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10.04.2018, 12:25 Uhr

Zuwanderung von Flüchtlingen bleibt Herausforderung

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Grafschaft Bentheim hat sich 2017 insgesamt positiv entwickelt, sucht aber dringend Fachkräftenachwuchs. Auch bei der großen Herausforderung durch die Zuwanderung von Flüchtlingen sind immense Fortschritte erzielt worden.

Zuwanderung von Flüchtlingen bleibt Herausforderung

Eine positive Jahresbilanz für das Jobcenter zogen (von links) Landrat Friedrich Kethorn, Mareen Schubert (Integrationszentrum), Gitta Mäulen (Leiterin Jobcenter) und Michael Motzek (Fachbereichsleiter Soziales und Gesundheit beim Landkreis). Foto: privat

gn Nordhorn. So präsentierten am Montag die Verantwortlichen des Grafschafter Jobcenters die Bilanz des Jobcenters für 2017. Landrat Friedrich Kethorn und Gitta Mäulen als Leiterin der Kommunalen Arbeitsmarktintegration beim Landkreis berichteten, dass die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt vielen Menschen zugutekomme. Dennoch könnten nicht alle Menschen von der guten Entwicklung profitieren. „Menschen, die die Anforderungen der Arbeitgeber nicht erfüllen können, weil sie mit unterschiedlichen Problemlagen belastet sind, finden auch in dieser Situation nur schwer Beschäftigung“, sagt Michael Motzek als zuständiger Fachbereichsleiter.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg 2017 mit einer Zunahme um 2,1 Prozent auf 49.160 Beschäftigte, so viele wie nie zuvor. Mit einem Anteil von 6,5 Prozent der Leistungsberechtigten nach dem SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende) an der Einwohnerzahl liegt der Landkreis nach wie vor deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 9,3 Prozent, aber auch dem gesamtdeutschen Durchschnitt von 9,2 Prozent.

Trotz des Zugangs von Flüchtlingen in den Leistungsbezug SGB II und einer weiteren Zunahme der Leistungsberechtigten aus dem osteuropäischen Raum hat sich zum Ende des Jahres die Zahl der Bedarfsgemeinschaften von 3656 in 2016 auf 3515 in 2017 sowie die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten von 5133 in 2016 auf 4917 in 2017 gesenkt. Der Anteil der ausländischen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten stieg auf 34,4 Prozent (Vorjahr: 31,8 Prozent) im Jahr 2017. Unter ihnen bestehen die Hauptgruppen aus Menschen mit syrischer (32,4 Prozent) und türkischer (9,0 Prozent) Nationalität. Bei den deutschen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten reduzierte sich die Quote innerhalb des vergangenen Jahres um 8,4 Prozent.

Im Jahr 2017 sank die Arbeitslosenquote SGB II von 2,5 auf 2,2 Prozent. Die Gesamtarbeitslosenquote lag 2017 bei 3,3 Prozent und somit ebenfalls unter dem Niveau des Vorjahres. 2017 konnten im Grafschafter Jobcenter insgesamt 1259 „Integrationen“, darunter 140 Flüchtlinge, in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder eine Ausbildung erreicht werden.

Die Herausforderung der Flüchtlingszuwanderung prägte das Jahr 2017. Zum Ende des Jahres befanden sich 374 erwerbsfähige Empfänger von Leistungen nach dem AsylbLG (Asylbewerberleistungsgesetz ab 15 Jahren) gegenüber 796 Ende 2016 im Landkreis. Dabei handelt es sich um Menschen, über deren Asylantrag noch nicht entschieden wurde oder die nach Ablehnung des Asylantrages nicht ihn ihr Heimatland zurückkehren können. Erfolgt eine Anerkennung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, so erwirbt der Flüchtling bei Erwerbsfähigkeit einen Anspruch auf Leistungen zur Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) im Grafschafter Jobcenter. Bei 737 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten (ab 15 Jahre) mit Fluchthintergrund war dies der Fall, sie beziehen Arbeitslosengeld II. Ende des Jahres 2016 lag diese Größe bei 665 Menschen.

Die Reduzierung im Bereich Asyl fällt größer aus als die Zugänge von Flüchtlingen in das ALG II. „Diese positive Entwicklung ist den frühzeitigen Integrationsbemühungen des Landkreises zu verdanken“, sagt Mareen Schubert, Teamleiterin im Integrationszentrum Grafschaft Bentheim.

Bei der Förderung von Kindern und Jugendlichen durch Bildung und Teilhabe waren im Landkreis im vergangenen Jahr 4640 Kinder im Bezug von Leistungen SGB II, XII, Wohngeld und Kinderzugschlag anspruchsberechtigt. Mit 4424 Kindern haben im vergangenen Jahr 95,3 Prozent der anspruchsberechtigten Kinder mindestens eine Leistung des Bildungs- und Teilhabepaketes in Anspruch genommen.

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