Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
12.04.2019, 11:17 Uhr

NABU: Grafschaft hat Gülleproblem

Der NABU Grafschaft Bentheim beklagt, dass im Landkreis zu viel Gülle ausgebracht wird. Die dadurch entstehenden Umweltschäden ließen sich nicht nur auf die Trinkwasserbelastung reduzieren, heißt es in einer Pressemitteilung.

NABU: Grafschaft hat Gülleproblem

Die Grafschaft Bentheim hat ein Gülleproblem, finden die Naturschützer des NABU. Foto: J. Lüken

Schüttorf Die Naturschützer des Grafschafter NABU stellen in einem Schreiben, das der Vorsitzende Gerhard Busmann aus Schüttorf verbreitet hat, fest: „Die Grafschaft Bentheim hat ein Gülleproblem.“ Gülle sei zu einem Reizthema geworden. Bürger teilten dem NABU regelmäßig ihre Sorgen über den Artenrückgang mit: „Hierfür werden insbesondere Massentierhaltung und Monokulturen verantwortlich gemacht.“ Selbst kleinste Flächen im Landkreis würden inzwischen bis an die Grundstücksgrenzen bewirtschaftet, nachdem sie vorher mit Gülle gedüngt worden seien: „Doch gerade kleine Flächen und unbehandelte Randstreifen braucht die Natur zum Schutz und zur Entwicklung von Insekten, Vögeln und so weiter.“

Überschüssige Gülle werde vor Ort entwässert und die eingedickten Mengen per Lastwagen nach Ostdeutschland gebracht, berichtet der NABU: „Diese Maßnahme hat jedoch kaum einen Effekt bezüglich der Stickstoffbelastung, da der Stickstoff fast vollständig in der flüssigen Phase enthalten ist, die in unserer Region verbleibt.“ Und diese Mengen Stickstoff könne der Boden nicht mehr verkraften.

Auch werde das Trinkwasser belastet: „Um den Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter Nitrat überhaupt noch einhalten zu können, musste der Wasser- und Abwasser-Zweckverband Niedergrafschaft bereits neue Brunnen in relativ unbelasteten Bereichen bauen. Auch in der Obergrafschaft mischt der Trink- und Abwasserverband das Grundwasser aus mehreren Brunnen“, berichten die Naturschützer.

Die Nachbehandlung des belasteten Grundwassers in den Wasserwerken und die Gesundheitsbelastung durch Feinstaub in der Atmosphäre werde den Bürger eines Tages noch viel Geld kosten. „Wenn dieser Fall eintritt, sinkt die Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber der Landwirtschaft als Verursacher gegen Null“, erklärt der NABU.

Eine Verbesserung sei nur möglich, wenn die Tierzahlen reduziert würden, doch danach sehe es in der Grafschaft nicht aus: „Es werden weiterhin Anträge zum Bau neuer Massentierställe gestellt. Leider ist festzustellen, dass seitens des Landkreises oftmals keine strengen Prüfkriterien anlegt werden“, beklagt der NABU. Auch die Politik habe den Ernst der Lage nicht erkannt: An Stelle einer Ausweitung müssten die Rahmenbedingen für eine nachhaltige und umweltschonende Landwirtschaft verbessert werden. Die Landwirte selbst seien nicht allein für alle Umweltbeeinträchtigungen verantwortlich, betont der NABU: „Ihnen wird eine Bewirtschaftungsweise aufgezwungen, die sich immer weniger mit den Zielen des Natur- und Umweltschutzes vereinbaren lässt.“

Lesermeinung
Bitte melden Sie sich an, um Kommentare lesen und schreiben zu können.
Nichts verpassen!