Wohnen und Garten
19.11.2022, 07:00 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Dichte Fenster helfen, Energie zu sparen

Wer es genau wissen will, kann mit einem Wärme-Scanner prüfen, wie gut ein Fenster isoliert ist.

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Wer es genau wissen will, kann mit einem Wärme-Scanner prüfen, wie gut ein Fenster isoliert ist.

Wenn draußen ein kalter Wind weht, sollte es in den Innenräumen angenehm warm sein. Falls sich stattdessen die kühle Außenluft durch die Fensterritzen bemerkbar macht, ist das nicht nur unangenehm. Das kostet auch wertvolle Heizenergie.

Es ist kein kalter Luftzug spürbar? Der Test, ob die eigenen Fenster dicht sind, lohnt sich trotzdem: Laut einer Studie des Verbands Fenster + Fassade (VFF) gelten 235 Millionen von insgesamt rund 634 Millionen Fenstereinheiten in deutschen Wohngebäuden als veraltet. Durch sie kann Energie über eine schlechte Verglasung und mangelnde Isolierung verloren gehen. Auch moderne Fenster können durch schlechte Wartung schon undicht sein.

Der Dichte-Test: Ob das der Fall ist, kann man selbst herausfinden: „Man sollte ein Blatt Papier locker auf den Fensterrahmen legen und das Fenster dann schließen“, sagt VFF-Geschäftsführer Frank Lange. „Lässt sich das Papier nicht mehr herausziehen, schließt das Fenster gut. Kann man das Papier hingegen noch entfernen, hapert es mit der Dichtigkeit.“

Auch eine brennende Kerze kann helfen. Langsam am Fensterrahmen entlang geführt, flackert sie da, wo es undicht ist, sagt Tischlermeister Thomas Gerke von der DIY Academy in Köln. Für eine genauere Diagnose empfiehlt er aber einen Wärme-Scanner, den es für wenig Geld im Baumarkt gibt. „Mit ihm kann man nicht nur am Fenster, sondern auch an anderen Bereichen eines Gebäudes Kältelücken identifizieren.“

Die Dichtungen der Fenster halten sich länger, wenn man sie regelmäßig pflegt. Foto: dpa

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Die Dichtungen der Fenster halten sich länger, wenn man sie regelmäßig pflegt. Foto: dpa

Häufig ist die Dichtung am Rahmen das Problem, die gequetscht, verklebt oder porös geworden ist. „Sie lässt sich von Laien leicht austauschen“, sagt Heimwerkerexperte Thomas Gerke. Entsprechende Meterware gibt es im Fachhandel. Zuvor müssen die alte Dichtung komplett entfernt und der Bereich anschließend sorgfältig gereinigt werden. Damit fängt man am besten in einer Ecke an und arbeitet sich rundherum vor. Die neue Dichtung wird behutsam, aber gründlich in die entsprechende Nut des Fensters gedrückt. Dies gelingt am ehesten, wenn man oben in der Mitte des Rahmens anfängt. Oft weisen defekte Dichtungen auf ein größeres Problem hin: Dann hat sich über die Jahre der Fensterrahmen verzogen und drückt mit seinem Gewicht auf die gesamte Konstruktion.

Dies kann die Folge von fehlender Wartung und hartnäckigen Bedienungsfehlern sein. Frank Lange vom Verband Fenster + Fassade rät: „Man sollte darauf achten, dass die Fenster stets richtig geschlossen werden. Mitunter sieht man Fenster, bei denen die Griffe nicht um die vollen 90 Grad zum Verriegeln gedreht werden.“ Dann entsteht nicht der volle Schließdruck und die mechanischen Teile der Beschläge verhaken sich ineinander. Wird das zur Gewohnheit, kann sich das Fenster verziehen.

Bei kleineren Verschiebungen können Laien nachjustieren, am besten zu zweit. „An den Verriegelungen sind Verstellmöglichkeiten, meistens mit Schlitz- oder Inbusschrauben“, sagt Tischlermeister Gerke. „An diesen Stellen kann man den Andruck des Fensters am Rahmen steuern.“ Dazu stützt ein Helfer das Fenster und der andere stellt die Schrauben nach.

Fenster zeigen sehr deutlich, wenn sie vernachlässigt werden. „Knarrende und knirschende Geräusche beim Öffnen und Schließen sind ein Warnsignal“, sagt Frank Lange. „Das gilt auch, wenn sich die Fenster nur mit einigem Kraftaufwand verriegeln lassen.“ Je leichtgängiger sich Fenster öffnen und schließen lassen, desto geringer ist der Verschleiß. Davor schützt etwas Pflege. „Spätestens alle zwei Jahre sollten die Innenseiten der Rahmen gesäubert und die beweglichen Teile gefettet werden“, erklärt Lange. Thomas Gerke empfiehlt Nähmaschinenöl, um die mechanischen Teile in der Fensterfalz in Schuss zu halten. Die Dichtungen halten länger, wenn man sie regelmäßig eincremt. Gerke rät zu Pflegeprodukte, die für Autotüren gedacht sind. Alternativ verhindert eine Fenster-Pflegemilch, dass Dichtungen aushärten und Wirksamkeit einbüßen.