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12.03.2019, 15:37 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Finanzierung der „Kulturdolmetscher“ in Nordhorn unsicher

Bei dem Projekt „Engagement durch Einsatz“ bildet Polizeioberkommissar Uwe van der Heiden Migranten zu „Kulturdolmetschern“ aus. Binnen kürzester Zeit habe sich die 20-köpfige Engagementgruppe gegründet. Doch die Finanzierung steht auf der Kippe.

Werden zu Kulturdolmetschern ausgebildet. Foto: Polizei

Werden zu Kulturdolmetschern ausgebildet. Foto: Polizei

Nordhorn Polizeioberkommissar Uwe van der Heiden ist seit einigen Monaten Teil eines Präventions- und Aufklärungsprojektes für Geflüchtete in Nordhorn. Er bildet die hoch engagierten Teilnehmer zu sogenannten Kulturdolmetschern aus.

Ziel ist es, das deutsche Rechtssystem anschaulich zu erklären, Ängste abzubauen und die vermittelten Informationen in die vielen unterschiedlichen Kulturen der Stadt Nordhorn zu tragen.

Die Initiatoren sind sich sicher: „Die ausgebildeten Kulturdolmetscher sind in den vergangenen Monaten zu einem unverzichtbaren Teil eines Integrationsnetzwerkes in der Stadt geworden.“ Dennoch steht die Fortführung des Projekts auf der Kippe. Das Geld fehlt.

Der niedersächsische Finanzminister Reinhold Hilbers, der auch Grafschafter CDU-Kreisvorsitzender und Fraktionschef der Kreistagsfraktion ist, war durch einen GN-Bericht auf das Projekt aufmerksam geworden. „Ich war sofort von dem ehrenamtlichen Engagement der Menschen unterschiedlichster Herkunft fasziniert und wollte unbedingt mehr darüber erfahren“, sagte Hilbers unlängst bei einem Treffen der Engagementgruppe. Gemeinsam mit dem Minister waren auch die neue Leiterin der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim, Nicola Simon, und die Nordhorner Polizeichefin Dr. Hannah Timmer bei dem Termin dabei.

„Der Wert dieses Projektes kann nicht überschätzt werden. Ich freue mich, dass die Polizei Nordhorn daran beteiligt ist“, sagte Polizeioberrätin Timmer. Auch Inspektionsleiterin Simon zeigte sich beeindruckt. „Ich möchte ihnen allen von Herzen für ihr alles andere als selbstverständliches Engagement danken“, erklärte die Polizeidirektorin.

Und trotzdem: „Bei all dem unbestreitbaren Erfolg und dem objektiv messbaren Mehrwert für die Stadt Nordhorn steht die Zukunft des Projektes dennoch auf der Kippe“, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Die Finanzierung zu dessen Fortführung ist nicht gesichert. Trotz zahlreicher Gespräche mit den Spitzen aus Verwaltung und Politik sei es bislang nicht gelungen, das Konzept für die kommenden Jahre auf ein finanziell tragfähiges Fundament zu stellen.

Inspektionsleiterin Nicola Simon sagte den Initiatoren ihre uneingeschränkte Unterstützung zu. „Dieses Projekt muss uns ohne Wenn und Aber erhalten bleiben“, so die Polizeichefin.

Aus der synergetischen Verflechtung mit dem Nordhorner Konzept „Bildung durch Einsatz“ habe sich ein beeindruckendes Erfolgsmodell entwickelt. „Binnen kürzester Zeit hat sich die etwa 20-köpfige Engagementgruppe, bestehend aus geflüchteten Frauen und Männern verschiedenster Kulturen, zu einem wertvollen Bindeglied entwickelt. Allein die Tatsache, dass die Mitglieder für mehr als 500 Migranten als Multiplikatoren der Inhalte des Kulturdolmetscherseminars zum Einsatz kamen, zeigt die hohe Akzeptanz des Konzeptes“, heißt es in der Pressemitteilung.

„Unsere Ehrenamtlichen arbeiten mittlerweile bei der Tafel, beim DRK, in Altenheimen, in Jugend- und Sportzentren sowie an zahlreichen anderen Stellen als unverzichtbare Ansprechpartner“, sagt Javad Seif von der Freiwilligen-Agentur. Seif hatte das Projekt ins Leben gerufen, um die Teilnehmer mit dem notwendigen Hintergrundwissen für ihre Arbeit auszustatten.

Auch Hilbers ist von dem Projekt überzeugt: „Integrationskonzepte wie diese zeigen, dass das kulturübergreifende Miteinander in Nordhorn funktioniert“, meint der CDU-Politiker.

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