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01.12.2017, 17:23 Uhr

Polizei: Rechtsextremes Gedankengut kommt getarnt daher

„Die Zeiten, in denen Rechtsextremisten an Springerstiefeln und Bomberjacke zu erkennen waren, sind vorbei,“ erklärt Andreas Hüsken von der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft und begründet so die Notwendigkeit einer Aufklärung gegen Rechtsextremismus.

Polizei: Rechtsextremes Gedankengut kommt getarnt daher

Nicht alle Nazis sind an ihrem Äußeren zu erkennen. Foto: dpa

gn Nordhorn / Lingen. Seit 2016 gibt es deshalb das Präventionsprojekt „Rechts ab?!“, das er gemeinsam mit seiner Kollegin Jutta Spiegelberg entwickelt hat. Die beiden Polizeibeamten haben kürzlich mit einem Referenten vom Landespräventionsrat rund 20 Sozialarbeiter und Pädagogen aus dem Landkreis Grafschaft Bentheim geschult. Dabei lag der Fokus für die Teilnehmer im Nino-Hochbau auf rechtsextremer Musik, Zeichen und Symbolen sowie auf der Erkennbarkeit von sogenannten Neuen Rechten.

„Auch wenn das Emsland und die Grafschaft Bentheim keine Schwerpunkte rechtsextremer Gesinnung sind, bedarf es einer zeitgemäßen Aufklärung,“ leitete Karl-Heinz Brüggemann, Leiter der Polizeiinspektion, die Veranstaltung ein: „Die Inhalte werden oftmals nicht mehr offen und eindeutig als rechtsextrem erkennbar geäußert, sondern subtil verpackt. Die Grenze zwischen einem dummen Spruch oder rechtspopulistischen Äußerungen und der gefestigten Gesinnung ist oftmals fließend und nicht immer eindeutig zu erkennen,“ ergänzte Jutta Spiegelberg.

Die Sozialarbeiter des Landkreises, von denen viele in Jugendeinrichtungen und Jugendhäusern tätig sind, wurden in der zweitägigen Veranstaltung für das Thema Rechtsextremismus sensibilisiert. Neue Erscheinungsformen und aktuelle Entwicklungen aus den beiden Landkreisen der Polizeiinspektion wurden von Andreas Hüsken und Jutta Spiegelberg ebenso dargestellt, wie die Überschneidungen zum wachsenden Rechtspopulismus der Gesellschaft.

Ein Argumentationstraining als Teil des Projektes vermittelte Handlungsoptionen, die im Berufsalltag und im Umgang mit nach rechts tendierenden Jugendlichen angewandt werden können. In der Gesamtbetrachtung waren sich nach zwei lehrreichen Tagen alle einig, dass eine derartige Aufklärung, die an die heutige Zeit angepasst ist, erforderlich und vor allem hilfreich für sie ist.

Das Projekt „Rechts ab?!“ wird vom Landespräventionsrat Niedersachsen unterstützt und ist Teil vom „Landesprogramm gegen Rechtsextremismus – für Demokratie und Menschenrechte“. Das Projekt ist so angelegt, dass es vervielfältigt und an anderen Orten umgesetzt werden kann. Ansprechpartner sind Andreas Hüsken und Jutta Spiegelberg von der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim.

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