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Steffen Burkert,
Chefredakteur Digital
12.07.2022, 12:22 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Polizei gibt Tipps zum sicheren Start in die Sommerferien

Symbolbild: Hille

© Hille, Henrik

Symbolbild: Hille

Grafschaft Die Sommerferien starten am morgigen Donnerstag, 14. Juli, in Niedersachsen und viele Menschen freuen sich auf die lang ersehnte Reisezeit – insbesondere nach den Einschränkungen der Corona-Pandemie. „Allerdings freuen sich nicht nur Urlauber, auch für Einbrecher beginnt eine vielversprechende Zeit“, heißt es in einem Schreiben der Polizeidirektion Osnabrück. Leerstehend wirkende Häuser und Wohnungen wecken Interesse und werden aufmerksam beobachtet. Der Test an der Haustür, durch Klingeln oder Klopfen, entscheidet darüber, ob die Gelegenheit für einen Einbruch günstig ist.

Uwe van der Heiden ist Spezialist für Kriminalprävention bei der Polizei in Nordhorn. Auf Wunsch berät er vor Ort in Sachen Einbruchschutz. Oft lassen sich Häuser und Wohnungen mit einfachen Mitteln relativ sicher machen, sagt er im Video.

„In den vergangenen fünf Jahren konnte die Zahl der Wohnungseinbrüche um 70 Prozent reduziert werden. Insgesamt nahm die Zahl der Fälle in 2021 um 316 Taten beziehungsweise rund 31 Prozent stark ab und sank mit 719 in Einbrüchen in 2021 auf ein neues 30-Jahres-Tief“, heißt es von der Polizei. Die Aufklärungsquote stieg in der Direktion überdurchschnittlich von 27 auf 42 Prozent. Mittlerweile bleibe es bei jedem zweiten Einbruch beim Versuch. Oftmals reichten schon kleine Vorkehrungen, um Langfinger abzuschrecken, damit am Ende einer schönen Reise nicht das böse Erwachen komme oder die Reise deswegen sogar abgebrochen werden müsse.

Auch wenn der Urlaub mit Vorfreude erwartet wird und Bilder und Ziele mit Freunden geteilt werden sollen, appelliert die Polizei: „Seien Sie vorsichtig beim Posten von Urlaubsbildern und Informationen in sozialen Netzwerken. Denn nicht nur die echten Freunde können diese Nachrichten lesen, sondern auch potenzielle Einbrecher, die gerade Social Media zunehmend als Informationsquelle nutzen“, meint Nadine Kluge-Gornig, Sprecherin der Polizeidirektion Osnabrück. Wenn dennoch auf einen digitalen Urlaubsgruß nicht verzichtet werden kann, so sollte zumindest ein sensibler Umgang mit persönlichen Informationen gewählt werden.

Am und im Haus sollten Schwachstellen ausfindig gemacht werden. Gerade Balkone und Terrassen oder auch Kellereingänge, die nicht für jedermann einsehbar sind, bieten eine gute Voraussetzung für kriminelle Handlungen. Damit Einbrecher erst gar nicht in die eigenen vier Wände eindringen können, sollten Mülltonnen, Gartenmöbel oder Leitern nicht in der Nähe von Fenstern und Balkonen stehen, um den Einstieg nicht noch zu erleichtern. Zusätzliche mechanische Sicherungen an Türen und Fenstern führen zu einem höheren Kraftaufwand, wodurch ein Einbrecher schneller vom Objekt ablasse und seien deshalb eine gute Investition. Durch staatliche Förderungen werden Modernisierungsmaßnahmen rund um den Einbruchschutz bezuschusst.

Auch Licht wirkt auf Einbrecher abschreckend: Programmierte Zeitschaltuhren, die die Räume mit Licht zur dunkleren Tageszeit erhellen, sind ebenso nützlich wie Beleuchtung an einbruchsgefährdeten Bereichen um das Haus herum, beispielsweise in Form von Bewegungsmeldern.

Ein „wachsamer Nachbar“ gehört immer noch zum effektivsten aktiven Einbruchschutz. Eine Vertrauensperson kann gebeten werden, Jalousien über Tag hochzuziehen und bei Nacht herunterzulassen oder auch den Briefkasten zu leeren.

„Lassen Sie Ihr zu Hause bewohnt aussehen – das schreckt die Täter ab“, rät Kluge-Gornig. Gleichzeitig bittet die Polizei alle, ein besonderes Auge auf ihr Wohnumfeld zu haben. „Greifen Sie zum Telefonhörer, wenn sie Personen oder Fahrzeuge beobachten, die sich in der Nähe ihres Hauses oder in der Nachbarschaft aufhalten und sich verdächtig verhalten. Achten Sie auf unüblichen Lärm oder Geräusche und teilen Sie Ihre Hinweise über den Notruf 110 mit“, sagt Kluge-Gornig abschließend.

„Goldene Regeln zur Prävention“ – Tipps der Polizei

  • Schließen Sie Ihre Haustür ab, wenn Sie Ihr Haus verlassen, auch wenn es nur kurzzeitig ist.
  • Verschließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren.
  • Verstecken Sie Ihren Schlüssel niemals draußen – Einbrecher finden jedes Versteck!
  • Achten Sie auf Fremde in Ihrer näheren Wohnumgebung.
  • Geben Sie keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit, die Einbrecher für ihre Zwecke nutzen können.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihre Wohnung auch bei längerer Abwesenheit einen bewohnten Eindruck macht.
  • Tauschen Sie mit Ihren Nachbarn Telefonnummern aus, damit Sie für den Notfall erreichbar sind.
  • Gehen Sie sensibel mit der Veröffentlichung von persönlichen Daten und Informationen über soziale Netzwerke um.

Weitere Tipps sind im Internet unter www.polizei-beratung.de und bei den Präventionsteams in den Polizeiinspektionen erhältlich.

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