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29.10.2019, 15:21 Uhr

Diakonische Konferenz zum Wandel beim Engagement

Bei der Diakonischen Konferenz der reformierten Kirche hat die Theologin Cornelia Coenen-Marx einen neuen Blick auf das Ehrenamt gefordert. Sie sprach im Kloster Frenswegen vor 150 zumeist Ehrenamtlichen in diakonischen und sozialen Arbeitsfeldern.

Diakonische Konferenz zum Wandel beim Engagement

Hauptrednerin bei der Konferenz war die ehemalige Oberkirchenrätin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Cornelia Coenen-Marx. Kirchenpräsident Martin Heimbucher (Leer) sprach zu den Teilnehmern ein Grußwort. Fotos: privat

Nordhorn Die Tagung stand unter der biblischen Überschrift „Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen“ (Galater, 6,2).

Coenen-Marx, ehemalige Oberkirchenrätin der Evangelischen Kirche in Deutschland, sagte, die meisten Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, wollten in ihrem Amt einen Lebenssinn finden. „Würde ich dafür bezahlt, würde ich es nicht machen“, würden viele sagen. Freiwilliges Engagement sei Ausdruck der eigenen, aktiven Gestaltung des Lebens und brauche daher auch Anerkennung.

In den Kirchen werde oft geklagt, dass es heute immer schwieriger sei, Ehrenamtliche für bestimmte Aufgaben zu finden, sagte Coenen-Marx, die bis 2004 theologischer Vorstand der Kaiserswerther Diakonie und Vorsteherin der dortigen Schwesternschaft war. Dies liege auch daran, dass viele Aufgaben wie etwa Gremientätigkeit zu langfristig angelegt sei. Zudem beklagten Ehrenamtliche oft, dass sie nicht als gleichberechtigte Partner angesehen würden: besonders Frauen.

Die Jahreskonferenz des Diakonischen Werkes der Evangelisch-reformierten Kirche beschäftigte sich in diesem Jahr mit der Arbeit von Ehrenamtlichen in diakonischen Arbeitsfeldern. „Ehrenamtliche sind elementare und verlässliche Stützen in unserer diakonischen Arbeit, ohne die manches an Diensten nicht möglich wäre“, sagte Bernd Roters, Pastor in Veldhausen (Grafschaft Bentheim) und Vorsitzender des Diakonischen Werkes.

Coenen-Marx betonte auch, dass soziales Engagement heute eine ökonomische Absicherung brauche. Es könne nicht sein, dass sich gerade engagierte Frauen oft um eine gerechte Alterssicherung betrogen fühlten.

Sie forderte die Kirchen auf, die enorm große Bereitschaft zum Engagement neu zu entdecken. Hilfreich sei es auch, sich mit anderen Organisationen zu vernetzen. „Ehrenamtliches Engagement löst oft Innovation aus“, warb sie. Gerade die ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen habe gezeigt, wie wichtig für Ehrenamtliche eine hauptamtliche Begleitung sei.

Der evangelisch-reformierte Kirchenpräsident Martin Heimbucher bat die vielen Ehrenamtlichen bei der Konferenz um Achtsamkeit um die eigene Person. Bei allem Engagement für den Nächsten sei es wichtig, „eine Balance zwischen Geben und Nehmen, zwischen Tragen und Getragen werden“ zu finden, betonte er.

Diakonische Konferenz zum Wandel beim Engagement

Hauptrednerin bei der Konferenz war die ehemalige Oberkirchenrätin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Cornelia Coenen-Marx. Kirchenpräsident Martin Heimbucher (Leer) sprach zu den Teilnehmern ein Grußwort. Fotos: privat

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