27.12.2019, 12:40 Uhr / Lesedauer: ca. 2min

Silvester-Knallerei bedeutet Stress für die Haustiere

Silvester mit buntem Feuerwerk, Raketen und Böllerei – eine Licht- und Geräuschkulisse, die nicht jeder mag. Für viele Menschen das schönste Fest im Jahr, für Tiere bedeutet es Stress pur:

Tiere haben ein feines Gehör und Böllerei an Silvester kann sie in Panik versetzen. Einige Tipps können den Tieren helfen, entspannter zu sein. Foto: dpa

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Tiere haben ein feines Gehör und Böllerei an Silvester kann sie in Panik versetzen. Einige Tipps können den Tieren helfen, entspannter zu sein. Foto: dpa

author Von Elisabeth Kemper

Hannover/Nordhorn Lärm, der durch das Abfeuern von Raketen und Böllern entsteht, die schnellen Lichtblitze und der Rauchgeruch – all das löst bei Tieren Angst und Panik aus. Denn Tiere, insbesondere Hunde und Katzen, haben ein sehr viel feineres Gehör als Menschen.

Die Gesundheit von Tieren ist in dieser turbulenten Zeit gefährdet. Deshalb rät der Tierschutzdienst des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) den Haustieren die Zeit zwischen den Jahren so erträglich wie möglich zu gestalten. Dazu einige Tipps:

Da sich das eigene Verhalten auf das Tier übertragen kann, ist ein ruhiger und entspannter Umgang hilfreich.

Den Tieren, insbesondere Hunden und Katzen, sollten Rückzugsmöglichkeiten angeboten werden. Freigängerkatzen sollten ein bis zwei Tage vor und nach Silvester ins Haus oder in den Stall geholt werden. Abgedunkelte und ruhig gelegene Räume eignen sich besonders. Um Lichteffekte und Lärm gering zu halten, sollten Vorhänge zugezogen, Rollläden und Fenster geschlossen werden.

Ein langer Spaziergang am Silvestermorgen kann das Tier beruhigen und ablenken. Auch noch einige Tage nach Silvester ist Leinenpflicht zu empfehlen.

Vogel- oder Kleintierkäfige mit einem Tuch abdecken, in einen möglichst ruhigen Raum stellen und nicht an das Fenster. Das Licht nicht ausschalten, da Vögel in Dunkelheit unruhig werden. Außerdem kann eine gewohnte, häusliche Geräuschkulisse wie Musik oder der Fernseher hilfreich sein. Mit zusätzlichem Nistmaterial können es sich die Tiere gemütlich machen.

Besonders bei Pferden ist eine gute Vorbereitung das A und O. Der Stall sollte selbst bei warmen Temperaturen geschlossen bleiben. Idealerweise werden die Fenster von außen mit Kartons bestückt. Dagegen sollte das Licht im Stall angeschaltet bleiben. Je mehr das Pferd sieht, desto sicherer fühlt es sich. Bei einer Offenstallhaltung sollten alle Zäune geprüft werden, ob sie einem möglichen Ausbruch Stand halten.

Um dem Pferd beim ersten Kracher gar nicht erst die Möglichkeit zu bieten, seiner aufgestauten Energie im Stall freien Lauf zu lassen, hilft vorher ein langer Ausritt.

Auf ungewöhnliches Verhalten und auf die Körpersprache der Tiere sollte geachtet werden: zittern, hecheln, speicheln, erbrechen, unkontrolliertes koten und urinieren sind Symptome für erhöhten Stress.

Es gilt: Den Tag entspannt gestalten und sich dem Tier nicht grundlegend anders als sonst verhalten. Veränderungen, wie übermäßige Streicheleinheiten, kann das Stressempfinden noch verstärken. Und sobald die ersten Feuerwerkskörper in die Luft steigen, sollten die Tiere nicht mehr allein und nach draußen gelassen werden.

Weitere Informationen online unter www.laves.niedersachsen.de.

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