11.05.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: ca. 4min

11.573 Unterschriften für Erhalt der Eissporthalle abgegeben

Genau 11.573 Unterschriften hat die Bürgerinitiative für den Erhalt der Eissporthalle in drei Monaten gesammelt. Nun übergaben Vertreter die Listen deutlich vor Ende der vorgesehenen Frist an Landrat Uwe Fietzek.

An Vertreter der Verwaltung übergab die Bürgerinitiative die Unterschriften: (von links) Gunda Gülker-Alsmeier (Kreisrätin), Landrat Uwe Fietzek, Walter Winkelmann, Andreas Korecker und Reiner Wolters (alle von der Bürgerinitiative zur Rettung der Eissporthalle). Foto: privat

An Vertreter der Verwaltung übergab die Bürgerinitiative die Unterschriften: (von links) Gunda Gülker-Alsmeier (Kreisrätin), Landrat Uwe Fietzek, Walter Winkelmann, Andreas Korecker und Reiner Wolters (alle von der Bürgerinitiative zur Rettung der Eissporthalle). Foto: privat

Nordhorn In rund drei Monaten konnte die Bürgerinitiative (BI) zur Rettung der Nordhorner Eissporthalle nach eigenen Angaben genau 11.573 Unterschriften sammeln. In der vergangenen Woche übergaben Vertreter der BI die Listen an Landrat Uwe Fietzek. „Der Landkreis wird nun in den nächsten Wochen prüfen, ob die erforderliche Zahl von 8434 gültigen Stimmen erreicht wurde, die als Voraussetzung für einen kreisweiten Bürgerentscheid über die Zukunft der Eissporthalle gelten“, teilte die BI in einer Pressemitteilung am Montagvormittag mit.

Verkürzung der gesetzlich vorgegebenen Frist durch Corona-Krise

„Durch die seit März geltenden Corona-Beschränkungen war es uns nicht mehr möglich, weitere Unterschriften zu sammeln. Nachdem die Sammlung so gut angelaufen war, wollten wir den Landrat eigentlich mit deutlich mehr als 20.000 Unterschriften überraschen, was uns ohne Corona auch sicher gelungen wäre,“ sagte BI-Sprecher Walter Winkelmann. Tatsächlich bedeuteten die Corona-Beschränkungen fast die Halbierung der gesetzlich vorgesehen Sammelfrist. Anfang April hatte die BI daher beim Landkreis einen Antrag auf Unterbrechung des Bürgerbegehrens gestellt. „Diesem Antrag konnte die Verwaltung aus rechtlichen Gründen aber nicht stattgeben, was uns zum vorzeitigen Abgeben der Stimmen bewogen hat“, teilte die BI mit. Landrat Fietzek habe Vertreter der BI in einem persönlichen Gespräch über die fehlende Rechtsgrundlage für eine Unterbrechung unterrichtet.

„Uns geht es ausschließlich um den verbindlichen Erhalt des Eissports in der Grafschaft Bentheim in einer wettkampftauglichen Sportstätte. Ob dies durch die Sanierung der bestehenden Halle oder durch einen Neubau realisiert wird, wäre letztlich egal“, führte der BI-Sprecher aus. „Wir halten die Sanierung der Eissporthalle nach wie vor für die effektivste und kostengünstigste Möglichkeit.“ Den Vorschlag für einen Eissporthallenneubau wertet die BI als „politische Nebelkerze, um das Thema ,Eissport‘ auf die lange Bank zu schieben“.

Verhandlungen zur Finanzierung mit der Stadt Nordhorn

Die Bürgerinitiative hat sich über das „starke Signal des Nordhorner Stadtrates“ sehr gefreut, sich mit einem Drittel, sowohl an den Sanierungs- als auch an den zukünftigen Betriebskosten der Eissporthalle, beteiligen zu wollen. „Der Landrat teilte uns jedoch mit, dass er aktuell seitens der Kreispolitik beauftragt worden sei, die städtische Mitfinanzierung auf etwa 50 Prozent nachzuverhandeln. Dafür haben wir kein Verständnis“, meint der BI-Sprecher Walter Winkelmann und erklärt: „Hier soll eine kreisangehörige Gemeinde dazu gedrängt werden, sich zur Hälfte an der Sanierung eines Kreisgebäudes zu beteiligen, dessen schlechter Zustand ausschließlich in die Verantwortung des Landkreises fällt.“

Für die Grafschafter Eissportler ist es schwer, ihren Trainingsbetrieb aufrecht zu halten. Archivfoto: Hille

Für die Grafschafter Eissportler ist es schwer, ihren Trainingsbetrieb aufrecht zu halten. Archivfoto: Hille

„Dem Eissport läuft die Zeit davon“, sagt Winkelmann besorgt. „Von vier Nordhorner Kindermannschaften, die zu Beginn der Saison versucht haben, ihren Spielbetrieb in der Eissporthalle Rheine aufrechtzuerhalten, ist nur noch eine Mannschaft übrig geblieben. Für die anderen Nordhorner Mannschaften und die Eiskunstläufer sieht es ähnlich aus. Der zeitliche Aufwand und die Entfernungen sind einfach zu groß. Wir brauchen schnell eine Lösung innerhalb der Grafschaft, um die gewachsenen Strukturen des Eissports erhalten zu können.“

Die BI geht davon aus, dass der Bürgerentscheid den Landkreis mehr als 100.000 Euro kosten wird. Sollte es aufgrund der Corona-Beschränkungen zu einer reinen Briefwahl kommen, wären die Kosten noch viel höher, vermutet die BI. „Wir würden das Geld lieber gleich für die Sanierung der Eissporthalle verwendet sehen“, meint Winkelmann und unterbreitet einen Vorschlag: Ab Herbst 2020 wünscht sich die BI eine mobile Eisfläche im Kreisgebiet. „Mit den mobilen Kühlgeräten, Banden, Netzen und Eismaschinen aus der alten Eissporthalle sind wesentliche Bestandteile bereits vorhanden, die in einer Mobilhalle verwendet werden könnten“, argumentiert die BI. Es fehle noch ein Zelt oder eine Halle mit einer Größe von etwa 3600 Quadratmetern und ein entsprechender Kühlboden. Mit einer Übergangslösung hätte man sicherlich zwei bis drei Jahre Zeit, entweder die Sanierung der Eissporthalle voranzutreiben oder aber einen Neubau zu prüfen, ist sich die BI sicher.

Förmliches Verfahren könnte noch gestoppt werden

Bis zur Feststellung des Kreistages über das Erreichen der erforderlichen Unterschriften hat die BI die Möglichkeit, das förmliche Verfahren zu stoppen. Dies würde aus ihrer Sicht nur dann in Betracht kommen, wenn sich die Kreispolitik „klar und verbindlich“ für den Erhalt des Eissports aussprechen würde. „Dazu gehören die Bereitstellung einer Übergangslösung ab Herbst dieses Jahres sowie ein verbindlicher Beschluss darüber, entweder die bestehende Halle zu sanieren oder eine neue Eishalle zu bauen“, betont die BI in der Pressemitteilung.

  • Drucken
  • Kommentare 0
  • rating rating rating rating rating
Copyright © Grafschafter Nachrichten - Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.
Corona-Virus