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08.08.2018, 14:38 Uhr

Polizei gibt Tipps für sicheren Schulweg

Am Sonnabend werden viele Kinder in der Grafschaft Bentheim eingeschult. Damit die frischgebackenen Erstklässler sicher zur Schule und wieder nach Hause kommen, sollte einiges beachtet werden.

Polizei gibt Tipps für sicheren Schulweg

Helle Kleidung wird im Straßenverkehr besser wahrgenommen. Foto: Hirschberger

Nordhorn Der Start in das neue Schuljahr steht kurz bevor. Für die Kleinsten unter den Schülern beginnt ein neuer spannender Lebensabschnitt sowie viele große Herausforderungen. Eine davon ist der Schulweg, und um diesen sicher zu bewältigen, gibt die Polizei wichtige Tipps.

Schulweg gemeinsam erkunden:

Schon vor dem ersten Schultag sollten Eltern gemeinsam mit ihrem Kind den zukünftigen Schulweg erkunden, um das richtige Verhalten im Straßenverkehr und in Gefahrenbereichen zu erklären. Wichtig ist, dass immer der sicherste Weg genutzt wird, auch wenn dieser vielleicht nicht der Kürzeste ist. Beim Wechseln der Straßenseite sollten Kinder Überquerungshilfen, wie beispielsweise Ampeln, Zebrastreifen oder Fußgängerüberwege nutzen. Auch beim Bewältigen des Schulwegs gilt „Übung macht den Meister“ – je öfter der Weg gemeinsam gegangen wird, desto besser gewöhnt sich das Kind an das richtige Verkehrsverhalten.

Im Umkehrschluss nehmen Kinder aber auch falsche und gefährliche Verhaltensweisen an, daher sollten Erwachsene stets mit gutem Beispiel vorangehen. Ebenso dient das falsche Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer dazu, dem Kind zu erläutern, wie man es richtig macht. Auffällige, farbige, helle Kleidung dient dazu, dass Kinder von anderen Verkehrsteilnehmern besser und schneller gesehen werden. Reflektierende Elemente und Applikationen an Kleidung und Schulranzen erhöhen den Effekt zusätzlich. Zeitnot und Hektik verleiten zu Unachtsamkeit und Erhöhen das Unfallrisiko, daher rechtzeitig in den Tag starten und mehr Zeit einplanen.

Schulbus:

Auch wenn das Kind den Weg zur Schule mit dem Bus fährt, sollten Eltern auf das richtige Verhalten achten und auf Gefahren hinweisen: Niemals vor oder hinter dem haltenden Bus die Straße überqueren, sondern warten, bis der Bus die Fahrt fortsetzt und die Sicht wieder frei ist. Beim Aussteigen auf vorbeifahrende Radfahrer sowie vorbeigehende Fußgänger achten und beim Einsteigen nicht drängeln und genug Abstand halten. Auch wenn die Wartezeit auf den Bus manchmal lang werden kann, sollte die Zeit nicht mit Spielen verbracht werden.

Fahrt mit dem Auto:

Bei der Fahrt mit dem Auto gilt es, auf die vorschriftsmäßige Sicherung aller Mitfahrer zu achten. Kinder bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr und einer Körpergröße von unter 1,50 Meter brauchen einen geeigneten Kindersitz – ohne die richtige Sicherung besitzen Kinder im Auto ein siebenmal höheres Risiko, durch einen Unfall schwer verletzt oder gar getötet zu werden.

Fehlende oder mangelhafte Sicherung kann mit bis zu 60 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet werden. Sind mehrere Kinder betroffen, kann es mit 70 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet werden.

Ein- und Aussteigen sollte das Kind nur auf der dem Verkehr abgewandten Seite. Jeder Verkehrsteilnehmer sollte in den kommenden Wochen rund um den Schulbeginn besonders aufmerksam sein. Selbst als Fußgänger oder Radfahrer kann man Kindern ein gutes Beispiel sein. Das Sichtfeld eines Kindes ist um ein Drittel kleiner als das Erwachsener.

Ablenkung – Handy weg auf dem Schulweg:

Auch Kinder und Jugendliche verzichten mittlerweile ungern auf das Mobiltelefon. Die Erreichbarkeit ihrer Kinder ist für Eltern wichtig, dennoch hat das Handy auf dem Schulweg nichts in der Hand verloren und sollte im Schulranzen bleiben, damit sich die kleinen Verkehrsteilnehmer voll und ganz auf den Schulweg und das Verkehrsgeschehen konzentrieren. Für Erwachsene heißt es hier ebenso: Vorbild sein, Finger weg vom Handy!

Schulwegunfälle:

Kam es 2012 noch zu 171 Schulwegunfällen in der Polizeidirektion Osnabrück, so sank die Anzahl bis 2015 auf 124. 2016 stieg die Anzahl auf 133 und 2017 kam es zu 138 Unfällen dieser Art. Dabei wurden 19 Personen schwer und 115 leicht verletzt.

Durch verschiedene Aktionen wie dem „Fußgängerpass“ in Kindertagesstätten und Schulen, der Aktion „Kleine Füße auf dem Schulweg“ oder dem Einsatz von ehrenamtlichen Schulweglotsen unterstützt die Polizei mit verschiedenen Partnern diese spannende Zeit im Leben der kleinsten Verkehrsteilnehmer.

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