19.11.2022, 12:00 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Zum Sonntag

Warum nicht auch wir?

Von Johannes Telkmann

Mit dem ersten Tag der kommenden Woche, dem Sonntag, endet das Kirchenjahr in den katholischen und evangelischen Kirchen. Christkönigsfest bei den Katholiken und Totensonntag beziehungsweise Ewigkeitssonntag bei den Schwestern und Brüdern der evangelischen Kirchen wird dieser Sonntag genannt. Obwohl von den Intentionen her ganz unterschiedlich geprägt, zum einen das religiöse/kirchliche Gegengewicht zu den weltlichen Herrschern, zum anderen das Totengedenken zum Ende des Kirchenjahres, wollen doch beide Tage den Menschen Mut, Kraft, Trost und Zuversicht geben. Für das Leben im Diesseits und für die göttliche Wirklichkeit im Jenseits.

Richten wir unseren Blick auf die weltpolitische Lage, auf Krieg, Hunger und anderes Leid in der Welt, auf Energie- und Wirtschaftskrise und auf den bedrohlichen Klimawandel, dann sagt uns diese Wirklichkeit, dass wir uns gerade in dieser Zeit nach dieser entlastenden Zuwendung sehnen, ob nun konfessionell angedockt oder konfessionslos.

Doch wer schenkt uns diese Zuwendung in herausfordernden Zeiten? Reichen die äußeren Feiern von Hochfesten und Gedenktagen in der Gemeinschaft der Kirchen dafür aus?

Nein, das tun sie nicht! „Es braucht lebendige Menschen, an denen man ablesen kann, was es heißt, zu Jesus Christus zu gehören, denn nicht durch Begriffe, sondern durch Vorbild bekommt ihr Wort Nachdruck und Kraft“, wie Dietrich Bonhoeffer sagte.

Wir brauchen irgendeinen an unserer Seite, der zu uns steht. An solch eine Person erinnert die Kirche heute, am 19. November: Elisabeth von Thüringen. Sie ist eine herausragende Zeugin für Gottes gnädige und frei machende Gegenwart. Eine bemerkenswerte Frau, die im 13. Jahrhundert als Adelige gelebt hat, fest in ihrem christlichen Glauben stand und trotz höfischer Widerstände ein besonders vorbildliches Leben in der Zusammengehörigkeit von Nächsten- und Gottesliebe führte. Elisabeth von Thüringen hatte den Mut selbstlos in der Nachfolge Jesu Christi zu leben und daraus auch die unbequemen Konsequenzen zu ziehen, bis zur Aufgabe ihrer gesicherten fürstlichen Position. Ja, liebe Schwestern und Brüder, feiern wir den Gedenktag der Heiligen Elisabeth, das Christkönigsfest und den Totensonntag vergessen darüber hinaus aber nicht, dass wir selbst heute und jetzt in der konkreten Verantwortung für unsere Mitmenschen stehen. Es ist Gabe und Aufgabe Mut, Kraft, Trost und Zuversicht an Christi statt tatkräftig unter die Leute zu bringen. Elisabeth von Thüringen war keine Eintagsfliege, das haben schon viele bewiesen! Warum nicht auch wir?

Johannes Telkmann ist Diakon der Pfarreiengemeinschaft Wietmarschen-Lohne

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