01.07.2022, 11:00 Uhr / Lesedauer: ca. 4min

Post vom Chefredakteur

Unser Redaktionssystem: Zentrale Plattform für alle Kanäle

author Von Steffen Burkert

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

den heutigen Newsletter schreibe ich Ihnen zufällig erneut aus Bremerhaven. Diesmal bin ich bei der Nordsee-Zeitung zu Gast. Hier treffen sich Kollegen zahlreicher Zeitungsverlage, die eines gemeinsam haben: Wir alle nutzen dasselbe Redaktionssystem. Gemeint ist damit – vereinfacht gesagt – ein ganzes Paket aus Computerprogrammen, mit denen wir in der GN-Redaktion tagtäglich arbeiten und die in den vergangenen Jahren für uns immer bedeutsamer geworden sind.

Für solche Systeme gibt es mehrere Anbieter. Wir haben uns vor acht Jahren für das Programm „Dialog“ von der Firma Funkinform entschieden – einem Familienunternehmen mit Sitz in Ettlingen bei Karlsruhe, das bereits jahrzehntelange Erfahrung in der Informations- und Datentechnik hat und sich für uns zu einem wichtigen Technologiepartner entwickelt hat.

Eine Plattform für alles

Das Redaktionssystem ist für uns Redakteure die zentrale Plattform, auf der wir nahezu alles erledigen: Artikel schreiben, Bildergalerien hochladen, Videos veröffentlichen, Umfragen erstellen, Leserkommentare freigeben, Zeitungsseiten gestalten – aber zum Beispiel auch die Honorare für unsere freien Mitarbeiter verwalten, unsere Veranstaltungsdatenbank mit tausenden Terminen pflegen oder redaktionelle Newsletter wie diesen hier schreiben und versenden.

Solch ein Redaktionssystem ist nie fertig. Die Anforderungen wachsen ständig, vor allem natürlich wegen der fortschreitenden Digitalisierung. Wenn wir GN-Redakteure einen Artikel schreiben, dann besteht der längst aus vielen Versionen für sehr unterschiedliche Medien. „Multi-Channel-Systeme“ werden solche Programme daher genannt, weil wir auf einer Plattform die Inhalte für viele Kanäle bereitstellen können. Zuallererst fürs Internet, also vor allem für GN-Online und unsere Nachrichten-App. Aber natürlich auch für die gedruckte Tageszeitung und für unser E-Paper, für unsere Sonntagszeitung, für Magazine und Beilagen wie zum Beispiel den „Anstoß“, den unsere Sportredaktion zurzeit wieder vorbereitet. Und dann für unsere Social-Media-Kanäle wie Facebook und Twitter. Außerdem für unsere Mediaboxen (das sind die Bildschirme mit Kurznachrichten, die Sie in vielen Wartezimmern, Schaufenstern und Verkaufsräumen überall in der Grafschaft finden) oder zum Beispiel für den digitalen Sprachdienst Alexa, der Ihnen Lokalnachrichten auf Kommando vorliest („Alexa, öffne Grafschafter Nachrichten!“).

Seit 2015 arbeiten die GN mit der Firma Funkinform zusammen - und sind deshalb auch häufiger am Firmensitz in Ettlingen zu Gast. Foto: Burkert

Seit 2015 arbeiten die GN mit der Firma Funkinform zusammen - und sind deshalb auch häufiger am Firmensitz in Ettlingen zu Gast. Foto: Burkert

Anwender und Entwickler arbeiten eng zusammen

Um all das (und vieles mehr) aus einem einzigen System heraus bereitstellen zu können, müssen sich die „Dialog“-Programme ständig weiterentwickeln. Deshalb treffen wir Anwender, also Vertreter der Zeitungsverlage, uns regelmäßig mit den Entwicklern der Firma Funkinform – manchmal bei einem der Kunden, wie in dieser Woche eben in Bremerhaven, häufig aber auch direkt im Unternehmenssitz in Ettlingen. Die Strategen des Software-Anbieters berichten uns bei diesen Treffen, welche Weiterentwicklungen sie planen, welche Neuerungen bei den nächsten Updates zu erwarten sind. Und wir Anwender präsentieren, wie wir die Software nutzen, vor welchen Herausforderungen wir stehen und welche Lösungen wir uns in den nächsten Programmversionen wünschen.

