08.10.2022, 12:00 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Zum Sonntag

Was tut dir gut?

Von Andreas Robin

Vor einigen Wochen hat die Referentin auf einer Konferenz das Lied „Was tut dir gut“ von Andreas Bourani eingespielt. Mich haben manche Verse des Liedes direkt berührt, weil sie sehr persönlich formuliert sind. Ein paar Zeilen des Liedes lauten folgendermaßen: „Brauchst du einen Blick, der dir Hoffnung gibt. Der dir sagt, dass es weiter geht. Dass hinter’m Ende jemand steht. Und dich kommen sieht. Was tut dir gut, wo gehörst du hin? Brauchst du ein Zeichen, ein kleines Licht. Vielleicht einen Freund, der mit dir spricht. Brauchst du ein Wunder, das dich heilt. Oder brauchst du einfach Zeit“.

Das Lied ist im Jahr 2014 entstanden, aber ich finde den Text sehr aktuell. Gerade in diesen Zeiten gibt es so viele bedrückende Nachrichten. Und neben den großen Krisen gibt es vielleicht auch noch persönliche Probleme, die einen belasten können. Die Verse des Liedes von Andreas Bourani drücken meiner Meinung nach die Hoffnung aus, dass persönliche Probleme oder Unsicherheit wegen der unruhigen Situation in der Welt nicht alles sind. Die Worte sprechen von der Sehnsucht nach einem anderen Menschen, der da ist – gerade in schweren Zeiten. Sicher sind dann nicht alle Sorgen weg, aber nicht umsonst heißt es „geteiltes Leid ist halbes Leid“. Ich selber darf manchmal diese Erfahrung in der Klinik machen, dass ich zum Beispiel einer Patientin oder einem Patienten oder einer angehörigen Person zuhöre – und das genau tut gut: Einfach mal die Gedanken, Sorgen, das Leid oder auch die schönen Dinge jemandem erzählen. Oft freuen sich Patienten, wenn ich ihnen dann anbiete, dass ich für sie ein kleines Licht in der Kapelle entzünde – besonders, wenn sie selbst dazu nicht in der Lage sind.

Vielleicht sind es manchmal die kleinen Zeichen, die uns in der heutigen Zeit Mut und Hoffnung geben können: Der freundliche Blick an der Kasse, der Anruf bei jemandem, die ernst gemeinte Frage „Wie geht es dir?“, eine kleine Blume oder die Kerze, die als Zeichen der Hoffnung und des Glaubens entzündet wird.

Die Frage in dem Lied „Was tut dir gut?“ erinnert mich auch an die Frage, die Jesus damals den Menschen gestellt hat: „Was willst du, dass ich dir tue?“ (Lk 18, 41). Gott möchte, dass es uns gut geht; er ist ein Gott des Lebens und der Lebensfreude. In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass wir immer wieder das finden und bekommen, was uns guttut und unser Leben lebenswert macht.

Andreas Robin ist Krankenhausseelsorger in der Euregio-Klinik und Gemeindereferent in der Stadtpfarrei St. Augustinus Nordhorn

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