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13.03.2019, 15:45 Uhr

Gläsernes Kleinod kehrt ins Kloster Frenswegen zurück

Eine Kirchenglasscheibe des Klosters Frenswegen von 1643 ist an den Ort ihrer ursprünglichen Verwendung zurückgekehrt. So war das historische Kleinod nach dem Brand der Klosterkirche im Jahr 1881 aus den Trümmern gerettet und verwahrt worden.

Gläsernes Kleinod kehrt ins Kloster Frenswegen zurück

Die Glasscheibe aus dem Jahr 1643 wurde von der Nordhorner Künstlerin Julia Siegmund gestaltet. Foto: privat

Nordhorn Seit vielen Jahren ruhte eine kleine, zehn mal 14 Zentimeter große Glasscheibe in Watte verpackt in einer Holzschachtel bei der Familie van Bentheim aus Nordhorn. Datiert ist die Scheibe auf das Jahr 1643 und hat sich nach mündlicher Überlieferung in der Kirche des Klosters Frenswegen befunden. Nun ist diese Glasscheibe ins Kloster zurückgekehrt.

In der Nacht vom 22. auf den 23. Juni 1881 wurde die Klosterkirche bekanntlich aufgrund eines Blitzeinschlages komplett zerstört. „Mein Großvater hat als kleiner Junge diese Glasscheibe aus den Trümmern der Klosterkirche herausgeholt und nahm sie mit nach Hause“, erinnert sich Anke van Bentheim. Seit einigen Wochen befindet sich die Scheibe nun wieder im Kloster Frenswegen. Ihren Platz hat sie im östlichen Kreuzgang im oberen Stockwerk gefunden.

Ihren großen Dank sprachen Geschäftsführerin Birgit Veddeler und der Vorsitzende des Fördervereins Helmut Ruschulte Anke van Bentheim aus, die die Glasscheibe nun dem Kloster überlassen hat und sich für die künstlerische Gestaltung eingesetzt hat.

Die Nordhorner Künstlerin Julia Siegmund hat ein Motiv entworfen, auf dem zwei Hände die Glasscheibe schützend und bewahrend halten. Handwerklich umgesetzt wurde das Werk von der renommierten Glasmalerei Peters aus Paderborn.

Doch was hat es mit der Glasscheibe auf sich? Der Text auf der Glasscheibe lautet:

„Eüverin Von Bentheim Grafl. Bentheimß Richter und Gograve zü Northorn undt Margreta Glaßfortz Ehelüde Anno domini 1643“.

Der Lokalhistoriker und Mitglied des Fördervereins des Klosters Frenswegen Gerhard Plasger weiß zu berichten, dass der auf der Glasscheibe namentlich erwähnte Everwyn von Bentheim in der Zeit von 1608 bis 1654 Richter in Nordhorn war. Er war derjenige, der mit seiner Ehefrau Margreta Glaßfortz die Glasscheibe mit dem Datum 1643 stiftete.

Möglicherweise hatte sie ihren ersten Platz in einer kleinen Kapelle, die damals am jetzigen Standort der Sankt-Augustinus-Kirche stand, bevor sie in die Klosterkirche nach Frenswegen kam. Doch genaue Quellen dazu gibt es nicht.

Wer sich das Kleinod gerne ansehen möchte, gehe die Treppe im Ostflügel des Klosters hinauf, vorbei am Bildnis des letzten Priors des Klosters Hermann Zumbrock. Dann läuft man direkt auf die neu eingesetzte Glasscheibe zu.

Gläsernes Kleinod kehrt ins Kloster Frenswegen zurück

Das neue Fenster im oberen östlichen Kreuzgang des Klosters stellten vor (von links): Helmut Ruschulte, Julia Siegmund, Anke van Bentheim und Birgit Veddeler.Foto: privat

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