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24.07.2019, 11:54 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Kinospot: „Bürokratie verhindert Behandlung von Patienten“

Die niedersächsischen Krankenhäuser beklagen, dass aufgrund der Pflegepersonalvorgaben immer mehr Betten nicht belegt werden können. Das thematisieren sie in einem Kinospot, der auch bis zum 1. August im Nordhorner Kino zu sehen ist.

Betten dürfen nicht belegt werden: Eine Szene aus dem Kinospot der Krankenhausgesellschaft. Foto: NKG

Betten dürfen nicht belegt werden: Eine Szene aus dem Kinospot der Krankenhausgesellschaft. Foto: NKG

Nordhorn In dem Film lässt sich ein junges Paar ein Patientenzimmer vorstellen. Es ist vom Leistungsangebot sehr angetan, muss dann aber erfahren, dass die Krankenhausbetten nicht belegt werden dürfen. „Bürokratische Vorgaben verhindern, dass Patienten behandelt werden können“, sagt dazu der Sprecher aus dem Off.

Mit dem Kinospot weist die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG) auf ein Kernproblem hin, das sich mit der Einführung der neuen Pflegepersonalvorgaben seit dem 1. Januar ergebe: „Erste Auswertungen ergeben, dass die Vorgaben in Niedersachsen zwar zu fast 92 Prozent erfüllt werden, allerdings nur unter Einschränkung der Versorgung: So mussten 34 Prozent der niedersächsischen Krankenhäuser Betten auf Intensivstationen sperren. Dies ergab eine Umfrage der NKG im ersten Quartal des Jahres, an der 98 Krankenhäuser teilgenommen haben.“

„Gesperrte Betten dürfen nicht zur Regel werden“, fordert NKG-Verbandsdirektor Helge Engelke. „Die Krankenhäuser würden gern mehr Personal einsetzen. Dieses ist jedoch auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr zu bekommen. Immer mehr Stellen im Pflegedienst bleiben unbesetzt“, sagt Dr. Hans-Heinrich Aldag, Vorsitzender der NKG. Das Problem werde auch nicht durch die Zusagen der Politik gelöst, zusätzliches Personal auch zusätzlich zu finanzieren.

Aktuell zeige sich, dass in Niedersachsen durchschnittlich pro Krankenhaus vier Stellen auf Intensivstationen und neun Stellen auf allgemeinen Stationen im Pflegedienst unbesetzt seien. „Anstelle der restriktiven und unflexiblen Personalvorgaben brauchen wir einen Lösungsansatz für das ganze Krankenhaus“, fordert Engelke. Die NKG setze daher große Hoffnungen in ein übergreifendes Instrument zur Personalbemessung, das die Deutsche Krankenhausgesellschaft gemeinsam mit Verbänden der Pflege und Gewerkschaften erarbeite.

„Wir lösen das Problem aber nur, wenn es gelingt, mehr Auszubildende für die Pflegeberufe zu gewinnen“, erklärt Aldag. Die vor einem Jahr gegründete Ausbildungsallianz Niedersachsen schaffe es erstmalig, alle Verbände derjenigen Einrichtungen zu vereinen, die Verantwortung für die Pflegeausbildung tragen: „Unser gemeinsames Ziel ist es, eine übergreifende, verlässliche und gemeinschaftliche Pflegeausbildung anzubieten, die kontinuierlich weiterentwickelt wird.“ Das Ziel der Allianz sei eine Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufs sowie die Gewinnung von Auszubildenden, nicht nur für das Krankenhaus.

Im Internet ist der Spot, der in den niedersächsischen Kinos läuft, auf www.2drittel.de zu sehen.

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