Wohnen und Garten
23.10.2022, 14:30 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Wie hoch ist der Verbrauch der Elektrogeräte wirklich?

Egal wie sparsam er sein mag: Ein riesiger Fernseher bedeutet am Ende immer einen höheren Stromverbrauch verglichen mit kleineren Geräten.

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Egal wie sparsam er sein mag: Ein riesiger Fernseher bedeutet am Ende immer einen höheren Stromverbrauch verglichen mit kleineren Geräten.

Von Elisabeth Winkler

Wen Klimaschutz-Appelle nicht erreicht haben, den bringt inzwischen zumindest die Angst vor der Nachzahlung zum Stromsparen. Viele haben die größten ihnen bekannten Verbraucher überprüft und wollen nun weitere Sparpotenziale ausloten: vom Computer über den Fernseher bis hin zum Smartphone.

Ein durchschnittlicher Zwei-Personen-Haushalt kommt etwa auf 3050 Kilowattstunden im Monat, erklärt die Energieberatung der Verbraucherzentralen. Auf Unterhaltungselektronik, also etwa Fernseher und Spielekonsolen, entfallen dabei 28 Prozent, also etwas mehr als ein Viertel des gesamten Stromverbrauchs. Das hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für das Jahr 2021 erhoben.

Laut dieser Studie sollen Waschen und Trocknen 14 Prozent des Stroms verbrauchen, Licht 13 Prozent und Kühl- und Gefriergeräte 11 Prozent. Mit 9 beziehungsweise 8 Prozent folgen die Anwendungsfelder Kochen und Spülen. Macht zusammen 55 Prozent.

Natürlich sind das alles nur Durchschnittswerte, die nicht jeden Haushalt exakt abbilden. Schließlich besitzt nicht jeder die gleichen Geräte und nutzt sie im gleichen Ausmaß.

In der Kategorie Unterhaltungselektronik gibt es aber auch noch einmal deutliche Unterschiede bei den Verbräuchen, weiß Joshua Jahn von der Verbraucherzentrale: „Die größten Stromfresser sind Fernseher und Spielekonsolen“. So koste der Betrieb eines durchschnittlichen Fernsehers etwa 80 Euro im Jahr. Spielekonsolen schlagen mit etwa 50 Euro jährlich zu Buche, wenn man sie täglich nutzt, so Jahn. Wie viel Strom ein Gerät verbraucht, hängt dabei neben seiner Energieeffizienzklasse, oft ganz einfach von seiner Größe ab, erklärt Jahn: „Ein sehr großer Fernseher mit der besten Energieeffizienzklasse verbraucht deutlich mehr Strom als ein kleinerer Fernseher in der schlechtesten Klasse“. Tatsächlich können ältere Fernseher und solche mit über einem Meter Bildschirmdiagonale durchschnittlich 200 Kilowattstunden im Jahr verbrauchen. Laut Umweltbundesamt ließen sich damit zwei effiziente Kühlschränke betreiben.

Dass Größe in Sachen Stromverbrauch relevant ist, zeigt sich auch bei Computern. Denn ein Desktop-PC verbraucht deutlich mehr Strom als ein Laptop, sagt Jahn. „Ein Desktop-PC mit Tower kostet etwa 35 Euro jährlich, ein Laptop gerade mal 10 Euro.“

Der Verbrauch eines Computers wird darüber hinaus auch entscheidend von seiner Ausstattung bestimmt, erklärt Sebastian Klöß vom IT-Branchenverband Bitkom: „Ein hochgezüchteter Gaming-PC mit Hochleistungsprozessor und riesengroßer Grafikkarte braucht unter Volllast einfach mehr Strom als ein Standard-PC oder ein Notebook, das aufs Stromsparen getrimmt wurde.“

Das Gerät, das sich kaum auf die Stromrechnung auswirkt, ist das Smartphone. Wer sein Telefon täglich auflädt, verbraucht etwa 7,5 Kilowattstunden im Jahr, hätte bei früheren Strompreisen also etwa 2,80 Euro jährlich für den Betrieb seines Smartphones bezahlt, so Klöß.

Einsparpotenzial gibt es an anderer Stelle definitiv. Geräte komplett auszuschalten, anstatt sie bei Nichtbenutzung im Standby-Modus zu lassen, spare in einem Drei-Personen-Haushalt durchschnittlich 100 Euro jährlich ein. Mit Steckdosenleisten, die einen Kippschalter haben, lässt sich das leicht umsetzen, sagt Joshua Jahn. Zudem lohne es sich, nachts den Router abzuschalten.