Grafschafter Nachrichten
05.05.2019

Große Wut nach tödlichen Schüssen auf Storch in De Lutte

Große Wut nach tödlichen Schüssen auf Storch in De Lutte

Symbolbild: privat

Nachdem Unbekannte einen männlichen Storch in der Nacht von Freitag auf Samstag in de Lutte erschossen haben, ist die Wut im Ort und in sozialen Netzwerken groß. Die Polizei vermutet, es wurde mit einem Jagdgewehr geschossen.

De Lutte Unbekannte hatten in der Nacht von Freitag auf Samstag gegen 1.30 Uhr auf das Nest mit dem brütenden Storchenpaar in De Lutte geschossen. Dabei verletzten sie das Männchen tödlich. Das Weibchen überlebte, es ist allerdings unwahrscheinlich, dass sie die Eier allein ausbrüten kann, da sie das Nest verlassen muss, um Futter zu besorgen. Die Polizei vermutet, dass mit einem Jagdgewehr geschossen wurde, berichtet der niederländische Sender RTV Oost. Nachbarn und Naturschutzorganisationen reagieren mit Unverständnis auf die Tat und sind geschockt: „Du musst echt gestört sein, um mitten in der Nacht auf einem Privatgrundstück drei Schüsse abzufeuern“, sagte Evelien Wennink der niederländischen Tageszeitung Tubantia. Die 30-Jährige wohnt auf dem Grundstück, wo die Schüsse gefallen waren. Das Nest der beiden Störche liegt auf einer Weide direkt an einer Bahnlinie nach Deutschland. „Das ist unvorstellbar, dass so etwas passiert. Ich bin zutiefst geschockt“, so Wennink.

Die 30-Jährige lag laut Tubantia im Bett, als ihr Partner sie anrief und ihr mitteilte, dass auf die Störche geschossen wurde. „Das war gegen halb zwei. Die Schüsse wurden aus einem grauen Auto abgefeuert, das auf die Weide gefahren war. Wir probierten noch, dem Auto zu folgen, aber es war vergebens.“ Eine Anwohnerin will beobachtet haben, aus welchem Auto die Schüsse fielen. Sie teilt laut RTV Oost mit, dass sie zur Polizei gehen wird, wenn der Täter sich nicht selbst bis Mittwoch meldet.

Auch Sander Wansing von einer Vogelschutzgruppe in Losser zeigt sich tief geschockt nach dem Tod des Storchs: „Man kann einfach nicht verstehen, warum jemand so etwas tut.“ Spekulationen darüber, dass der Täter möglicherweise aus Jagdkreisen kommen soll, nennt er voreilig: „Man hört immer mehr Geschichten darüber, dass Störche eine Gefährdung für Kleinwild darstellen. Aber das deswegen ein Jäger mal eben einen Storch tötet, das glaube ich fürs Erste nicht.“

ProRail will Anzeige erstatten

Die Storchenweide in de Lutte steht schon seit Längerem im öffentlichen Interesse. Das Paar wollte anfangs auf der Oberleitung der angrenzenden Bahnstrecke brüten, aber das passte dem Eisenbahninfrastrukturunternehmen ProRail aus Sicherheitsgründen nicht. Schließlich beschloss das Unternehmen, einen Pfahl für das Storchenpaar zu errichten, nachdem sich mehrere Storchenfreunde für die Tiere eingesetzt hatten. Auf Twitter reagierte das Unternehmen laut Tubantia jetzt geschockt: „Was für eine schreckliche Tat. Für das Storchenpaar in Losser bauten wir den Pfahl, damit sie in Ruhe brüten konnten. ProRail wird Anzeige erstatten!“

Auch Evelien Wennink hatte sich dafür eingesetzt, dass das Nest auf einen speziellen Pfahl auf ihrem Grundstück versetzt wird. „Wir waren so froh, dass es geregelt werden konnte. Die Verlegung des Nests war ein Erfolg. Die Störche fingen sofort an, zu brüten. Am 13. Mai habe ich Geburtstag. Es wäre toll gewesen, wenn dann die Jungen geschlüpft wären.“ Aber ob die Eier überhaupt noch ausgebrütet werden, ist laut Sander Wansing fraglich: „Eigentlich ist die ganze Sache jetzt vorbei. Sehr schade, dass es so gelaufen ist.“

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