02.03.2020, 14:57 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Zum Schutz von Vögeln und Kleintieren: Osterfeuer versetzen

Jedes Jahr werden zahlreiche brütende Vögel und kleinere Tiere Opfer der Flammen in den lodernden Osterfeuern. Wer die kleinen Lebewesen schützen möchte, muss trotzdem nicht auf das traditionelle Feuer verzichten. Was sollten Freunde des Brauchs beachten?

Überall in der Grafschaft wachsen vor den Ostertagen Gehölz- und Strauchschnittberge fürs Osterfeuer. Eine oft tödliche Falle für Vögel und Kleintiere.Foto: Landkreis

Überall in der Grafschaft wachsen vor den Ostertagen Gehölz- und Strauchschnittberge fürs Osterfeuer. Eine oft tödliche Falle für Vögel und Kleintiere.Foto: Landkreis

Nordhorn Grünabfallberge, die im April als Osterfeuer abgebrannt werden sollen, werden in der Grafschaft in den Wochen vor Ostern zunehmend sichtbar. Der Landkreis Grafschaft Bentheim weist darauf hin, dass die Beachtung der gesetzlichen Vorgaben gerade in diesem Jahr äußerst wichtig ist, denn bedingt durch den milden Winter und das zeitige Frühjahr sowie den späten Zeitpunkt von Ostern ist es sehr wahrscheinlich, dass in bereits länger aufgeschichteten Gehölz- und Strauchschnitthaufen Vögel, wie zum Beispiel der Zaunkönig, die Heckenbraunelle oder das Rotkehlchen, brüten und sich dort schon Gelege oder sogar die ersten Jungvögel befinden.

Umso bedeutsamer ist es, dass sich die Veranstalter von Osterfeuern um die nötigen Schutzmaßnahmen kümmern. Ein Abbrennen von Gehölz- und Strauchschnitthaufen, in denen sich Nester befinden, ist nicht zulässig und stellt eine Ordnungswidrigkeit oder bei Betroffenheit bestimmter Arten sogar eine Straftat dar, heißt es aus dem Kreishaus. Grundsätzlich ist ein Brauchtumsfeuer spätestens 14 Tage vor der Veranstaltung beim zuständigen Ordnungsamt der jeweiligen Gemeinde oder Stadt unter Angabe von Datum und Ort schriftlich anzuzeigen. Eine Nachmeldung nach Ablauf der Frist ist ausgeschlossen. Die Behörde informiert dann die zuständige Brandschutzdienststelle des Landkreises Grafschaft Bentheim, die Rettungsleitstelle und die örtlichen Feuerwehr.

Das Osterfeuer, das nur an geeigneten Standorten abgebrannt werden darf, stellt keine generelle Gelegenheit zur Entsorgung von Grünabfällen dar, auch wenn diese Abfälle zurzeit vermehrt anfallen. „Die Symbolik eines Osterfeuers liegt auch nicht in einer möglichst hohen Anzahl von Feuern oder einer sehr großen Feuerstelle. Private Osterfeuer sind daher verboten (zum Beispiel durch eingegrenzte Personenkreise wie Nachbarn oder Anwohner nur einer bestimmten Straße) und die für die Verbrennungen vorgesehenen Mengen sollten 150 Kubikmeter nicht übersteigen. Ein Brauchtumsfeuer darf nur an Ostersonntag oder Ostermontag abgebrannt werden“ stellt der Landkreis in einer Pressemitteilung klar.

Auch bei Osterfeuern müssen die für jedermann unmittelbar geltenden natur- und artenschutzrechtlichen Gesetzesvorgaben beachtet werden. Um zu verhindern, dass Vögel die aufgeschichteten Holz- und Astwerkhaufen als Brutplatz nutzen und dort Nester anlegen, die dann beim Abbrennen mitsamt der Eier oder Jungvögel zerstört werden, sind die Haufen in der Regel möglichst spät (maximal eine Woche vor dem Abbrennen) aufzuschichten. Bei einer früheren Anlieferung ist eine mindestens wöchentliche Umlagerung des Materials vorzunehmen. Das Brennmaterial muss zudem kurz vor dem Anzünden nochmals um- und aufgeschichtet werden. Neben den Vogelarten wird damit auch anderen Kleintieren wie Igel und Kaninchen die Gelegenheit gegeben, die aufgeschichteten Haufen noch vor dem Abbrennen zu verlassen, um somit einem qualvollen Tod zu entkommen.

Weitere Informationen erteilen die Ordnungsämter der jeweiligen Gemeinde oder Stadt. „Sollten abfallrechtliche Probleme auftauchen, zum Beispiel werden im Brennmaterial Abfälle wie Altreifen, Plastik, lackiertes Holz etc. vorgefunden, ist das ein Fall für die untere Abfallbehörde des Landkreises Grafschaft Bentheim. Diese wird dann entsprechend informiert“ heißt es vom Landkreis abschließend.

  • Drucken
  • Kommentare 0
  • rating rating rating rating rating
Copyright © Grafschafter Nachrichten - Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.
Corona-Virus