11.06.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Stress und Streit im Homeschooling: Expertenrat per Telefon

Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie und Lernen zu Hause setzen Familien verstärkt unter Druck. Das zeigt eine aktuelle DAK-Studie zum Thema Homeschooling. Deshalb bietet die DAK-Gesundheit Nordhorn am 19. Juni eine Telefon-Hotline für Eltern an.

Die ungewohnte Lernsituation zu Hause kann bei Eltern und Schülern zu Überforderungen führen. Foto: dpa

Die ungewohnte Lernsituation zu Hause kann bei Eltern und Schülern zu Überforderungen führen. Foto: dpa

Nordhorn Was können Eltern tun, um Stress und Streit in ihren Familien vorzubeugen? Was lässt sich gegen psychosomatische Beschwerden tun? Wann ist wegen Schlafproblemen und Kopfschmerzen ein Arztbesuch nötig? Diese und weitere Fragen beantworten Ärzte und Psychologen am Freitag, 19. Juni, von 8 bis 20 Uhr und helfen, den Hintergrund von Stress und Streit während des Homeschoolings besser zu verstehen. Das Serviceangebot unter der kostenlosen Rufnummer 0800 1111841 steht allen Interessierten offen, unabhängig von ihrer Krankenkassenzugehörigkeit.

„Die Schulen in der Grafschaft werden jetzt schrittweise geöffnet, sind aber noch weit entfernt vom Normalbetrieb. Wir gehen deshalb bei den Familien weiterhin von einer sehr hohen Belastung aus“, sagt Günter Oster von der DAK-Gesundheit Nordhorn. Die Krankenkasse hat gerade eine Forsa-Befragung „Homeschooling in Corona-Zeiten“ veröffentlicht. Demnach fühlt sich in der Zeit der Schulschließungen fast jedes zweite Elternteil oft oder sehr oft gestresst, viele leiden unter Schmerzen. Mütter leiden häufiger noch als Väter unter regelmäßigen Bauch-, Rücken- oder Kopfschmerzen. Auch von Traurigkeit sind sie stärker betroffen als ihre Partner. In jeder vierten Familie gibt es während der Schulschließungen häufig Streit. Für die DAK-Studie wurden im Mai 1005 Erwachsene und jeweils ein zugehöriges Kind zwischen zehn und 17 Jahren befragt.

Laut DAK-Studie ist es vor allem für jüngere Schulkinder emotional schwierig, ausschließlich zu Hause zu lernen. Ihnen fehlt besonders der Kontakt und Austausch mit Gleichaltrigen, Freundinnen und Freunden. Mehr als ein Drittel der Zehn- bis Zwölfjährigen verbindet mit der Schulschließung fast täglichen Stress und mehr als ein Viertel ein Gefühl tiefer Traurigkeit. Sie berichten zudem besonders häufig von Streit. „Je jünger die Kinder, desto häufiger kommt es zu Konflikten in der Familie“, erklärt Oster.

Besonders jüngere Kinder empfinden laut DAK-Studie eine emotionale Belastung. Grafik: DAK-Gesundheit

Besonders jüngere Kinder empfinden laut DAK-Studie eine emotionale Belastung. Grafik: DAK-Gesundheit

Stress und Erschöpfung gehören für viele Eltern zu den unangenehmen Begleiterscheinungen des Homeschoolings. Grafik: DAK-Gesundheit

Stress und Erschöpfung gehören für viele Eltern zu den unangenehmen Begleiterscheinungen des Homeschoolings. Grafik: DAK-Gesundheit

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