19.08.2021, 06:00 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Guten Morgen!

Zuviel des Guten

Von Sascha Vennemann

Aus meiner persönlichen Beobachtung heraus ist schon etwas dran an dem Gerücht, dass für den durchschnittlichen Grafschafter das Essen im Restaurant immer dann besonders gut war, wenn sich der Teller bei Ankunft am Tisch als mindestens randvoll erwies. Manchmal ist „viel“ allerdings auch „zu viel“ des Guten. Bei Eis in der Waffel zum Beispiel.

Neulich, bei einem Besuch einer Niedergrafschafter Eisdiele, presste mir die Bedienung zwei – ungelogen – knapp faustgroßen Kugeln auf das fragile Waffelhörnchen. Zum Abstützen dieses Snacks, der am Ende auch als Hauptmahlzeit hätte durchgehen können, wären eigentlich noch weitere Waffeln vonnöten gewesen. So allerdings begann die schmelzende Speise bereits über meine Finger und auf die Kleidung zu tropfen, als ich noch nicht einmal das Rückgeld ausgehändigt bekommen hatte.

Die nachfolgenden fünf Minuten, in denen ich das gletscherartige Gebilde dann im Eiltempo verputzen musste, damit kein Garderobenwechsel notwendig wurde, kann ich schwerlich als Genuss bezeichnen. Wenn man in dem Tempo Eis isst, verwandeln sich die Aromen „Nuss“ oder „Schokolade“ nämlich ganz schnell einfach nur in „Kalt“. Es war mir eine Lehre: Ab jetzt Eis nur noch im Becher – und nur so viele Kugeln, dass sie nicht über den Rand ragen.

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