Ratgeber
28.10.2022, 18:00 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Soll man funktionierende Haushaltsgeräte ersetzen?

Ob man einen kaputten Kühlschrank ersetzen sollte oder besser reparieren lässt, hängt auch davon ab, wie lange das Gerät bereits genutzt wurde. Fotos: dpa

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Ob man einen kaputten Kühlschrank ersetzen sollte oder besser reparieren lässt, hängt auch davon ab, wie lange das Gerät bereits genutzt wurde. Fotos: dpa

Von Simone Andrea Mayer

Viele alte Haushaltsgeräte gelten als Stromfresser. Um zu sparen, heißt es daher oft: Moderne Geräte anschaffen. Die sind ja energieeffizienter.

Aber: Wie sinnvoll ist der Neukauf etwa eines Kühlschranks wirklich, wenn man einen Blick aufs Stromsparen, auf den Geldbeutel und auf die Umwelt wirft? Fürs Stromsparen: Das lohnt sich!

Der Stromverbrauch von Kühlschränken sei seit Anfang der 1990er Jahre kontinuierlich gesunken, sagt Gerhild Loer von der Verbraucherzentrale NRW. Verbrauchte ein vor rund 30 Jahren üblicher Kühlschrank mit Gefrierfach demnach zum Beispiel 410 Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr, liegt der durchschnittliche Verbrauch eines aktuellen Neugerätes bei jährlich 170 kWh. Das sind rund 60 Prozent weniger. Zudem nimmt laut Loer der Stromverbrauch signifikant zu, je älter die Geräte werden. Von rund einem Prozent altersbedingtem Mehrverbrauch pro Lebensjahr sollte man bei seinem Gerät ausgehen. Wer es genauer wissen will: Bei vielen kommunalen Stellen, bei Verbraucherzentralen und auch bei Energieversorgern lassen sich Strommessgeräte ausleihen.

Jetzt gilt es gegenzurechnen, wie schnell sich die Anschaffungskosten eines energieeffizienten Gerätes durch die eingesparten Stromkosten reinholen lassen. Dafür geben die Hersteller auf dem Energieeffizienz-Label der neuen Geräte an, wie viele Kilowattstunden das Modell im Optimalfall durchschnittlich im Jahr verbraucht. Die daraus resultierenden Stromkosten lassen sich in Bezug zum Kaufpreis und zu den Stromkosten für das Altgerät setzen. Der Kühlschrank-Rechner der Verbraucherzentralen hilft dabei.

Im Handel gibt es fast nur noch stromsparende Kühlschränke. Sie tragen mehrheitlich die neuen Energieeffizienzklassen. Foto: dpa

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Im Handel gibt es fast nur noch stromsparende Kühlschränke. Sie tragen mehrheitlich die neuen Energieeffizienzklassen. Foto: dpa

Um beim Beispiel Kühlschrank zu bleiben: Nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW lohnt sich der Austausch eines Standgeräts mit Gefrierfach erst nach rund 15 Jahren, bei den teureren Einbaugeräten sogar erst ab 20 Jahren.

Ähnlich sieht dies Ina Rüdenauer, die am Öko-Institut zu nachhaltigen Produkten forscht. Der Austausch sei nur bei Geräten sinnvoll, die vor dem Jahr 2000 erworben wurden – oder zum Kauf-Zeitpunkt die Energieeffizienzklasse B oder schlechter hatten. Bei solchen Kühlschränken rät die Expertin dann auch aus ökologischer Sicht zum Austausch gegen ein modernes Gerät der besten Energieeffizienzklassen. Also der meist teureren Modelle.

Und was ist, wenn ein Gerät defekt ist – lässt man es besser reparieren oder holt man gleich ein neues? Bei hochwertigen Geräten ist laut Öko-Institut die Reparatur häufig sinnvoller als der Neukauf. Anders sieht das bei billigen Modellen aus, deren Reparaturkosten im Verhältnis zum Kaufpreis vergleichbarer Neuprodukte oft hoch sind.

Die Wirtschaftlichkeit von Reparaturen hängt auch davon ab, wie lange das Gerät bereits genutzt wurde. Tritt ein Defekt bei einem hochwertigen Gerät bereits nach wenigen Jahren auf, sei es in der Regel sinnvoller, das Gerät reparieren zu lassen und weiter zu nutzen, so Nachhaltigkeitsexpertin Ina Rüdenauer.

Wenn das Gerät seine erwartbare Lebensdauer nahezu erreicht hat, kann es besser sein, das defekte Gerät durch ein energieeffizientes Gerät zu ersetzen. Deshalb lautet hier der Rat: Erst mal einen Kostenvoranschlag einholen.

Neue Kühlschränke sind meist energieeffizienter als ältere Modelle. Finanziell lohnt sich die Neuanschaffung aber meist erst nach mehreren Jahren.

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Neue Kühlschränke sind meist energieeffizienter als ältere Modelle. Finanziell lohnt sich die Neuanschaffung aber meist erst nach mehreren Jahren.

Laut dem Öko-Institut lohnt es sich aus Umweltsicht fast immer, ein noch funktionierendes Gerät so lange wie möglich zu nutzen. Und ein defektes Gerät reparieren zu lassen. Denn die Herstellung neuer Produkte ist aufwendig, verbraucht Energie und andere Ressourcen.

Vor allem gilt das bei einem ohnehin energieeffizienten Gerät, das man erst kürzlich oder vor wenigen Jahren gekauft hat.

Das Gerät ist defekt und die Reparatur lohnt sich nicht? Dann müssen Verbraucher übrigens nicht unbedingt einen Neukauf in Erwägung ziehen. Es gibt Unternehmen, die gebrauchte Ware generalüberholen und inklusive Garantie wieder verkaufen. So besteht die Chance, einem noch gut nutzbaren Gerät vielleicht ein viel längeres Leben zu bieten und nachhaltig zu handeln.