Wohnen und Garten
21.10.2022, 09:30 Uhr / Lesedauer: ca. 4min

Nicht kalt vom Wintereinbruch erwischen lassen

Um Rohrbrüchen vorzubeugen, müssen zum Ende des Herbstes alle Wasserleitungen im Außenbereich abgestellt und entleert werden. Foto: dpa

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Um Rohrbrüchen vorzubeugen, müssen zum Ende des Herbstes alle Wasserleitungen im Außenbereich abgestellt und entleert werden. Foto: dpa

Von Sabine Meuter

Draußen ist es kalt, das ist okay - aber drinnen bitte möglichst nicht. Damit es zu Hause bei Minusgraden gemütlich ist, stehen jetzt einige Vorbereitungen an. Im Mittelpunkt steht natürlich: die Heizungsanlage.

Eigenheimbesitzerbesitzer sollten diese rechtzeitig mindestens einmal im Jahr von einem Fachbetrieb warten und optimal einstellen lassen. Das hat zwei Vorteile: Erstens ist sie dann weniger anfällig für Störungen und zweitens sinkt der Energieverbrauch. Und was ist noch wichtig für ein winterfestes Haus?

Dachrinnen und Fallrohre reinigen

Im Herbst sammelt sich viel Laub in den Dachrinnen und Fallrohren. „Ob das der Fall ist, lässt sich oftmals bei einem Blick aus dem Dachfenster überprüfen“, sagt Klaus-Peter Frenzel vom Regionalbüro Jena-Saaleland des Verbands Privater Bauherren (VPB). Laub in den Dachrinnen und Fallrohren sollte man entfernen. Sonst besteht die Gefahr, dass Regenwasser überläuft und den Außenputz durchnässt.

Auch Feuchtigkeitsschäden an Dämmung und Holz sind nicht ausgeschlossen. Das Reinigen klappt mühelos und ohne eine Leiter mit einer Teleskopstange. Wem das zu aufwendig ist, der kann auch eine Reinigungsfirma mit den Arbeiten beauftragen.

Dach auf Schäden überprüfen

Hinweise, dass das Dach womöglich nicht in Ordnung ist, sind Wasserflecken in den Dachschrägen oder Decken unterhalb des Daches. In vielen Fällen kann der Eigenheimbesitzer oder die Eigenheimbesitzerin das Dach selbst in Augenschein nehmen. „Wenn von der Straße ein prüfender Blick nicht möglich ist, dann eventuell aus einem Dachfenster oder Gaubenfenster heraus“, sagt Bernd Redecker vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks.

Für das Ziegeldach gilt: Sieht das Dach von der Oberfläche her gleichmäßig aus, fehlen erkennbar keine Ziegel und es sind keine Risse und Abplatzungen an den Ziegeln erkennbar, sind das schon gute Vorzeichen. Ist man sich als Laie nicht bei jeder Ziegel sicher, kann man einen Dachdeckermeister zurate ziehen, der versteckte Gefahren für die Dichtigkeit erkennen kann.

Vom Berufsverband gibt es für Innungsbetriebe Checklisten, die diese bei einem Termin mit dem Kunden durchgehen. Das ist zwar nicht kostenfrei, aber allemal günstiger als ein „Dachschaden“ mit den dann zu erwartenden Spätfolgen.

Fassadeinspizieren

Eigenheimbesitzer sollten die Fassade ihres Hauses in Augenschein nehmen und sie auf kaputte Stellen sowie Risse und Abplatzungen prüfen. Werden welche entdeckt , ist schnelles Handeln angesagt - sonst droht Feuchtigkeit ins Gemäuer einzudringen. „Besonders relevant sind Fassadenrisse an der Wetterseite ab einer Tiefe mit 0,3 Millimeter“, sagt Frenzel.

Kleinere Schäden lassen sich mühelos mit neuem Putz und oder Anstrich beseitigen. Das Material gibt es in Baumärkten zu kaufen. Stehen größere Instandsetzungen an, müssen zwingend Fachleute ran - zum Beispiel Maurer oder Putzer.

Fenster checken und abdichten

Sind die Fenster noch dicht? Das lässt sich mit einem Trick herausfinden. Man öffnet das Fenster und legt ein Blatt Papier auf den Rahmen. Jetzt wird das Fenster geschlossen. Nun wird versucht, das Papier bei geschlossenem Fenster herauszuziehen. Das funktioniert? Dann gilt: Dichtungen erneuern. Dazu wird ein Stück von dem alten Dichtungsband entfernt und als Muster in den Baumarkt mitgenommen. Dort gibt es dann entsprechendes neues Dichtungsband. Anschließend heißt es: Altes Dichtungsband sorgfältig entfernen und die Flächen, auf die die neue Dichtung kommt, sorgfältig reinigen. Dann das auf die entsprechende Längen zugeschnittene Dichtungsband einkleben - und fertig.

Wasserleitungenchecken

„Vor allem im Keller sollte man Wasserleitungen checken, schließlich ist er zumeist unbeheizt“, sagt Klaus-Peter Frenzel. Gibt es Rohre, die zu Zapfstellen im Außenbereich führen? Sie sind vollständig zu entleeren und auszublasen. Sonst besteht die Gefahr, dass bei Minustemperaturen das Restwasser gefriert und die Leitungen zum Platzen bringen.

Das gleiche Risiko besteht bei Innenräumen, die nicht genug beheizt werden. Stehen in solchen Zimmern die Fenster dauerhaft auf kipp, ist nicht auszuschließen, dass Rohre ebenfalls einfrieren und zerplatzen. Schäden etwa an Wänden und Fußböden können dadurch entstehen. Deshalb auch in nicht genutzten Räumen die Heizung bei Minustemperaturen niemals ganz auf Null stellen und regelmäßig stoßlüften.

Wasserleitungen im Garten entleeren

Auch Wasserleitungen im Garten sind unbedingt zu entleeren, sonst drohen sie bei Kälte zu platzen. „Die Garten-Wasserleitungen sollte man zudem mit Dämmmaterial frostsicher einpacken“, erklärt Klaus-Peter Frenzel. Das kann etwa Materialwolle sein oder PUR-Schaum-Hülsen, die problemlos auch für Laien um die Rohre gewickelt werden.