Grafschafter Nachrichten
20.08.2020

„Fieldday“: Niedergrafschafter Amateurfunker im Wettbewerb

„Fieldday“: Niedergrafschafter Amateurfunker im Wettbewerb

Die Amateurfunker aus der Niedergrafschaft streben beim „Fieldday“ einen vorderen Platz an. Symbolfoto: dpa

Esche Amateurfunker aus der Niedergrafschaft und aus Wesel nehmen auch in diesem Jahr wieder am „Fieldday Contest“ teil. Der Funker-Wettbewerb wurde von der „International Amateur Radio Union“ (IARU) ins Leben gerufen und soll zeigen, dass die teilnehmenden Stationen in der Lage sind, über 24 Stunden Funkbetrieb unter Notfallbedingungen zu gewährleisten. „Wegen dieser Vorgabe sind besondere Bedingungen einzuhalten. Die Funkstation und alles, was damit zu tun hat, darf nicht mit Strom aus dem Netz betrieben werden“, erläutert Hobbyfunker Norbert Koppel und nennt weitere Bedingungen: „Der Strom muss selbst mittels Aggregat, Solarzelle oder Akku produziert werden. Die Antenne darf nicht auf vorhandenen Fundamenten stehen und sie darf auch nicht an festen Häusern befestigt werden. Der Abstand zum nächsten ständig bewohnten Haus soll etwa 100 Meter betragen.“

24 Stunden im Einsatz

Mit dem Aufbau darf die Truppe am Freitag 4. September, um 15 Uhr beginnen. Der eigentliche Wettkampf startet am Samstag, 5. September, um 15 Uhr und endet 24 Stunden später. „Wir starten in der Klasse ,Portable, Multi Operator, low power, assisted‘. Das bedeutet, dass wir mit mehreren Funkamateuren im Team teilnehmen dürfen. Wir dürfen mit unserem Funkgerät maximal 100 Watt Sendeleistung machen, und es darf nur ein Funkgerät in Betrieb sein. Ein zweites Gerät darf als Ersatz vorhanden sein, allerdings dürfen wir es erst bei Ausfall des ersten Funkgeräts anschließen. Für das Logbuch betreiben wir zwei Computer im Netzwerk mit einer speziellen Datenbank-Software“, erklärt Koppel weiter.

Auf Punktejagd

Das Team hat die Aufgabe, so viele Verbindungen wie möglich innerhalb der 24 Stunden zu machen. Jede Verbindung zählt zwischen zwei und sechs Punkten – abhängig vom Standort der Gegenstation und ob sie ebenfalls eine portable Station ist. „SSB (,Single Side Band‘) ist Sprechfunk. Es werden die Rufzeichen, der Rapport (Empfangsstärke und Qualität) sowie eine laufende Nummer ausgetauscht. Nach dem Wettbewerb wird das Logbuch, also die Datenbank im Computer, die alle Verbindungen beinhaltet, per E-Mail zum ,Auswerter‘ geschickt. Dieser prüft mithilfe spezieller Software die Verbindungen und errechnet die Punktzahl“, geht Koppel ins Detail. Anhand der Punktzahl werden schließlich eine nationale und eine internationale Rangliste erstellt.

Ehrgeiziges Ziel

Im vergangenen Jahr hat das Team um Norbert Koppel in Deutschland und weltweit mit 279.565 Punkten den achten Platz belegt, im Bereich Nordrhein/Ruhrgebiet den zweiten Platz. Die weiteste Verbindung ging dabei ins etwa 13.000 Kilometer entfernte Argentinien. „In diesem Jahr würden wir es gerne aufs Treppchen schaffen“, hofft Koppel.

Besucher sind den Funkern willkommen, die Händedesinfektionsmittel bereitstellen wollen und um das Tragen einer Mund-Nase-Maske ersuchen. Das Team bittet Interessierte um Anmeldung bei Norbert Koppel unter Telefon 0179 5950384.

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