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14.01.2019, 15:37 Uhr

BUND: Wallhecken schützen und pflegen

Um die ökologische Funktion einer Wallhecke auch langfristig zu erhalten, müssen diese von Zeit zu Zeit gepflegt werden. Die Kreisgruppe des BUND weist auf sinnvolle Pflegemaßnahmen hin.

BUND: Wallhecken schützen und pflegen

Der Erlebniswert der Wallheckenlandschaften besteht in ihrem natürlichen Strukturreichtum und ihrer Raumgliederung. Foto: BUND

Nordhorn Wallhecken – mit Bäumen oder Sträuchern bewachsene Wälle, die früher als Einfriedung dienten – erfüllen vielfältige Funktionen im Naturhaushalt. Als geschützte historische Elemente der Kulturlandschaft auch unserer Grafschaft sind sie Lebensraum für Flora und Fauna, bieten gleichzeitig Schutz, Deckung und Nahrung. Außerdem stellen sie Orientierungshilfen, Aussichts- und Singwarten für verschiedene Vogelarten dar. Durch ihre die Landschaft gliedernde und vernetzende Struktur fördern sie die Ausbreitung von Pflanzen und Tieren und sind mit einer üppigen Krautvegetation, Sträuchern, Bäumen und Totholz gleichzeitig Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Untersuchungen zeigen:

Besteht eine Wallhecke aus einer Gehölzart, so finden sich hier etwa 150 unterschiedliche pflanzenfressende Arten wie Bockkäfer, Wanzen oder Blattwespen. Setzt sich eine Wallhecke dagegen aus zehn unterschiedlichen Gehölzarten zusammen, so können hier bis zu 1300 pflanzenfressende Tierarten leben.

Der Erlebniswert der Wallheckenlandschaften besteht in ihrem natürlichen Strukturreichtum und ihrer Raumgliederung (Foto oben, links).

Im Zuge der landwirtschaftlichen Nutzungsintensivierung, der Ausweisung von Bau- und Gewerbegebieten sowie dem Bau von Straßen etc. verschwinden auch in der Grafschaft Bentheim immer mehr dieser für den Natur- und Artenschutz wertvollen Biotopelemente.

BUND: Wallhecken schützen und pflegen

„Auf den Stock gesetzt“, um die ökologische Funktion einer Wallhecke auch langfristig zu erhalten. Foto: BUND

Neben der vollständigen Zerstörung durch Rodung beeinträchtigen Nährstoffeinträge aus intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen, die Ablagerung organischer Abfälle, die Absenkung des Grundwasserspiegels, die Beseitigung von Alt- und Totholz aus Gründen der Verkehrssicherung sowie die Streusalzbelastung an Straßen die Qualität von Wallhecken.

Um die ökologische Funktion einer Wallhecke auch langfristig zu erhalten, müssen diese von Zeit zu Zeit gepflegt werden. Die Kreisgruppe des BUND weist auf sinnvolle Pflegemaßnahmen hin:

  • Geeignete Pflegemaßnahmen sind das „Auf den Stock setzen“ beziehungsweise das Abschneiden hierfür ausgewählter Bäume. Diese Pflegemaßnahmen sollten in einem zeitlichen Abstand von zehn bis 15 Jahren – je nach Baumart – erfolgen, und zwar jeweils nur Teilabschnitte der Hecke umfassen.
  • Dabei sollte bedacht werden, dass Hecken, die seit mehreren Jahrzehnten nicht oder nur sporadisch gepflegt wurden, viel Alt- und Totholz aufweisen und daher von einer Vielzahl darauf spezialisierter Tierarten besiedelt werden. Besonders wertvoll ist stehendes Totholz (in Altbäumen). Diese Strukturen sollten belassen werden.
  • Einzelne Solitärgehölze beziehungsweise Schirmbäume in den Feldhecken sollten erhalten bleiben.
  • In Baumhecken kann eine Einzelstammentnahme von Werthölzern erfolgen. Soweit vorhanden, sollte zum Ersetzen dieser Bäume die Naturverjüngung genutzt werden, sonst ist ein Nachpflanzen mit Jungpflanzen aus der Umgebung möglich.
  • Heckensäume sollten abschnittweise in einem Abstand von maximal zwei bis drei Jahren gemäht werden, um artenreiche Krautsäume zu erhalten. Gleichzeitig wird dadurch ein seitliches Auswachsen der Hecke auf angrenzende landwirtschaftliche Nutzflächen vermieden.
  • Die Heckenpflege erfolgt im späten Winterhalbjahr (1. Oktober bis 28. Februar) im Falle der Bearbeitung von Bäumen an frostfreien Tagen, wobei beachtet werden sollte, kätzchentragende Weiden, die im Frühjahr die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Insekten bilden, ab dem 1. Februar zu schonen.
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