22.10.2022, 12:00 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Zum Sonntag

Wahr und gewiss

Von Tobias Jung

Frühjahr 1990: Der sich über vier Jahre erstreckende Konfirmandenunterricht neigte sich seinem Ende entgegen. Wir bereiteten unseren Konfirmationsgottesdienst vor. Dazu gehörte auch, dass wir uns selber einen Bibelvers aussuchen durften, der uns in besonderer Weise mit unserem „Ja“ zu Gott und dem Glauben verbinden sollte, das unsere Eltern Jahre vorher stellvertretend für uns gesprochen hatten.

Das weite Feld des Alten und Neuen Testaments lag vor uns. Ich weiß noch, dass ich mir die Auswahl nicht leicht gemacht habe. Aus einer zunächst größeren Auswahl fielen nach und nach immer mehr Textstellen heraus. Irgendwann stand dann fest: Es sollte der vierte Vers aus dem 33. Psalm werden: Denn des Herrn Wort ist wahrhaftig; und was er zusagt, das hält er gewiss.

Warum sich das damals so entwickelt hat? Ich weiß es nicht mehr. Berührungspunkte hatte es mit diesem Abschnitt vorher nicht gegeben. Aber ich weiß, dass ich bis heute sehr zufrieden mit meiner Auswahl bin.

Die Frage nach dem, was wahr ist, beschäftigt die Gemüter in den letzten Jahren, noch mehr als sonst. Ist das wahr, was gesagt oder über Medien veröffentlicht wird? Da kann es vorkommen, dass die einen das sagen und die anderen behaupten genau das Gegenteil. Und beide Parteien berufen sich natürlich auf wissenschaftliche Erkenntnisse und bisherige Erfahrungen. Wem soll man da Glauben schenken?

Aber auch im direkten Umgang mit Menschen kann es zu Enttäuschungen kommen weil ein gegebenes Wort eben doch keinen Bestand hatte. Auf wen

soll man sich noch verlassen können?

In der Bibel eröffnet sich uns eine andere Realität, die absolut wahr ist und bleibt. Die Alternative zu dem, was uns sonst als „Wahrheit“ verkauft wird. „Denn des HERRN Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss.“ Gott steht zu seinem Wort. ER macht keine leeren Versprechungen. Er ist absolut vertrauenswürdig. Sein Wort hat nicht seine Gültigkeit verloren. Gott verändert sich nicht. ER ist nicht heute so und morgen anders. Nein, ER ist absolut zuverlässig und treu. In Maleachi sagt ER: „Ich, der HERR, wandle mich nicht“ und im Hebräerbrief heißt es: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe

auch in Ewigkeit.“ Deshalb können wir ihm und seinem Wort bedingungslos vertrauen. „Denn des HERRN Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss.“

Im letzten Jahr durfte ich dann erleben, dass sich ein Kreis schloss. Meine Nichte Leevke bat mich um Unterstützung bei der Auswahl ihres Konfirmationsspruches. Die ihr von mir unterbreitete Auswahl beinhaltete auch „meinen“ Vers, was sie allerdings nicht wusste. Ihre Entscheidung fiel auf den 33. Psalm. In diesem Moment fühlte ich mich mit dem Text und auch mit ihr noch mehr verbunden als ohnehin schon.

Tobias Jung ist Prediger im Ehrenamt bei der reformierten Kirchengemeinde in Neuenhaus

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