16.07.2022, 12:00 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Zum Sonntag

Gut behütet in die Ferien

Von Maike Ogrysek

„Sei behütet auf deinen Wegen“, so heißt ein bekanntes Segenslied von Clemens Bittlinger. Gesegnet sein, behütet sein – das wünschen wir uns für uns selbst und auch für andere. Für unser Gemeindefest kürzlich habe ich die These aufgestellt, dass Hüte und Segen einiges miteinander zu tun haben. Schließlich steckt das Wort „Hut“ doch im behütet sein drin.

Gemeinsam mit den Konfis haben wir uns im Gottesdienst dann verschiedene Kopfbedeckungen angesehen: einen Sonnenhut, einen Anglerhut, einen Fahrrad- und auch einen Feuerwehrhelm. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind Schadensbegrenzung, ein Schutz vor äußeren Einflüssen. Sie wenden keine Gefahr an sich ab. Die Sonne brennt trotzdem und der Sturz mit dem Fahrrad wird nicht verhindert. Aber die richtige Kopfbedeckung mildert die Folgen und schützt uns vor Sonnenbrand oder schweren Kopfverletzungen. So ist das auch, wenn Gott uns behütet. Gottes Segen bietet keinen magischen Schutz. Er bewahrt uns nicht vor Unglück – aber Gottes Segen gibt uns auch dann Kraft und Geborgenheit, wenn uns Unglück trifft.

Es ist auch Segen, jemandem gute Wünsche mit auf den Weg zu geben. Auch in unserem Alltag und vielleicht besonders jetzt zu Ferienbeginn sagen wir anderen viel Segensreiches:

  • „Komm′ heil wieder nach Hause!“
  • „Sei behütet!“
  • „Ich wünsche dir gutes Gelingen!“
  • „Ich wünsche dir eine gute und interessante Reise!“
  • „Hoffentlich triffst du nette Leute!“

Segen braucht nicht viele Worte. Segen ist liebevolle Begleitung. Ich lege jemandem all meine guten Gedanken und Worte auf den Kopf – wie einen Hut.

Es ist auch Segen, jemanden daran zu erinnern, dass er zu Gott gehört. Damit fällt auch der Abschied leichter. Ich lasse den anderen im Wissen los, dass Gott ihn weiter begleitet. Ich erinnere mich: Gott ist noch da und behütet meine Lieben. Und dem anderen spreche ich zu: Du gehörst zu Gott, nichts kann dich von ihm trennen. Dieser Hut drückt sich in der Segensgeste aus: Da hält jemand die Hand über dir und begleitet dich. In diesem Wissen kann man den anderen gut gehen lassen.

Der Segen ist Zeichen für Gottes Gegenwart und Mit-Sein. Gott kann auf alles seinen Segen legen. Gott ist schöpferisch, kreativ, lebendig, originell, überraschend und fantasievoll. Auch aus dem Bösen und Schlimmen kann Gott Gutes wachsen lassen. Gott wird meinen Weg gut machen durch seinen Segen. Darauf vertraue ich – und das entlastet und befreit mich. Darum ist Gottes Segen mein Lieblingshut für alle Lebenslagen.

Maike Ogrysek ist Pastorin der reformierten Kirchengemeinde Nordhorn

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