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19.02.2019, 16:51 Uhr

GN helfen Flüchtling mit Ausbildung bei der Integration

Am 1. August 2018 hat der Syrer Nijervan Abdy seine Ausbildung zum „Medientechnologe Druck“ bei den GN begonnen. Nun haben das Jobcenter und die Wirtschaftsvereinigung den Auszubildenden und den Betrieb um ein Zwischenfazit gebeten.

GN helfen Flüchtling mit Ausbildung bei der Integration

Nijervan Abdy fühlt sich wohl als Auszubildender zum „Medientechnologe Druck“ bei den Grafschafter Nachrichten. Das haben der Landkreis Grafschaft Bentheim und die Wirtschaftsvereinigung jüngst erfahren. Foto: Werner Westdörp

Nordhorn Am 1. August 2018 hat der junge Syrer Nijervan Abdy seine Ausbildung zum „Medientechnologe Druck“ bei den Grafschafter Nachrichten (GN) begonnen. Nun haben das Grafschafter Jobcenter und die Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim den Auszubildenden und den Ausbildungsbetrieb um ein erstes Zwischenfazit gebeten. Landkreis und Wirtschaftsvereinigung wollen im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung die betriebliche Integration von Flüchtlingen und Migranten stärken.

Nijervan Abdy fühlt sich wohl bei den GN. Dort hat der 25-jährige Syrer erst ein vom Grafschafter Jobcenter organisiertes vierwöchiges Praktikum absolviert. Daraufhin bot ihm das Unternehmen eine Einstiegsqualifizierung an, die schlussendlich in einem Ausbildungsvertrag mündete. Im Verlauf der nächsten drei Jahre wird der junge Mann lernen, die Druckmaschine einzurichten sowie den Druckprozess zu steuern und zu überwachen, um für einen störungsfreien und produktiven Druckprozess zu sorgen.

„Bereits in seinem Praktikum war Herr Abdy pünktlich, zuverlässig, interessiert und sehr lernbereit“, sagte GN-Personalreferentin Eike Züwerink. Während der Einstiegsqualifizierung besuchte Abdy auf eigenen Wunsch weiterhin einen Sprachkurs. „Es ist ihm sehr wichtig, die deutsche Sprache zu erlernen.“ Um den Sprachkurs auch während der Einstiegsqualifizierung besuchen zu können, haben die GN und Abdy die Lage der Arbeitszeiten an den Kurs angepasst.

Erstes Fazit nach sechs Monaten

Nach sechs Monaten in Ausbildung ist der junge Syrer nach wie vor hoch motiviert und zeigt große Lernbereitschaft. Beides ist nötig, denn Abdy muss ein großes Arbeitspensum bewältigen. Neben seiner Arbeit im Schichtdienst besucht er zwei Mal in der Woche die Berufsschule in Osnabrück. Obwohl er bereits auf einem sehr hohen Niveau Deutsch spricht, muss er die Fachsprache erst noch lernen. Dafür nimmt Abdy ausbildungsbegleitende Hilfen in Anspruch und benötigt viel Unterstützung im Betrieb. „Ein Begriff wie ‚virtuelle Druckachse‘ ist nicht einfach so nebenbei zu erklären“, so die Personalreferentin. „Da müssen alle Beteiligten viel Engagement und Fantasie mitbringen.“

Neben der großen zeitlichen Belastung müssen auch kulturelle Herausforderungen überwunden werden. Das Verständnis für das Ausbildungsverhältnis wie beispielsweise, dass Sozialabgaben zu entrichten sind, dass in der Ausbildung der Verdienst geringer ist oder dass Anweisungen auch von Kollegen und nicht nur vom Meister zu befolgen sind, müssen erst erklärt werden und können nicht als gegeben vorausgesetzt werden.

Von Arbeitgeber-Seite lohne sich das Engagement in jedem Fall, sagte Züwerink. „Mit Herrn Abdy haben wir eine dankbare und loyale Fachkraft gewonnen. So wie der Markt aktuell aussieht, brauchen wir solche Leute in unserem Ausbildungssystem“.

Und auch Nijervan Abdy zieht ein positives Fazit: Er sei gut in das Unternehmen und die Gesellschaft integriert und werde seine Ausbildung bei den GN beenden. Außerdem plant der junge Syrer seine Zukunft. So möchte er im zweiten Ausbildungsjahr seinen Führerschein machen. Nach der Ausbildung kann er sich sogar vorstellen, eine Aufstiegsfortbildung zum Meister in seinem Fachgebiet zu machen.

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Weitere Informationen

Bei sämtlichen Fragen im Hinblick auf die Beschäftigung von Asylbewerbern und oder Flüchtlingen können sich Arbeitgeber und Bewerber an Gerlinde Möller wenden. Sie ist „Arbeitgeberlotsin Flüchtlinge“ beim Arbeitgeberservice des Jobcenters im Landkreis Grafschaft Bentheim. Kontakt: 05921 966 249 oder ags@grafschaft.de

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