07.05.2022, 12:00 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Zum Sonntag

Jesus – der gute Hirte

Von Barbara Beine

Es gibt Dinge in meinem Leben, die einfach verschwinden. Dinge, die mir als Kind vertraut waren und heute nicht mehr da sind. Geht es Ihnen eventuell auch so?

Ich denke da an den Beruf des Hirten. In unserer heutigen Zeit gibt es nur noch wenige Hirten, die mit ihrer Schafherde über das Land ziehen. Ein mir vertrautes Bild verschwindet. Haben Sie Kenntnis über die Aufgaben eines Hirten oder Erfahrung mit einer Schafherde? In den Gottesdiensten der katholischen Kirchen hören wir an diesem Sonntag vom guten Hirten. Jesus bezeichnet sich selber als der gute Hirte, der Verantwortung übernimmt für jedes seiner Tiere.

Kennen Sie das Gefühl, für andere verantwortlich zu sein, wie ein Hirte? Kennen Sie das Gefühl, so verloren zu sein, wie ein Schaf, das von der Herde entfernt ist? Wann hatten Sie dieses Gefühl? Vielleicht als es einen Streit in der Familie gab und Sie sich ausgeschlossen fühlten?

Ich denke jetzt an die vielen Menschen, die aus dem Kriegsgebiet der Ukraine fliehen mussten. Sie mussten alles Vertraute aufgeben, um in einer völlig fremden Umgebung anzukommen. Ich kann mir nicht mal annähernd vorstellen, wie schwer das ist in der Fremde, Orientierung und Anschluss zu finden. Und diese Angst um Angehörige, die noch in dem umkämpften Gebiet leben müssen.

Und es gibt Menschen, die zurückkehren in ihre zerstörte Stadt, wohlwissend dass diese in Schutt und Asche liegt. Sie suchen das Vertraute, das ihnen Halt und Orientierung gibt. Sie suchen ihre Angehörigen. Sie möchten mit ihnen zusammen sein. Dieser Wunsch, ihre Liebe zu den Menschen, steht über der Angst, das eigene Leben zu verlieren.

Jesus sagt in der Bibel, dass er selbst der gute Hirte ist, dem wir alle wichtig und kostbar sind. Keine und keiner soll verloren bleiben. Ich habe schon Menschen erlebt, denen der Glaube daran ganz viel Kraft gegeben hat, selbst in den Momenten, in denen sie beinahe verzweifelt wären. Vielleicht ist es in dieser Zeit besonders wichtig, darauf zu vertrauen, dass Gott uns auch in den dunkelsten Stunden nicht allein lässt, sondern sich uns zuwendet. Denn Jesus kennt seine Leute, ihre Nöte und Sorgen. Er nimmt sich ihrer an und sorgt für sie. Er wird sie beschützen und ans Ziel bringen.

Gut, dass es ihn gibt, den guten Hirten. Sonst müsste ich ihn für mich erfinden, diesen verlässlichen Freund und Begleiter an meiner Seite, der meine Sorgen und Ängste versteht, mir Mut macht und mich am mein Ziel bringt.

Darauf vertraue und hoffe ich.

Barbara Beine ist Gemeindereferentin der Pfarreiengemeinschaft Obergrafschaft

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