28.04.2020, 13:15 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Diakonisches Werk: „Hilfe auch in schwierigen Zeiten“

Aktuelle Vorgaben und Schutzmaßnahmen einhalten und dennoch für Ratsuchende da sein, vor dieser Herausforderung steht das reformierte Diakonische Werk Grafschaft Bentheim. Von „Brotkorb“ bis Schwangerenberatung – welche Angebote können Familien nutzen?

Alternative Beratungswege in der Krise bietet das reformierte Diakonische Werk Grafschaft Bentheim.Archivfoto: S. Konjer

Alternative Beratungswege in der Krise bietet das reformierte Diakonische Werk Grafschaft Bentheim.Archivfoto: S. Konjer

Nordhorn Das reformierte Diakonische Werk Grafschaft Bentheim im „Compass“-Haus unterstützt Familien in verschiedenen Lebenslagen mit unterschiedlichen Angeboten. Dazu gehören Kleiderbörsen, Lebensmittelausgaben, Schwangeren- und Kurberatung. Mit der Erfahrung aus ihrer täglichen Beratungsarbeit weist Alina Whitworth von der Diakonie auf die besondere Herausforderung hin, vor der Familien in der aktuellen Corona-Situation stehen. Als Beispiel nennt sie die Wartezeiten für Kurklinikplätze, die auch schon vor der Pandemie lang waren und vor allem von Müttern auszuhalten sind. „Als nun die Kureinrichtungen per amtlicher Anweisung schließen mussten, saßen Kurteilnehmer mit ihren Kindern teilweise schon auf gepackten Koffern, andere mussten nach ein paar Tagen die Heimreise antreten. Statt in der Kur finden sich die Familien nun in einem veränderten Alltagsleben durch Homeoffice, fehlende Kinderbetreuung oder auch Kurzarbeit und damit verringertem Einkommen wieder. Uns erreichen viele Anfragen: Muss ich einen neuen Antrag stellen, um die Kur im nächsten Jahr antreten zu können? Innerhalb welcher Frist? Ich musste meine Kur aufgrund der Pandemie abbrechen – darf ich jetzt die Maßnahme erneut vollständig antreten?“, beschreibt Whitworth die Lage. Um den Betroffenen mit Informationen helfen zu können, stehen die Diakonie-Mitarbeiter in ständigem Austausch mit den Krankenkassen und den Belegungsstellen der Kliniken.

Hilfe per Telefon

Auch in der Beratung für Schwangere sind laut Whitworth Veränderungen spürbar: Zu den üblichen Fragen zu sozialrechtlichen Ansprüchen, Elterngeld und Mutterschutz kommen nun noch mehr Unsicherheiten hinzu und rücken Fragen in den Vordergrund wie „Gibt es Unterstützung und Angebote für Schwangere und Familien auch weiterhin?“, „Gibt es finanzielle Hilfen, wenn das Geld, zum Beispiel durch Kurzarbeit, zu knapp wird?“. Entlastende Gespräche, die sonst persönlich in der Beratungsstelle stattfinden können, werden nun per Telefon geführt. „Auch per E-Mail und per Post können finanzielle Hilfen wie Stiftungsmittel der Stiftung ,Mutter und Kind‘ organisiert und Informationen gegeben werden“, so Whitworth.

Einige Angebote für Familien müssen dennoch zunächst pausieren. So findet zurzeit der kostenlose Elterntreff für Schwangere, Mütter und Väter mit Babys bis zum Alter von drei Jahren, der gemeinsam mit dem lutherischen Diakonischen Werk organisiert wird, nicht statt. Pause hat momentan auch das Projekt „wellcome – Praktische Hilfen nach der Geburt“, bei dem Ehrenamtliche Eltern entlasten, indem sie sich um Neugeborene oder Geschwisterkinder kümmern. Allerdings bleiben viele Ehrenamtliche aktuell mit den Familien, die sie betreuen, telefonisch oder digital in Kontakt. „Sie helfen, die Isolation zu überwinden und leisten damit gerade jetzt wertvolle Unterstützung“, ist Whitworth überzeugt.

„Brotkorb“ geöffnet

Der „Brotkorb“ in Neuenhaus hat unter strengen Hygiene- und Abstandsmaßnahmen weiterhin geöffnet. „Viele Familien sind gerade jetzt auf den ,Brotkorb‘ angewiesen, da ihre Kinder nicht in der Kita oder Schule essen und somit zu Hause versorgt werden müssen. Diese zusätzlichen Essen müssen von den Familien mengenmäßig, aber vor allem auch finanziell eingeplant werden. Dies stellt viele Familien vor große Herausforderungen, und zwar nicht nur die, die bereits vor der Krise auf den ,Brotkorb‘ angewiesen waren“, erläutert Whitworth. Einigen Familien steht coronabedingt ein geringeres Einkommen zur Verfügung, zum Beispiel wegen Kurzarbeit. Auch diese Familien können den „Brotkorb“ für die Zeit der Krise nutzen, die Ausgabe ist dienstags und donnerstags von 13.30 bis 15 Uhr geöffnet.

Um im „Brotkorb“ einkaufen zu können, wird die Vorlage eines Einkommensnachweises benötigt, der die derzeitige Bedürftigkeit belegt. Wer prüfen möchte, ob seine Familie für einen Einkauf im „Brotkorb“ anspruchsberechtigt ist, kann sich unter Telefon 05921 8111170 informieren.

Wer unterstützt Kleiderbörsen?

Die Kleiderbörsen bleiben derzeit noch geschlossen, weil es Whitworth zufolge schwierig ist, dort die Vorgaben des Landes einzuhalten. „Des Weiteren sind dort viele Ehrenamtliche tätig, die aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe gehören. Aus diesem Grund suchen wir junge Erwachsene bis 50 Jahre, die in der Zeit der Krise und eventuell auch danach in den Kleiderbörsen aushelfen wollen. Dieser ehrenamtliche Beitrag kann dazu verhelfen, dass die Kleiderbörsen wieder geöffnet werden können“, wirbt Whitworth um Unterstützung. Interessierte können sich unter oben genannter Telefonnummer melden.

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