Grafschafter Nachrichten
02.07.2019

Tipps für einen erholsamen Urlaub ohne Ärger beim Zoll

Tipps für einen erholsamen Urlaub ohne Ärger beim Zoll

Um beim Zoll keine Schwierigkeiten zu bekommen, gilt es ein paar Regeln zu beachten. Foto: Hauptzollamt Osnabrück

Am Mittwoch beginnen in Niedersachsen die Sommerferien und damit die Hauptreisezeit für internationale Reisen. Dabei gilt es natürlich die Zollbestimmungen zu beachten, die vom Zollamt festgelegt sind. So können Schwierigkeiten beim Zoll vermieden werden.

Einen guten Überblick über die wichtigsten Zollbestimmungen können sich Reisende über die kostenlose Smartphone-App „Zoll und Reise“ verschaffen. Zur Vermeidung von Roaming-Gebühren benötigt die App keine Internetverbindung und ist daher auch für den Urlaub im Ausland bestens geeignet. „Mit der App können sie schnell und einfach herausfinden, welche und wie viele Waren sie aus dem Ausland mitbringen können, damit es bei der Rückkehr aus dem Urlaub keine bösen Überraschungen beim Zoll gibt“, so Christian Heyer, Pressesprecher des Hauptzollamts Osnabrück.

Weitere Tipps im Überblick:

Reisefreimengen

Bei der Einreise aus Nicht-EU-Ländern sind für private Zwecke einige Waren von den Einfuhrabgaben befreit, wie zum Beispiel 200 Zigaretten und ein Liter Spirituosen bei einem Mindestalter von 17 Jahren. Medikamente sind nur für den persönlichen Bedarf der Reisenden zulässig. Für andere Waren gilt bei der Einreise eine Reisefreigrenze von 300 Euro, für Flug- und Seereisen betragen diese 430 Euro. Für Reisende unter 15 Jahren beträgt die Freigrenze immer 175 Euro. Reisen innerhalb der EU unterliegen grundsätzlich keinen Beschränkungen. Eine Ausnahme besteht allerdings für sogenannte Genussmittel wie Branntwein, Bier, Tabak und Energieerzeugnisse, für die EU-weit nationale Verbrauchsteuern erhoben werden. Für entsprechende Waren sind daher auch bei Reisen in der EU bestimmte Vorschriften und Mengen zu beachten.

Artenschutz

Zum Schutz der bedrohten Tier- und Pflanzenwelt rät der Zoll, auf Reisesouvenirs aus Tieren oder Pflanzen zu verzichten. Durch den Kauf derartiger Waren tragen Touristen - meist unwissend - dazu bei, dass der Bestand vieler Arten weltweit gefährdet ist. Der Handel mit geschützten Tieren und Pflanzen, Teilen davon oder Waren daraus ist streng reglementiert. Verstöße werden konsequent verfolgt. Im Fall des Falles müssen Sie mit der Einziehung der Waren und hohen Bußgeldern oder gar Strafen rechnen. Welche Tiere und Gegenstände besonders geschützt sind finden Sie unter www.artenschutz-online.de

Kulturgüterschutz

Kulturgüter kann ein Urlauber nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennen. „Kulturgüter“ sind Gegenstände, die für die Archäologie, Geschichte, Literatur, Kunst oder Wissenschaft ein bedeutungsvolles Gut darstellen. Hierzu zählen seltene Mineralien, auch Antiquitäten, bedeutende Bücher, Bilder und Zeichnungen. Diese unterliegen in vielen Ländern sehr strengen Ausfuhrbeschränkungen oder -verboten. Wer aus dem Urlaub ein besonderes Souvenir mitbringen möchte, sollte sich daher stets informieren, was man aus dem jeweiligen Land mitnehmen darf und was nicht beziehungsweise gänzlich auf derartige Souvenirs verzichten.

Produktpiraterie

Bekleidung, Fanartikeln, Kosmetika, Taschen, Uhren und Ähnliches namhafter Markenhersteller werden in den Urlaubsländern häufig zu Billigpreisen angeboten. Aber Vorsicht! Viele solcher vermeintlichen Schnäppchen entpuppen sich häufig als qualitativ minderwertige Fälschungen, die sehr gesundheitsgefährdend sein können. So werden beispielsweise nachgeahmte Textilien nicht selten mit giftigen Farbstoffen hergestellt. Der Zoll empfiehlt deshalb, im Urlaub auf den Kauf solcher Waren zu verzichten.

Barmittel

Zu beachten ist auch, dass mitgeführte Barmittel (Bargeld und Wertpapiere) ab 10.000 Euro oder mehr bei der Einreise in die Europäische Union oder Ausreise aus der EU eigenständig und ohne Aufforderung schriftlich beim Zoll angemeldet werden müssen. Damit soll die Geldwäsche bekämpft sowie die Finanzierung terroristischer Vereinigungen verhindert werden. Innerhalb der EU müssen beim Grenzübertritt mitgeführte Barmittel im Wert von 10.000 Euro oder mehr nur nach Aufforderung mündlich angezeigt werden. Wer mitgeführte Barmittel nicht anmeldet oder unzutreffende bzw. unvollständige Angaben macht, handelt ordnungswidrig. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu einer Million Euro geahndet werden. Einen umfassenden Überblick zum Thema „Reisen“ bietet auch die Homepage des Zolls unter www.zoll.de

Weitere Tipps findet Sie hier: Polizei gibt Tipps für die An- und Abreise in den Ferien

(c) Grafschafter Nachrichten 2017 . Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Grafschafter GmbH Co KG.