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31.03.2019, 14:00 Uhr

Landwirte aus der Grafschaft wollen in Münster demonstrieren

Unter dem Motto „Bauern brauchen Zukunft-Zukunft braucht Bauern“ wollen Landwirte aus der Region an einer Protestkundgebung in Münster teilnehmen. Die Bauern wollen sich so gegen die vielen Vorgaben aus der Politik wehren, heißt es vom Landvolk.

Landwirte aus der Grafschaft wollen in Münster demonstrieren

Auf dem Domplatz in Münster wollen am Donnerstag auch zahlreiche Landwirte aus der Grafschaft demonstrieren. Symbolbild: DPA

Von Henrik Hille

Neuenhaus Der Landwirtschaftliche Kreisverein Grafschaft Bentheim ruft seine Mitglieder zur Teilnahme an einer Kundgebung des westfälischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) auf. Sie steht unter dem Motto: „Bauern brauchen Zukunft – Zukunft braucht Bauern“. Am Donnerstag werden Landwirte und ihre Familien aus der Grafschaft Bentheim gemeinsam mit Berufskollegen aus dem Emsland, aus Westfalen, dem Rheinland und Hessen für ihre Interessen auf dem Domplatz in Münster eintreten. Anlass sind die vielen Vorgaben aus der Politik, wie Vorsitzender Hermann Heilker erklärt. „Die gesellschaftliche Stimmung gegen Landwirtschaft und viele Auflagen, die immer wieder geändert werden, machen uns Landwirten das Leben schwer. Es ist richtig und wichtig, dass vieles in der Tierhaltung und bei der Düngung gesetzlich einen Rahmen bekommt. Uns fehlt aber insgesamt die Anerkennung der Dinge, die wir schon lange umgesetzt und geleistet haben.“

Die geplante Verschärfung der Düngeverordnung sei ein gutes Beispiel: Im Sommer 2017 wurde die neue Düngeverordnung erlassen, die in der Vegetationsperiode 2018 das erste Mal vollständig angewendet wurde. Nach nicht einmal zwei Jahren wird bereits eine Verschärfung der Düngeverordnung gefordert, ohne die Wirkung der bisherigen Maßnahmen zu betrachten. „Wir halten es für nachhaltiger, erst einmal die neue Düngeverordnung wirken zu lassen und die neuen Vorgaben auch in der täglichen Praxis umzusetzen. Hier werden einfach wieder die Schrauben angedreht, ohne zu gucken, inwieweit das noch nötig ist.“ Eine Änderung der Landwirtschaft hin zu mehr Naturschutz und Tierwohl sei nur gemeinsam mit der Gesellschaft zu machen. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass viele Familien ihre Betriebe wegen der unsicheren politischen Lage aufgeben und die landwirtschaftliche Produktion ins Ausland abwandert. Dies hätte auch Auswirkungen auf die vor- und nachgelagerten Bereiche der Landwirtschaft wie Landhandel, Genossenschaften, Landtechnik oder das Grafschafter Handwerk. „Unseren Landwirten fehlt einfach Planungssicherheit“, bekennt auch Geschäftsführerin Elfriede Werdermann.

Gerade in der Tierhaltung seien derzeit viele Vorgaben auf dem Prüfstand, sodass die Betriebe nicht wissen, wie sie ihre Ställe bauen sollen. Die Planungssicherheit für Investitionen in mehr Tierwohl und Komfort ist nicht gegeben und teilweise aufgrund baurechtlicher Hürden auch gar nicht machbar. Das Landvolk will bei der Kundgebung in Münster auf diese Probleme aufmerksam machen. Insgesamt gehe es darum, Gesellschaft und Politik dafür zu sensibilisieren, dass Landwirtschaft in Deutschland eine vernünftige Perspektive und Planungssicherheit braucht, wenn sie eine Zukunft haben soll.

Ziel sei es, im gemeinsamen Dialog Lösungen für vorhandene Probleme zu entwickeln, die für alle Seiten einen Mehrwert bieten. „Wenn auch unsere Kinder noch Landwirtschaft erleben und heimische Produkte kaufen können sollen, müssen wir jetzt gemeinsam handeln und für die Interessen eintreten,“ so Hermann Heilker. Alle, die sich für die Zukunft der heimischen Landwirtschaft einsetzen wollen, können Sich unter 05941 608107 zur Teilnahme an der Kundgebung anmelden. Start ist um Donnerstag, 4. April, um 10 Uhr in Münster auf dem Domplatz.

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