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01.07.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: ca. 4min

Nur noch leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juni

Die Agentur für Arbeit hat ihre neuesten Zahlen vorgelegt. Symbolbild: dpa

Die Agentur für Arbeit hat ihre neuesten Zahlen vorgelegt. Symbolbild: dpa

Nordhorn Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Nordhorn ist wegen der Corona-Krise erneut gestiegen — wenn auch nur noch leicht. Die Zahl der Arbeitslosen steigt im Vergleich zum Vormonat um 130 auf 8659, eine Steigerung um 1,5 Prozent. Gegenüber dem Juni 2019 ist die Arbeitslosenzahl um 2818 Personen gestiegen.

„Wir hoffen, dass damit der Scheitelpunkt erreicht ist und sich der Arbeitsmarkt langsam wieder stabilisiert“, erläutert Achim Haming von der Nordhorner Arbeitsagentur die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. „Die regionale Wirtschaft scheint größtenteils aus dem Lockdown gekommen.“ Auch haben viele Betriebe laut Haming Kurzarbeitergeld beantragt und so vorerst auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet.

Der Zuwachs an neuen Arbeitsstellen ist im vergangenen Monat leicht zurückgegangen und liegt erneut stark unter den jahresüblichen Zahlen. Lediglich 587 neue Arbeitsstellen wurden bei der Agentur für Arbeit Nordhorn gemeldet. Die Nordhorner Arbeitsverwaltung hat momentan 3883 Arbeitsstellen im Bestand. Weniger Jobangebote hatte die Arbeitsagentur zuletzt im Juli 2015. Unternehmen stornieren nur in geringem Umfang Ausbildungsstellen.

Kurzarbeit

Viele noch beschäftigte Arbeitnehmer profitieren vom der hohen Inanspruchnahme der Kurzarbeit. Besonders von Kurzarbeit betroffen sind die Branchen Einzelhandel, Gesundheitswesen und Gastgewerbe.

Im Juni sind bei der Agentur für Arbeit Nordhorn 117 Anzeigen elektronisch erfasst und geprüft, davon 94 aus dem Landkreis Emsland und 23 aus dem Landkreis Grafschaft Bentheim.

Die in den Anzeigen enthaltene Anzahl der Beschäftigten liegt im Agenturbezirk bei 1860. Im Landkreis Emsland betrifft es 1622 und im Landkreis Grafschaft Bentheim 238 Beschäftigte. Ob und in welchem Umfang für diese Beschäftigte dann Kurzarbeit beantragt wird, lässt sich allerdings aktuell nicht prognostizieren.

Stellenmarkt

Im Juni zeigten Betriebe und Verwaltungen der Agentur für Arbeit Nordhorn 587 offene Stellen an. Das sind 26 oder 4,2 Prozent weniger als im Vormonat. Insgesamt gab es im Juni 3.883 Stellen (42,2 Prozent weniger als im Juni 2019), über deren Besetzung noch nicht endgültig entschieden war.

Stellenzugänge kamen vor allem aus der Baubranche, dem Handel und dem verarbeitenden Gewerbe.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Mit 4916 arbeitslosen Männer waren 93 mehr im Bestand als noch im Mai. Bei den Frauen war eine Steigerung von 37 auf insgesamt 3.743 Personen zu verzeichnen. Der Anteil der Frauen an allen Arbeitslosen betrug 43,2 Prozent, der der Männer lag bei 56,8 Prozent.

Von den Arbeitslosen waren 11,6 Prozent Jugendliche. Die Arbeitslosenzahl sank auf 1001 Personen (-2).

Die Zahl der arbeitslosen Ausländer stieg auf 2354 Personen. Das waren 77 oder 3,4 Prozent mehr als im Vormonat und 991 oder 72,7 Prozent mehr als im Juni 2019. Zu der Gruppe der Ausländer gehören sowohl Menschen, die schon länger im Emsland und in der Grafschaft Bentheim leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge und Zuwanderer.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Landkreisen

Im Emsland waren im Monat Juni insgesamt 6058 Personen arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenquote liegt bei 3,2 Prozent. Verglichen mit dem Vormonat nahm die Zahl der Arbeitslosen um 2 Personen zu. In der Grafschaft Bentheim nahm die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls zu. Hier gab es mit 2601 Arbeitslosen 128 Personen (+5,2 Prozent) mehr als im Monat Mai. Die Arbeitslosenquote beträgt 3,4 Prozent.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch III / Arbeitslosengeld I) und in der steuerfinanzierten Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II / Arbeitslosengeld II) verlief im Juni im Vergleich zum Vormonat tendenziell gleich.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung nahm die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 96 oder 2,1 Prozent auf 4734 Personen zu. Bei den für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcentern ist die Arbeitslosenzahl im Juni gegenüber dem Vormonat um 34 bzw. 0,9 Prozent auf 3925 Personen gestiegen.

Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)

Ergänzend zur Arbeitslosenstatistik werden auch Daten zur Unterbeschäftigung veröffentlicht. Dazu zählen die gesetzlich definierten Arbeitslosen sowie Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind, etwa in Maßnahmen beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten und Sonderregelungen für Arbeitslose. Die Unterbeschäftigung umfasste im Agenturbezirk nach vorläufigen Angaben im Juni 12.033 Personen.

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