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12.07.2019, 16:39 Uhr

Ausländische Mediziner erhalten Sprachtraining bei der VHS

Schriftliche und mündliche Kommunikation in der Klinik und der Praxis bildet den Schwerpunkt des zurzeit an der VHS Grafschaft Bentheim laufenden Sprachtrainings für Mediziner. Die Sechs Ärztinnen und Ärzte kommen aus Syrien, Bolivien und dem Iran.

Ausländische Mediziner erhalten Sprachtraining bei der VHS

Die Lehrkräfte Adele Ridder (links), Eleonore Möhring (rechts) und VHS-Programmbereichsleiterin Susanne Koch-Glaß wollen wegen des zunehmenden Ärztemangels einen Beitrag zur medizinischen Versorgung in der Region leisten: Sechs Ärzte – vom Allgemeinmediziner bis zum Radiologen – üben sich in den VHS-Sprachkursen über sechs Monate in ihrem deutschsprachigen und fachsprachlichen Handwerkszeug. Foto: privat

Nordhorn „Atmen Sie tief ein und halten Sie die Luft an“; „Ich spüre meinen Arm nicht mehr“; „Einlieferung mit Pankreatitis“. Ob Arzt-Patientengespräche, medizinisches Fachvokabular, Informationsaustausch unter Krankenhauspersonal: Schriftliche und mündliche Kommunikation in Klinik und Praxis bildet den Schwerpunkt des zurzeit an der VHS Grafschaft Bentheim laufenden Sprachtrainings für Mediziner.

Sechs Ärztinnen und Ärzte aus Syrien, Bolivien und dem Iran – vom Allgemeinmediziner bis zum Radiologen – üben sich hier über sechs Monate in ihrem deutschsprachigen und fachsprachlichen Handwerkszeug.

Die beiden Deutschdozentinnen Eleonore Möhring und Adele Ridder, beide spezialisiert auf das Training der Fachsprache Medizin, bereiten diese hoch motivierte Gruppe intensiv auf die Fachsprachprüfung vor der Ärztekammer vor.

„Unsere Teilnehmer schätzen das Lernen in diesem Umfeld, sie kommen gerne und arbeiten hart und bewundernswert diszipliniert an ihren Sprachkenntnissen“. Die Lehrerinnen sind mit den Fortschritten der fremdsprachigen Mediziner sehr zufrieden.

Unterstützt werden sie von dem Georgsdorfer Arzt Dr. Michael Jaron, der den Unterricht durch medizinische Vorträge ergänzt und bei Fachfragen als Ansprechpartner zur Verfügung steht.

Für die sechs Ärztinnen und Ärzte hängt es unter anderem von der bestandenen Fachsprachprüfung ab, ob sie in Deutschland wieder in ihrem Beruf werden arbeiten können.

„Mit ihrer regelmäßigen Teilnahme am Unterricht wie auch dem engagierten Selbststudium haben sie sehr gute Chancen, die schwere Fachsprachprüfung erfolgreich zu absolvieren“, freut sich Fachbereichsleiterin Susanne Koch-Glaß über diesen doch sehr besonderen Deutschkursus, den sie zusammen mit den Dozentinnen im Bereich Deutsch als Zweitsprache der VHS auf die Beine gestellt hat. Finanziert werden die Fachsprachkurse für Mediziner im Rahmen der berufsbezogenen Sprachförderung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, das für Teilnehmer bis zu einem Jahreseinkommen von 20.000 Euro den Kostenbeitrag übernimmt. VHS und Fachlehrkräftesehen in ihrem Einsatz angesichts zunehmenden Ärztemangels einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Versorgung in der Region. Sie freuen sich jetzt schon auf den nächsten Fachsprachkursus für Ärztinnen und Ärzte, der voraussichtlich Anfang nächsten Jahres startet.

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