Ich selbst habe am Mittwoch zum Beispiel einen Vortrag darüber gehalten, wie wir bei den GN in den vergangenen Monaten neue Newsletter wie die „Post vom Chefredakteur“ aufgebaut haben, aber auch „Guten MorGN!“, „Zum Sonntag“ und „Junge Familie“. Die Technik dahinter haben wir nämlich im Rahmen eines recht aufwändigen Projekts gemeinsam mit der Firma Funkinform selbst entwickelt – und nun wollen andere Verlage sie ebenfalls nutzen.

Als Chefredakteur Digital bin ich in der GN-Redaktion dafür zuständig, solche Entwicklungen voranzutreiben und gemeinsam mit unserer eigenen IT-Abteilung sowie eben mit Partnern wie Funkinform umzusetzen. An dieser Schnittstelle zwischen Redaktion, Technik und Markt (also Ihnen, unseren Leserinnen und Lesern) kommt nie Langeweile auf, das kann ich Ihnen versichern. Dafür bietet die rasante Digitalisierung viel zu viele tolle Möglichkeiten, die wir nutzen wollen (und müssen).

Meine ersten GN-Artikel entstanden auf solch einem Commodore 64. Foto: dpa

© picture alliance / Koch Media/dpa-tmn

Meine ersten GN-Artikel entstanden auf solch einem Commodore 64. Foto: dpa

Früher war nicht alles besser

Manchmal wundere ich mich selbst, wie schnell die Entwicklung voranschreitet. Dann denke ich zurück an meine Anfänge als Journalist. Als Schüler in meiner Heimatstadt Bentheim habe ich meine ersten GN-Artikel auf einem Commodore 64 geschrieben – einem Gerät, das rückblickend einer Schreibmaschine ähnlicher war als einem Computer. Den fertigen Text habe ich auf Endlospapier und einem schrecklich kreischenden Neun-Nadel-Drucker ausgedruckt. Diesen Ausdruck wiederum musste ich morgens noch vor der Schule in der Bentheimer GN-Geschäftsstelle abgeben. Häufig hatte ich dann auch einen Schwarzweißfilm mit meinen Fotos dabei.

Wenn ich mich richtig erinnere, wurde das Material in einer Holzkiste verstaut und dem Fahrer eines Linienbusses übergeben, der es auf seiner nächsten Tour mit nach Nordhorn nahm. Dort wiederum holte es ein GN-Mitarbeiter vom Bahnhof ab, um die Filme in der Dunkelkammer des Verlags entwickeln und die ausgedruckten Texte abtippen zu lassen. Was daraus wurde, sah ich schließlich einige Tage später in der Zeitung.

Heute kann das stattdessen so ablaufen: Ich diktiere meinen Text in unsere Reporter-App und lade ihn zusammen mit Fotos vom Smartphone ins Redaktionssystem. Sekunden später finden Sie, liebe Leserinnen und Leser, den Artikel auf GN-Online. Fertig!

___

PS: Das Unwetter gestern Abend hat in Teilen der Grafschaft einige Schäden verursacht. Eine erste Zusammenfassung aus der Nacht finden Sie hier in Text, Fotos und einem Video. Zurzeit sind unsere Reporter erneut unterwegs und verschaffen sich einen aktuellen Überblick. Im Laufe des Tages werden Sie also einen weiteren Artikel auf GN-Online (und morgen in der Zeitung) finden.

Gestern haben auf unserer Facebook-Seite einige Leser kritisiert, dass sie zu spät gewarnt worden seien. Vor welchen Herausforderungen eine Lokalredaktion bei Unwettern steht, warum uns manchmal von den einen vorgeworfen wird, dass wir zu spät über Warnungen berichten, und zugleich von anderen, dass wir völlig unnötig Panik verbreiteten – dazu hatte ich bereits vor einigen Monaten Stellung genommen. Den Newsletter können Sie hier nachlesen.

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