätlese“

Die 28. „LiLa Spätlese“ mit Martin Liening und Mathias Meyer-Langenhoff verdeutlichte erneut das offenbar unerschöpfliche schriftstellerische Potenzial in der Grafschaft.

Grusel und feine Ironie in der 28. „LiLa Spätlese“

Das Foto zeigt (von links) Martin Liening und Arno Heilgenberg mit den Schriftstellerinnen Inge Kleinschmidt und Sabine Jacob sowie Mathias Meyer-Langenhoff,Foto: privat

Nordhorn Inge Kleinschmidt stellte ihren dritten Roman „Herbst.Blüten.bewegen“ vor. Sabine Jacob ließ das Publikum mit ihrer Kurzgeschichte „Sie fressen“ gruseln. Zwischen den literarischen Beiträgen trug Arno Heilgenberg auf seiner Gitarre zur Entspannung bei. Inge Kleinschmidt las mit ruhiger und angenehmer Lesestimme Auszüge aus ihrem neuen Roman. Hauptprotagonistin ist die 65-jährige verwitwete Barbara, die von einer sechswöchigen Südostasienreise zurückkehrt. Sie stellt fest, dass entgegen ihrer Hoffnung sich in ihrem heimischen Alltag nichts verändert hat. Ihre finanziellen Mittel sind knapp, die sozialen Kontakte überschaubar und die Gleichförmigkeit des Alltages hat sie schnell wieder eingeholt. Ein Erlebnis auf dem Markt beim Einkauf macht Barbara klar, dass sie so nicht weiterleben kann, sie will ihre Lebensgeister wieder spüren.

Inge Kleinschmidt verstand es, das Publikum mit gelungenen Beobachtungen über das Ende der Reise ihrer Hauptfigur und ironischen Zwischentönen immer wieder zum Schmunzeln zu bringen.

In einem ganz anderen Genre gelang es Sabine Jacob, das Publikum zu fesseln. Ihre Kurzgeschichte „Sie fressen“ erzeugte Spannung und Gruselschauer. Ein Forscher namens Crank hat es sich zur Aufgabe gemacht, in seinem Labor Schlupfwespen gentechnisch zu verändern, um eine Kaninchenplage zu bekämpfen. Dies scheint zu gelingen, in einem Testversuch stirbt ein Versuchskaninchen einen grausamen Tod im Terrarium. Dann passiert, was passieren muss: Die Wespen entkommen und greifen ihren Schöpfer an, der fürchtet, ebenfalls einen grausamen Tod zu sterben. Crank muss bald feststellen, dass seine Frau und offenbar alle Menschen seiner Heimatstadt von den entfesselten Insekten getötet wurden.

Mathias Meyer-Langenhoff und Martin Liening lasen aus eigenen Werken. Während Meyer-Langenhoff sein neustes Buch „Reise zu zweit“ vorstellte, eine Art Roadmovie über einen Lehrer, geprägt von deftiger Schulkritik, Spannung und Humor, trug Liening ein Textfragment vor, das er zu einem Roman weiterentwickeln möchte: Eine sechsköpfige Familie zieht aus einer ländlichen Gegend in die Kreisstadt – im Mittelpunkt der älteste Sohn, dessen Kindheit unter dem strengen Regime des Vaters steht, dem es aber gelingt, sich in eine bessere, freie Welt zu träumen.

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