Grafschafter Nachrichten
11.04.2017

Neues Heimathaus in Uelsen eröffnet

Neues Heimathaus in Uelsen eröffnet

Motivteller und Kaffeetassen stehen fein säuberlich aufgereiht in den Regalen der Küche im Heimathaus. Alte Töpfe und Kannen auf einem alten Herd veranschaulichen, womit die Menschen früher kochten. Fotos: Stephan-Park

Der Heimatverein Uelsen hat am Freitag sein „Kleines Heimathaus“ eröffnet. Schlittschuhe, eine Speisekarte, alte Töpfe und hunderte weiterer Gegenstände zeigen Besuchern nun, wie die Menschen in früheren Zeiten lebten.

Uelsen. Verteilt sind die großen und kleinen Exponate über zwei Stockwerke im Heimathaus. Mietfrei zur Verfügung gestellt hat das Gebäude Alide Borggreve. „Es freut mich sehr, dass die Geschichte des Ortes hier eine Heimstatt gefunden hat. Gerade für jüngere Menschen ist es spannend, wie das Leben ihrer Vorfahren eigentlich aussah“, sagt sie.

Das Haus ist bereits der dritte Standort des Heimatvereins neben der Windmühle und dem Vereinsheim an der Geteloer Straße. „Dort stand uns aber leider nicht genug Platz für eine Ausstellung zur Verfügung. Wir haben bereits seit unserer Gründung vor 15 Jahren Alltagsgegenstände gesammelt und wollten sie nun gerne auch einmal der Öffentlichkeit präsentieren“, sagt Vorsitzender Georg Arends bei der Eröffnung vor rund 30 Besuchern.

Ein besonderer Tag war die Heimathaus-Eröffnung für Hermann und Gerda Egberink. Die beiden wohnten bis vor zwei Jahren in dem 1911 erbauten Haus. „Als wir es damals an Alide Borggreve verkauften, ahnten wir nicht, dass der Heimatverein es nutzt. Das freut uns aber umso mehr“, sagt Gerda Egberink. Zur Ausstellung steuerte sie ein altes Bügeleisen bei.

Von Originalbildern des Künstlers Wilhelm Frantzen bis zum Nachttopf gibt es in dem Haus viel zu entdecken. Bei einigen Besuchern weckten die Ausstellungsstücke Erinnerungen an ihre Jugend. Eine Reihe rostiger Schlittschuhe faszinierte einige Gäste besonders. „Ich weiß noch, als meine Schwester und ich im Winter immer solche Schlittschuhe benutzt haben. Weil wir nur ein Paar hatten, haben wir uns mit dem Fahren immer abgewechselt. Die Größe mussten wir beim Wechsel dann jedes Mal neu einstellen“, erinnert sich ein Besucher. Doch nicht nur schöne Erinnerungen kamen im Heiamthaus wieder auf. Dass die Uelser auch schwere Zeiten durchlebten, zeigten unter anderem Essensmarken aus der Nachkriegszeit und Geldscheine aus der Zeit der großen Inflation der 1920er-Jahre.

Wie die Uelser ihren Lebensunterhalt bestritten, veranschaulichen Fotoapparate, Handbohrer und Fleischwölfe. „Wir haben die Arbeitswerkzeuge von Schustern, Müllern, Bäckern, Friseuren und sogar Fotografen zusammengetragen“, sagt Georg Arends. Auch eine gute Stube gibt es im Heimathaus und einen Raum, der der Tracht der Niedergrafschaft gewidmet ist. „Das muss toll ausgesehen haben, als die Menschen sich im Alltag so anzogen“, schwärmt ein Vereinsmitglied beim Anblick der alten Hauben und Kleider.

Bis zur Eröffnung der Ausstellung hatten die Mitglieder des Vereins alle Hände voll zu tun. „Oft waren wir bis 23 oder 24 Uhr zu Gange“, sagt Georg Arends. Abgeschlossen sind die Arbeiten noch nicht. Es ist angedacht, die Schau weiter zu verbessern und im Obergeschoss eine Bibliothek einzurichten. Die ersten Bücher stehen bereits in den Regalen, weitere sollen in Kürze folgen.

Das „kleine Heimathaus“ ist jeden ersten Sonnabend im Monat von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Mehr Informationen über die Arbeit des Heimatvereins gibt es auf der Internetseite www.heimatverein-uelsen.de.

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