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2022-06-mlueken
Martin Lüken,
Sportredakteur
18.11.2022, 12:00 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Ausstellung

Kunstverein in Neuenhaus zeigt „Traces of Life / How to Kill“

Veronika Dräxler, Installationsansicht „Traces of Life / How to Kill (1)“, 2022, Foto: Laila Schubert

Veronika Dräxler, Installationsansicht „Traces of Life / How to Kill (1)“, 2022, Foto: Laila Schubert

Verschneite Wälder, tiefste Minusgrade und die Einsamkeit der Natur. Die neue Ausstellung des Kunstvereins Grafschaft Bentheim mit „Traces of Life / How to Kill“ von der Künstlerin Veronika Dräxler führt die Besucher in die nordfinnische Grenzregion zu Russland. Dräxler begleitet dort einen Jäger bei seinem Handwerk und es entstand eine dreiteilige Werkreihe.

Der Film und die dazugehörige Installation bewegen sich zwischen den Grenzen von Natur und Kultur. Die Künstlerin nähert sich dabei dem Begriff der Kulturlandschaft sowie deren Gestalterinnen und Gestaltern, die entscheiden, was in einer solchen Landschaft (über-)leben kann oder sterben muss, um eine geplante Ordnung zu erhalten. So gilt die Jagd, der sich die Künstlerin widmet, als eine der ersten Kulturformen, die den Menschen vom Tier und damit von der Natur unterscheidet. Im Gegensatz zum Tier spielen beim Menschen bei der Jagd Spiritualität, Habitus, die Tendenz zur Gewaltverherrlichung sowie der Wunsch, eine vermeintliche „natürliche“ Ordnung („Hege“) sicherzustellen, eine entscheidende Rolle.

Veronika Dräxler bewegt sich mit dem erfahrenen Jäger Matti Keränen auf Langlaufskiern durch die Landschaft Lapplands – die Stille der Fährtensuche, die Beschleunigung des Atems beim Anpirschen, die Konzentration während des Zielens, die Leere nach dem Schuss. Dräxlers künstlerische Darbietung beschreibt einen Akt der Aneignung. Sie sieht ihre Rolle dabei als die eines Orakels, einer Wegweiserin hin zum Wild, die gleich der Jagdgöttin Diana das Jagdglück bestimmt. Als Regisseurin entscheidet sie tatsächlich über den Erfolg oder das Scheitern der Jagd.

Veronika Dräxler, Bildschirmfoto aus „Traces of Life / How to Kill (1)“, 2022, Kamera: Juha Niemelä

Veronika Dräxler, Bildschirmfoto aus „Traces of Life / How to Kill (1)“, 2022, Kamera: Juha Niemelä

Das Filmteam verfolgte gleichzeitig zur Jagd am 29. Januar 2022 angespannt den bevorstehenden Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Der Drehort liegt in der Nähe von Posio, unweit der russischen Grenze.

Veronika Dräxler stammt aus Fürstenfeldbruck und lebt sowohl dort als auch in Berlin. Sie studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Klaus vom Bruch, Andrea Faser und Martin Fengel. 2022 schloss sie ihre Meisterausbildung bei Anna Anders an der Universität der Künste Berlin ab. Die Medien- und Performancekünstlerin setzte zwei Einzelausstellungen um. Zum einen „Beuys, Rückruf: Dringend!“ (2021) in der Galerie Weißer Elefant in Berlin und „Post-Everything Ritualism & Hypernaturality“ in der Galerie GEDOKmuc in München (2019). Ihre Arbeiten wurden in Venedig, New York und Dresden gezeigt. 2021 hat Veronika Dräxler das Stipendium Bayern Innovativ des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst erhalten.

Die Ausstellung ist vom 27. November bis um 29. Januar 2023 im Kunstverein Grafschaft Bentheim zu sehen. Die Eröffnung ist am Samstag, 26. November, um 18 Uhr. Am Sonntag, 27. November, wird es um 15 Uhr ein Künstlerinnengespräch mit Veronika Dräxler und der Kuratorin und der Künstlerischen Leiterin, Muriel Meyer, geben. Die 2-Kanal-Videoinstallation und das Environment sind jeweils zu folgenden Zeiten aktiviert: Jeden Freitag um 16 Uhr und jeden Sonntag um 15 und 16.30 Uhr sowie nach Anfrage oder Anmeldung per E-Mail. Die Ausstellung wird unterstützt durch die Stiftung Niedersachsen, das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie die Stadt- und Samtgemeinde Neuenhaus. Die Filmproduktion wurde durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst finanziert.

Informationen unter Telefon 05941 98010, über die Website www.kvgb.de oder per E-Mail unter info@kvgb.de.

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