Grafschafter Nachrichten
14.02.2019

Valentinstag: Die einen sagen „nett“ – andere „Geldmacherei“

Valentinstag: Die einen sagen „nett“ – andere „Geldmacherei“

Am 14. Februar ist Valentinstag. Er gilt als Tag der Liebenden. Foto: Susann Prautsch/dpa

GN-Mitarbeiter Tim Henrichs hat sich in der Nordhorner Innenstadt umgehört: Was halten die Passanten vom Valentinstag?

Nordhorn Dekoration mit Herzen sowie besondere Rabatte zum Valentinstag. Einige Geschäfte nutzen den 14. Februar, um mögliche kaufkräftige Kunden in die Geschäfte zu locken. Die GN haben in der Nordhorner City gefragt: Wie wichtig ist der Tag den Fußgängern auf der Vechteinsel?

„Der Valentinstag hat für uns keine Bedeutung“, sind sich Anke und Ralf Pfestorf einig. Das Ehepaar brauche keinen Tag, um sich gegenseitig zu beschenken. „Wir schenken uns das Jahr über schon genug. Wir brauchen keinen Tag, der uns vorschreibt, wann wir das tun sollen.“

Thorsten Feldhoff und Ramona Columbus-Feldhoff unternehmen gemeinsam etwas am Valentinstag. „Wir gehen in die Sauna und entspannen einmal so richtig“, erzählt Ramona Columbus-Feldhoff. Für sie ist der Valentinstag an sich „eine nette Idee“, dem Partner etwas Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken. „Meistens schenken wir uns auch eine Kleinigkeit, wie Blumen. Zumindest, wenn ich daran denke“, scherzt ihr Mann.

Am Lenker des Fahrrades von Marcel Wargers hängen mehrere Tüten mit Blumen aller Farben. Überraschenderweise sind die Blumen aber nicht das Valentinstagsgeschenk für seine Frau, erklärt Wargers. Tatsächlich habe er ihr einen Mantel gekauft, den er ihr heute schenken will. Für ihn ist es nicht wichtig, ob der Valentinstag kommerzialisiert werde. Der gebürtige Denekamper lebt seit 32 Jahren in Nordhorn und meint mit einem Grinsen im Gesicht: „Die Holländer sind einfach positiver gestimmt als die Deutschen. Wir sehen einfach die netten Seiten an dem Tag und nicht die schlechten.“

„Wer es will, kann es machen“, antwortet hingegen Agnes Bült auf die GN-Frage. Die Rentnerin sieht den Tag als „Geldmacherei“ und sagt: „Früher hatten wir keinen Valentinstag. Und die Beziehungen haben trotzdem gehalten.“

Als einen Termin, an dem man etwas mit seiner Freundin unternimmt, empfinden Anna Lücke und Marco Pinheiro den Valentinstag. Konkret geplant haben die beiden Studenten noch nichts, es werde aber wahrscheinlich auf einen „gemütlichen Abend mit gemeinsamen Kochen hinauslaufen“, erzählt Marco.

Eine ganz anderen Brauch am Valentinstag wird Marcos Schwester Jennifer erleben. Sie zog vor Kurzem nach Nordirland. Dort wird in ihrer neuen Heimat Newcastle, einer kleinen Gemeinde im Süden Dublins, ein Fest am 14. Februar gefeiert. Sie sei gerade dabei, irische Tänze zu üben, die sie dann beim Fest zusammen mit ihrem Freund beherrschen sollte, weiß ihr Bruder Marco. „Bei dem Fest in Newcastle geht es mehr um die Gemeinschaft in der Gemeinde – das Romantische steht wie hier nicht im Vordergrund“, erklärt er. Nach der Gemeindefeier werde dann im Pub das ein oder andere Bier getrunken. Ein besonderer, aber auch ein sehr schöner Ansatz, den Valentinstag zu feiern, findet Marco.

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