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07.12.2018, 12:09 Uhr

CDU-Kommunalwerkstatt: Nordhorn ringt um neue Ärzte

Noch sind Patienten, die keinen Arzt finden, heute in Nordhorn kein drängendes Problem. Aber der Himmel verdüstert sich bereits, meint die CDU. „Lösungen finden bevor es zu spät ist“ hieß darum das Motto der „Kommunalwerkstatt 2“ der Nordhorner CDU.

CDU-Kommunalwerkstatt: Nordhorn ringt um neue Ärzte

Auf dem Podium diskutieren zum Thema „Gesundheitsversorgung in Nordhorn – Hausärzte halten“ (von links) Dr. Hermann Thole, Thomas Hermann, Martina Schrage und André Mülstegen. Foto: privat

Nordhorn „Von unseren Ärzten sind schon jetzt zirka 30 Prozent aus Nicht-EU-Ländern und weitere zehn Prozent aus EU-Ländern“, erläuterte Dr. Hermann Thole, Chefarzt der Euregio-Klinik. Und ohne sie sei eine umfangreiche medizinische Versorgung nicht mehr machbar. Wer die absehbare Lücke bei den Nordhorner Hausärzten füllen soll, zeichne sich hingegen nicht ab. „Wir müssen jetzt aktiv werden“, meint André Mülstegen, „und auf kommunaler Ebene Lösungen finden“. Der Bürgermeisterkandidat der CDU diskutierte deshalb über Erfahrungen, Probleme und Lösungsansätze mit Martina Schrage, Thomas Hermann und Dr. Hermann Thole sowie den Gästen der „Kommunalwerkstatt 2“.

Modell der Zukunft?

„Gemeinschaftspraxen könnten eine Lösung für die Zukunft sein“, so Martina Schrage, Geschäftsführerin der „Hausarztpraxis Münsterland“, und weiter: „Ärzte wollen nicht verwalten, sie wollen Menschen helfen“ und gerade junge Ärzte würden auch auf eine ausgewogene Work-Life-Balance achten. Als Geschäftsführerin der „Hausarztpraxis Münsterland“ hatte sie vor einigen Jahren mit ihrem Mann die Idee zur Gründung einer solchen Gemeinschaftspraxis. Von ihren Erfahrungen profitierte die Diskussion der Kommunalwerkstatt. „Wir teilen uns auf und so kann auch der junge Arzt und Familienvater um 16 Uhr zu seinem Kind nach Hause.“

Neben eigenem Engagement und der frühzeitigen Planung sei „das A und O ein engagierter Bürgermeister“, erläuterte Martina Schrage. Für Nordhorn bedeutet dies jetzt zu handeln. „Wie werden in den nächsten fünf Jahren in Nordhorn im schlechtesten Fall bis zu 15 Hausarztstellen neu besetzen müssen“, erläuterte Mülstegen die Größenordnung des Problems in Nordhorn.

Noch einmal 30 sein

„Man wäre gerne noch einmal 30“, sagte Dr. Hermann Thole, denn die Zeiten für junge Mediziner hätten sich dramatisch verbessert: „Heutzutage kann ein junger Arzt zwischen fünf oder sechs offenen Stellen wählen.“ Das habe dramatische Folgen. Der Kampf um die Ärzte als Fachkräfte habe längst begonnen und Nordhorn müsse aufpassen, konkurrenzfähig zu bleiben.

„Wir brauchen in Nordhorn eine Stabsstelle in der Wirtschaftsförderung, die sich mit der Fachkräftegewinnung beschäftigt“, forderte André Mülstegen.

Studienplätze fördern

Auf ein besonderes Problem wurde aus dem Publikum aufmerksam gemacht. Viele junge Nordhorner fänden keinen Studienplatz in Deutschland. Der Vorschlag: Die Stadt könne doch beraten und begleiten, um im Ausland zu studieren und anschließend in die Grafschaft zurückzukehren. „Ein guter Gedanke und eine mögliche Aufgabe einer neuen Stabstelle für Fachkräftegewinnung“, zeigte sich Mülstegen für den Vorschlag offen.

Ein Lob bekamen die Nordhorner Bürger am Ende von Thomas Hermann, der auf 25 Jahre Selbstständigkeit in einer physiotherapeutischen Praxis blicken kann. „Wir haben viele ältere Patienten und das Gesundheitsbewusstsein hat sich deutlich verbessert.“ Trotzdem müsse man auch präventiv arbeiten, um ältere Menschen mobil und gesund zu halten.

Ärztemangel vorbeugen

Auf eine solide Hausärzteversorgung kann dennoch niemand verzichten, und für Nordhorn heiße das, jetzt aktiv zu werden. „Zu fehlendem Wohnraum und verpasstem Kita-Ausbau soll nicht auch noch ein Hausärztemangel hinzukommen. Dafür tritt die CDU Nordhorn ein“, sagte André Mülstegen.

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