21.08.2021, 06:00 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Guten Morgen!

Harzer Höhen und Tiefen

Der Berg rief – und ich bin hingefahren. Nicht zum Matterhorn, wie Sie vielleicht denken, sondern zum Wurmberg. Zu Füßen der mit 971 Metern höchsten Erhebung Niedersachsens habe ich eine Woche Urlaub gemacht. Und was soll ich sagen – mir und meinen beiden mitgereisten jüngsten Söhnen hat es gefallen. Erwartet hatte ich es nicht, zumal das Wetter durchwachsen war und ein deutsches Mittelgebirge bei jungen Leuten nicht gerade angesagt ist.

Aber wir haben den passenden Harz-Mix für uns gefunden. Höhepunkt war eine ganztägige Mountainbiketour, die uns natürlich zum nicht weit entfernten Brocken, dem höchsten Harz-Berg (er liegt in Sachsen-Anhalt), führte. Die 450 Meter lange Fußgängerhängebrücke über der Rappbodetalsperre im Südharz war ebenfalls ein Erlebnis. Schwimmbad, Fitnessraum und Sauna im Hotel rundeten die Urlaubstage für uns perfekt ab.

Ich kannte den Harz von mehreren Aufenthalten in den 1980er Jahren, vor dem Mauerfall. Einige Male bin ich dort auf Langlaufskiern unterwegs gewesen, am Torfhaus gestartet und im Molkenhaus unweit von Bad Harzburg gern eingekehrt. Die Borkenkäferfallen standen auch damals schon überall und die Insekten hatten hier und da einen Hang kahl gefressen. Aber was die Käfer infolge des Klimawandels seitdem angerichtet haben, hat mich erschreckt: Totholz fast überall, in der Höhe praktisch flächendeckend. Der romantische dunkle Tann ist vielerorts verschwunden. Ein Imbissbetreiber am Wurmberg erzählte mir, dass ihn im Wald Borkenkäfer angeflogen seien, weil er grüne Kleidung getragen habe. Und das war kein Scherz.

Die vielen grauen hölzernen Gerippe ohne Zweige sind auch eine Urlaubserinnerung - und eine Mahnung.

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