18.05.2022, 09:00 Uhr

Junge Familie

Mit dem Kopf durch die Wand

Liebe Eltern,

wie oft habt ihr schon diese Woche tief durchgeatmet, Geduld gesammelt und seid dem kategorischen „Nein“ eures Nachwuchses entgegengetreten? Es gibt wohl kein anderes Wort, was ich von meiner vierjährigen Tochter so oft höre, wie „NEIN“. Mit mindestens drei Ausrufezeichen. Jedenfalls gefühlt.

Ich gebe zu, an manchen Tagen türmen sich alle „NEINS!!!“ zu einem Haufen auf und ich habe das Gefühl, es geht kaum was ohne Konfrontation. Da fällt es mir schon schwer - wie oben beschrieben - tief durchzuatmen und meine Geduld zusammenzukratzen.

Was mir dann hilft, ist der Gedanke, dass es wirklich allen Eltern so geht. Diese Trotzphasen sind normal, auch wenn ich gut und gerne darauf verzichten möchte. Nicht umsonst gibt es auch in der Grafschaft so einige Angebote, die sich rund um das Thema Erziehung und ein möglichst harmonisches und stressfreies Familienleben drehen. Zum Beispiel bietet die Familienbildungsstätte die Veranstaltung „Der Machtkampf - was steckt dahinter?“ an. Auch Elterncafés sind eine Möglichkeit zum Austausch, damit man sich nicht mehr so allein fühlt mit seinem Trotzköpfchen zu Hause. Sogar ganze Kinderbücher gibt es dazu - wie ihr im Buchtipp in diesem Newsletter lesen könnt.

Übrigens bin ich mir manchmal sicher, dass meine Kinder ähnlich verzweifelt mit mir sind - wenn ich so gar nicht von meiner Meinung abrücken will. Darüber, wie sie mit ihrer Wut umgehen (und sie überhaupt als solche erkennen) können, gibt es bald in Neuenhaus sogar ein ganzes Konzert: Klaus Foitzik bietet am 10. Juni mit seinem Konzert „Wut muss raus – aber wie?“ eine unterhaltsame musikalische Ausbildung zum Wut-Experten für Kinder ab vier Jahren. Vielleicht kann ich dabei ja dann auch noch etwas lernen.

„Das Neinhorn“ von Marc-Uwe Kling

Von Carolin Ernst

Was ist ein schnuckeliges Einhorn, das zu allem „Nein“ sagt? Ein Neinhorn, ganz klar. In dem gleichnamigen Buch von Marc-Uwe Kling ist das kleine Neinhorn das einzige im wunderschönen Herzwald, das so gar keine Lust auf nichts hat. Alle anderen Einhörner sind gli-gla-glücklich und sprechen nur in Reimen. Für das kleine Neinhorn ist das nichts und schließlich zieht es allein los. Auf seinem Weg durch „Das Land der Träume“ findet es Freunde wie den „Was-Bären“ und die „KönigsDochter“ - und die sind ziemlich witzig.

Der Neinhorn gefällt nicht nur den kleinen, sondern auch den großen Lesern. Foto: Ernst

Der Neinhorn gefällt nicht nur den kleinen, sondern auch den großen Lesern. Foto: Ernst

Meine Töchter können das Buch fast ganz auswendig, so oft haben wir es gelesen. Da so manches „Nein“, „Doch“ und „Was“ in Sprechblasen gezeichnet ist, können wir auch abwechselnd „lesen“. Das „Neinhorn“ ist mit viel Liebe gezeichnet, bietet jede Menge Witz auch für die erwachsenen Vorleser. Und so manches Kind erkennt wohl sich selbst als kleines „Neinhorn“.

Empfohlen ab 3 Jahren, erschienen im Carlsen Verlag, ISBN 978-3-551-51841-5

Gefahr von Waldbränden steigt

Von Sebastian Hamel

Bei uns in der Grafschaft Bentheim freuen sich die Menschen zurzeit über sommerliches Wetter mit blauem Himmel, Sonnenschein und warmen Temperaturen. In den vergangenen Wochen hat es kaum geregnet. Doch mit der Trockenheit steigt auch die Gefahr von Waldbränden: Die Feuerwehren in der Region mussten bereits zu ersten Einsätzen ausrücken. Fachleute rufen die Bevölkerung deshalb dazu auf, sich achtsam zu verhalten – denn Feuer entsteht häufig durch menschliche Fehler.

Bei der Beurteilung der Waldbrandgefahr sind zwei wesentliche Punkte entscheidend: einerseits das Wetter, andererseits der Zustand von Büschen und Bäumen. Die Gefahrenlage wird dabei in fünf Stufen unterteilt: von 1 für „sehr geringe Gefahr“ bis 5 für „sehr hohe Gefahr“.

In der Grafschaft liegt die Waldbrandgefahr momentan bei Stufe 3, also noch im mittleren Bereich. Wenn es jedoch weiterhin so warm bleibt und so gut wie kein Regen fällt, wird die Waldbrandgefahr weiter steigen, warnen Experten. Im östlichen Teil Niedersachsens wurde Stufe 5 bereits erreicht.

