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01.04.2020, 13:44 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Ausgabestellen der Tafel Nordhorn weiterhin geöffnet

Trotz der Corona-Krise arbeiten die Mitarbeiter der Tafel weiter. Die Ausgabestellen Nordhorn, Wietmarschen, Klausheide und Schüttorf bleiben geöffnet. Wolfgang Vox von der Tafel ruft zu Spenden auf.

Die Mitarbeiter sind weiter fleißig dabei. Foto: privat

Die Mitarbeiter sind weiter fleißig dabei. Foto: privat

Nordhorn Fast die Hälfte aller über 940 Tafeln in Deutschland haben aufgrund der aktuellen Krisensituation mittlerweile geschlossen. Die Tafel Nordhorn mit allen Ausgabestellen in Nordhorn, Wietmarschen, Klausheide und Schüttorf verteilt aber weiterhin Lebensmittel an die bedürftigen Kunden. Die Arbeitsbedingungen für die ehrenamtlichen Helfer, sowie der Einkauf der Kunden haben sich jedoch drastisch verändert. Die Verantwortlichen setzen alle erforderlichen Maßnahmen zur Einhaltung der neuen Hygienevorschriften strengsten um. Ehrenamtliche, die zur Risikogruppe gehören, helfen zurzeit nicht – weder bei der Einsammlung der Lebensmittel noch beim Sortieren oder bei der Ausgabe. Ständiges Händewaschen und Desinfektion sind Pflicht. Körperkontakt wie die Begrüßung per Handschlag gibt es nicht mehr. Auch gemeinsames Kaffeetrinken im Aufenthaltsraum während der Pausen entfällt. Sicherheitsabstand während der Arbeit ist oberstes Gebot. Auch für die Kunden hat sich einiges geändert: Das Wartezimmer ist geschlossen. Kunden dürfen nur noch auf dem Hof warten. Die Sitzgelegenheiten hier stehen weit auseinander. Gruppenbildung ist nicht erlaubt. Darauf achten die Mitarbeiter genau. Große Hinweisschilder weisen auf die Verhaltensregeln hin. Jeder Kunde erhält beim Betreten der Ausgaberäume Handschuhe, Desinfektionsmittel stehen auch für die Kunden bereit. Maximal zwei Kunden werden an der Theke bedient. Der Sicherheitsabstand wird strengstens eingehalten.

„Die aktuelle Situation stellt auch uns vor große Herausforderungen“, so Wolfgang Vox, Vorsitzender der Tafel Nordhorn. „Das betrifft nicht nur den Schutz unserer Mitarbeiter und Kunden. Auch die Menge der Lebensmittel aus den Supermärkten und von den Discountern ist seit Anfang der Krise durch die Hamsterkäufe drastisch gesunken. Durch unsere Weihnachts-Sammel-Aktion sowie die jährliche Aktion „1 mehr“ konnten wir unsere Kunden weiterhin versorgen. Mittlerweile sind die Warenmengen aus den Geschäften aber wieder etwas mehr geworden. Um unsere besonders gefährdeten Mitarbeiter zu ersetzen, haben wir einen Aufruf in den sozialen Medien gestartet. Die Resonanz war riesig. Es haben sich viele junge Menschen gemeldet, um uns zu unterstützen, sei es beim Einsammeln der Lebensmittel, beim Sortieren oder in der Ausgabe. Wir sind überwältigt von so viel Hilfsbereitschaft und Solidarität.“

Ein weiteres Problem stellt die finanzielle Lage dar. Die Tafel Nordhorn finanziert sich ausschließlich über einen kleinen Kundenbeitrag, über Spenden sowie über die Einnahmen der Sozialkaufhäuser. Die Sozialkaufhäuser und das Café mittendrin sind längst geschlossen. Diese Einnahmen fehlen. Alle Kosten wie Mieten, Energiekosten und Fahrzeugunterhaltung laufen weiter. „Noch sind Rücklagen vorhanden, aber schon bald wird es eng“, so Wolfgang Vox. „Wir wollen unsere Lebensmittelausgaben so lange wie möglich aufrecht erhalten. Eine Schließung trifft letztendlich die besonders von der Krise gebeutelten Personen. Hier sind wir auf finanzielle Hilfe angewiesen. Jeder noch so kleine Betrag hilft. Nach Beendigung der Krise wird eine noch größere Aufgabe auf die Tafeln zukommen. Wesentlich mehr Menschen werden dann auf die Hilfe der Tafeln angewiesen sein.“

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