01.10.2022, 12:00 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Zum Sonntag

At denn Buur in de Stadt koump

Von Gebhard Berens

Ein Bauer ist zu einem Festessen in der Stadt eingeladen. Verwundert erlebt er die heiße Schlacht am kalten Buffet. Er sieht, wie die feinen Herren sich begierig ihre Teller füllen und einfach zu essen beginnen. Er bedient sich auch, setzt sich zu Tisch und spricht ein Dankgebet. Sein vornehmer Tischnachbar lächelt milde und sagt: „Na, Bauer, du kommst wohl vom Lande. Seid ihr da alle noch so altmodisch und betet bei Tisch?“ „Nein“, antwortet der Bauer, „alle nicht.“ „Das habe ich mir gedacht. Sicher beten bei euch nur die Alten und Rückständigen“, fragt der Mann weiter. „Das nicht“, meint der Bauer. „Sehen Sie, ich habe im Stall ein paar Sauen mit vielen Ferkeln, die fressen alle so. Aber wer bei uns Mensch ist, dankt seinem Schöpfer für alle guten Gaben!“

Gott danken für alle guten Gaben, darum sollte es nicht nur zum Erntedankfest gehen, das manchmal eher wie eine kirchliche Folkloreveranstaltung wirkt. Wichtig und gesund ist ein dankbarer Lebensstil. Wenn ich am gedeckten Tisch sitze und Gott für seine Gaben danke – also nicht nur ein Tischgebet spreche, weil es in der Familie üblich ist, sondern bewusst danke – dann öffnet sich mein Blick für die Liebe Gottes: Wow, der Schöpfer des Himmels und der Erde denkt an mich. Womit habe ich das verdient, dass ich lebe und genug zu essen habe, dass ich ein Dach über dem Kopf habe und Kleider und Schuhe und noch 1000 weitere Dinge, ohne die ich auch leben könnte, aber die doch ganz nett sind, wie Handy und Computer und Fernseher und so weiter.

Es geht um einen dankbaren Lebensstil. Schrecklich das ewige Jammern, die Nörgelei, als würden wir nur Defizite verwalten. Natürlich sehe ich auch die berechtigten Sorgen, zum Beispiel des Rentnerpaares, das sich fragt, ob es mit der kleinen Rente in diesem Winter die Heizkosten noch wird bezahlen können oder ob die Wohnung bald kalt bleibt. Und genau da müssen wir als Christen und Gemeinden hinschauen und unsere Portemonnaies und Diakoniekassen öffnen. Aber insgesamt leben die meisten von uns hier noch immer in einer Wohlstandsgesellschaft und haben allen Grund zu danken.

Dankbarer Lebensstil: Danke sagen mit dem Wort durch Erntedankgottesdienst, Danklieder, Tischgebete. Danken aber auch mit der Tat: vom Wohlstand abgeben. Nach unseren Möglichkeiten teilen mit Menschen, die nichts oder zu wenig haben. Danken und Teilen gehören zusammen. Und bereichern unser Leben.

Gebhard Berens ist ehrenamtlicher Prediger der Baptistengemeinde in Nordhorn

Karte

___

Gottesdienste in der Grafschaft: Termine im Überblick auf GN-Online

Newsletter abonnieren

Um Newsletter auswählen zu können, müssen Sie auf GN-Online angemeldet sein.

Bereits registriert?
Noch nicht registriert?

Deine Auswahl kannst du jederzeit ändern. Du erhältst den Newsletter kostenfrei an die E-Mail-Adresse, die du in deinem Benutzerkonto hinterlegt hast.

Mehr GN-Newsletter »

Vorschau
14.01.2023

#ausLiebe

So erreichen Sie uns

Digital
Hilfecenter

Zentrale
Telefon 05921 707-0

Redaktion
Telefon 05921 707-300

Anzeigen
Telefon 05921 707-400

Abo-Service
Telefon 05921 707-500

E-Mail
gn@gn-online.de

Postanschrift
Grafschafter Nachrichten
Coesfelder Hof 2
48527 Nordhorn