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30.03.2020, 18:06 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Fietzek appelliert an Grafschafter: „Verzichten Sie!“

Die Grafschaft Bentheim verzeichnet einen ersten Todesfall in Verbindung mit dem Coronavirus. Landrat Uwe Fietzek appelliert, weiter Zuhause zu bleiben, und kritisiert, dass Geschäfte Ausnahmeregelungen nutzen, um weiter Kunden zu bedienen.

Landrat Uwe Fietzek appelliert an die Grafschafter, das Haus nur zu verlassen, wenn es absolut notwendig ist. Archivfoto: Hille

Landrat Uwe Fietzek appelliert an die Grafschafter, das Haus nur zu verlassen, wenn es absolut notwendig ist. Archivfoto: Hille

Nordhorn Wie die Kreisverwaltung am Montag mitteilt, starb der nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Nordhorner in der vorigen Nacht. Der Mann war über 80 Jahre alt und litt an einer Vorerkrankung. Die Zahl der registrierten Corona-Fälle in der Grafschaft stieg am Montag außerdem von 84 auf 87 an. Landrat Uwe Fietzek wünsche den Angehörigen viel Kraft und viel Trost für die kommende Zeit: „Ihnen gilt unser Mitgefühl. Wir sind in Gedanken bei Ihnen.“ Zugleich appellierte er in der Mitteilung an die Grafschafter: „Lassen Sie uns gemeinsam alles erdenklich Mögliche tun, um diese Zeit so gut wie eben möglich zu überwinden.“

„Soziale Kontakte einschränken“

Es seien diese persönlichen Schicksale, die eine noch vor Wochen als theoretische erscheinende Gefahr auf einmal Realität werden ließen. „Die Bedrohung ist nun in großem Tempo näher an unser aller Leben herangerückt“, so Fietzek. Er mahnte außerdem: „Wir müssen vor allem unsere sozialen Kontakte auf ein Minimum einschränken. Der Schutz unserer Mitmenschen, insbesondere derer, die bereits älter sind oder unter einer Vorerkrankung leiden, muss für uns oberste Priorität haben! Ich warne vor falscher Normalität!“

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„Verständnis für die existenziellen Sorgen“

„Social Distancing“ sei das Gebot der Stunde, heißt es in der Mitteilung. Dieses funktioniere nicht ohne persönliche Einschränkungen und Entbehrungen: „Während ich auf die Grafschafterinnen und Grafschafter sehr stolz bin, dass sie die allgemeinen Kontaktbeschränkungen des Landes so diszipliniert umsetzen, beobachte ich zugleich mit Sorge die Entwicklung, dass mehr und mehr Geschäfte Ausnahmetatbestände der Landesverfügung für sich in Anspruch nehmen und ihre Türen wieder für Kunden öffnen.“ Fietzek stehe dem erlaubten Abverkauf von Saisonwaren, oder den Bestell- und Abholangeboten in der aktuellen Gefahrensituation skeptisch gegenüber, auch wenn die rechtlichen Auseinandersetzungen darüber noch voll im Gange sind. „Ich habe großes Verständnis für die existenziellen Sorgen der Anbieter und Unternehmer – aber in Anbetracht unserer rasant steigenden Infektionszahlen möchte ich einen deutlichen Appell an die Bevölkerung richten: Verzichten Sie!“

Social Distancing schützt Mitmenschen

Landrat Fietzek weiter: „Ich sage es deutlich: Wenn unsere Euregio-Klinik in den kommenden Wochen Herr der Situation bleiben soll, müssen wir die berühmte Kurve abflachen! Sonst steht zu befürchten, dass die Behandlungskapazitäten womöglich nicht für jeden reichen. Daher appelliere ich an Sie: Gehen Sie nur vor die Tür, wenn Sie müssen! Wer ‚Social Distancing‘ praktiziert, schützt damit sich selbst und seine Mitmenschen.“

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