28.05.2022, 12:00 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Zum Sonntag

Leben teilen

Von Ann-Kathrin Hoffmann

So lautet das Leitwort zum 102. Deutschen Katholikentag, der in diesen Tagen in Stuttgart stattfindet. Christinnen und Christen aller Konfessionen aus ganz Deutschland kommen zusammen, um eine hoffentlich gute Zeit zu verbringen. Aus unserer Region sind unter der Leitung des kath. Jugendbüros konfessionsübergreifend zwei junge Gruppen in Stuttgart dabei. Am Mittwoch um 6 Uhr startete die Reise mit dem Bus, am Sonntagmittag geht es zurück. 16 Teilnehmende im Alter von 15 bis 28 Jahren werden das bunte Programm des Katholikentages auskosten können. Konzerte, Podiumsdiskussionen, Jugendmeile, Kirchentagsmeile, Aktionsstände, Gebetszeiten und Zeiten mit der Gruppe stehen unter anderem auf dem Plan. Die zweite Gruppe mit 24 jungen Erwachsenen hat sich als Helfendengruppe für den Katholikentag angemeldet. Gemeinsam mit einer Gruppe aus Ostfriesland werden sie im Stuttgarter „Haus der Wirtschaft“ verschiedene Veranstaltungen begleiten, Einlässe regeln, Räume herrichten und Gästen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Ich finde es bemerkenswert, dass sich so viele Jugendliche und junge Erwachsene auf die Fahrt zum Katholikentag einlassen. Einige sind schon bei vergangenen Kirchentagen dabei gewesen, andere fahren zum ersten Mal mit. Die Motivation ist groß. Endlich wieder was erleben! Endlich wieder rauskommen! Endlich wieder mit vielen Menschen unterwegs sein! Endlich wieder „Leben teilen“?

Aber wie geht das: Leben teilen? Nach über zwei Jahren Pandemie habe ich den Eindruck, dass wir das in vielen Bereichen wieder neu lernen müssen. Leben teilen, das heißt für mich, dass ich mich solidarisch zeige und für andere einstehe. Mich freundlich gegenüber Fremden und Freunden zeige, andere nicht verurteile und Räume zugestehe. Für mich bedeutet Leben teilen, dass ich mir Zeit nehme für Menschen, denen es guttut, wenn jemand da ist.

Dankbar bin ich für die Erkenntnis, dass es einen gibt, der unwiderruflich ja sagt zu mir und zu meinem Leben, auf den ich hoffen und dem ich mich anvertrauen kann, der mir helfen will, dass mein Leben gelingt: Gott. Gott ist Beziehung, das erfahren wir im Schöpfungsbericht. Keine Existenz ohne Beziehung. Wir Menschen sind keine Einzelkämpfer, wir brauchen andere um uns herum, die es gut mit uns meinen, an denen wir wachsen und reifen können – dann kann Leben gelingen. Das kann in großen und kleinen Gesten passieren. Nehmen wir uns ein Beispiel am Schutzpatron der Diözese Rottenburg-Stuttgart, dem Heiligen Martin, an dessen Mantelteilung sich das Motto des Kirchentages anlehnt.

Ann-Kathrin Hoffmann, Gemeindereferentin in der Pfarreiengemeinschaft Wietmarschen/ Lohne

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