Was sollten die Menschen nun genau beachten? Grundsätzlich ist es wichtig, in der Nähe von Wäldern kein Feuer zu entfachen und Rauchverbote einzuhalten. Wer grillen möchte, darf dafür nur die ausdrücklich freigegebenen Grillplätze nutzen. Autos sollten nicht über trockenem Gras geparkt werden, weil es sich an der heißen Unterseite der Fahrzeuge entzünden kann. Wer einen Waldbrand entdeckt, sollte diesen sofort über die Notrufnummer 112 melden. Zudem müssen Waldwege stets freigehalten werden, damit die Feuerwehr problemlos anrücken kann.

Neue Feuerwehrwache Nordhorn-Süd stellt sich vor

Das neue Feuerwehrhaus der Ortsfeuerwehr Nordhorn - Wache Süd soll am Sonntag, 22. Mai, der Bevölkerung mit einem Tag der offenen Tür vorgestellt werden. Im Zeitraum zwischen 11 Uhr und 18 Uhr werden Aktionen geboten. „Sämtliche Fahrzeuge der jüngsten Feuerwehr des Landkreises werden den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt. Einige der Fahrzeuge werden in Aktion zu sehen sein. Unterstützt wird die Feuerwehr hierbei vom DRK-Rettungsdienst“, heißt es in einer Ankündigung.

Den Kindern und Jugendlichen stellt sich die Jugendfeuerwehr der Ortsfeuerwehr Nordhorn – Wache Süd vor. Diese soll am Freitag neu gegründet werden. Eine Hüpfburg, Kinderschminken, Kettcar-Rallye runden das Angebot für die Jüngsten ab.

Die Denekamper Straße in Nordhorn wird ab 10 Uhr zwischen der Nürnberger Straße und dem Kreisverkehr Denekamper Straße / Euregiostraße / Enschedestraße für den Kraftfahrzeugverkehr voll gesperrt. Für Besuche des Tags der offenen Tür bieten sich die Parkplätze des XXXLutz/Media Markt (Denekamper Straße 185) und Lidl (Borkener Hof 6) an. Weitere Parkplätze befinden sich im Gewerbegebiet „GIP Ost“ (u.a. Oldenzaalstraße, Enschedestraße). Besuchern empfiehlt die Feuerwehr die Anreise mit dem Fahrrad. Ein Fahrradparkplatz wird im Bereich des Südfriedhofs eingerichtet. Die Straßensperrung soll gegen 18 Uhr aufgehoben werden.

Weitere Veranstaltungen für die ganze Familie findet ihr hier im GN-Kalender.

Unterwegs mit dem Vechtekind: Mit den Rangern durch den Hain

Von Anja Glöckner

Vor ein paar Wochen haben meine Familie und ich an einer Führung der Naturranger im Wacholderhain beim Kloster Bardel teilgenommen. Los ging es an der Klosterkirche des Missionsgymnasiums Bardel. Im Wald hat uns die Naturrangerin Marie Reckmann dann viel Interessantes über das Gebiet, in dem echter Grafschafter Wacholder beheimatet ist, erklärt. Dabei hat sie auch die Schwierigkeit der Erhaltung dieser Grafschafter Sorte erklärt. Ohne die Führung wären wir vermutlich an vielen Büschen, Sträuchern und Gräsern achtlos vorbeigelaufen. Mit der Hilfe von Marie Reckmann konnten wir am Ende die weiblichen von den männlichen Wacholdersträuchern unterscheiden und ein wenig bei der Bestäubung helfen. Dabei hatten unsere Kinder großen Spaß. Auch das Probieren der Wacholderbeeren war erlaubt. Die Beeren waren jedoch nicht jedermanns Geschmack. Für die Kinder wurden dann auch noch kleine Lupen verteilt, mit denen sie kleine Insekten beobachten konnten.

Wer aufmerksam durch den Walcholderhain läuft, kann viel entdecken. Foto: Glöckner

Im Wacholderhain gibt es viel zu entdecken. Foto: Glöckner

In direkter Nachbarschaft zum Missionsgymnasium befindet sich auch die niederländische Grenze. So konnten wir fußläufig das Naturschutzgebiet „Oelemars“ erreichen. Hier befindet sich eine sehr große Vogelbeobachtungshütte „Vogelkijkhut Oelemars“ von der aus man viele der dort heimischen Vögel sehen kann. Auch hierfür hatte die Naturrangerin vorgesorgt und konnte den Besuchern mit Ferngläsern eine noch bessere Sicht ermöglichen. Das war für uns ein absolutes Highlight des Ausfluges. Danach ging es noch weiter in den Klostergarten. Der ganze Spaziergang, der auch für Kinder gut zu schaffen war, dauerte etwa zwei Stunden. Die Führungen mit den Rangern sind kostenfrei und finden dieses Jahr immer am letzten Sonntag eines Monats (außer am 24. Juli) um 14.30 Uhr im Wacholderhain Bardel statt. Treffpunkt ist immer vor der Klosterkirche. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Weitere Infos zu den Tagen und Zeiten kann man der Website des Tierparks Nordhorn entnehmen. Weitere Führungen mit den Naturrangern finden außerdem im Hutewald Bad Bentheim und in Tillenberge in Nordhorn statt. Diese beiden Führungen werden wir in den kommenden Wochen auch noch einmal mitmachen.