Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
27.02.2019, 15:19 Uhr

NABU gibt Tipps zum Nistkasten-Check

„Mit zunehmender Tageslänge geraten unsere Gartenvögel in Hochzeitsstimmung“, teilt Jutta Over vom NABU Emsland/Grafschaft Bentheim mit. Gartenbesitzer können heimische Vögel beim Nistbau unterstützen.

NABU gibt Tipps zum Nistkasten-Check

Blaumeisen.Foto: Wilfried Jürges

Nordhorn Vorhandene Nistkästen werden jetzt schon von den Meisen inspiziert. Auch Amseln, Singdrosseln, Buchfinken und daheim gebliebene Stare beginnen, ihre Reviere zu besetzen und lauthals durch Gesang zu verteidigen. Viele Gartenbesitzer möchten den Vögeln gern ein Zuhause im Garten bieten. Dabei gibt es Einiges zu beachten:

Als „Einsteigerkasten“ bieten sich ein oder mehrere Höhlenbrüterkästen mit einem Einflugloch von 31 Millimetern Durchmesser an. Diese Kästen eignen sich für Kohlmeise, Feldsperling oder Kleiber. Für die kleinere Blaumeise kann zusätzlich ein Kasten mit einem oder zwei Einfluglöchern von 27 Millimetern Durchmesser aufgehängt werden. Idealerweise haben die Kästen einen vorgezogenen Giebel, damit Nesträuber wie Eichhörnchen oder Elstern nicht an die Brut können. Außerdem darf die Grundfläche des Kastens nicht zu knapp bemessen sein. Im Handel werden leider oft hübsche bunte, aber viel zu enge Kästen angeboten. 12 mal 12 Zentimeter Innenmaß für die Grundfläche ist das Minimum.

Bessere Erfahrungen hat der NABU mit geräumigen Kästen gemacht, die eine Innenfläche von 18 mal 13,5 Zentimetern haben. Man müsse bedenken, dass Kohlmeisen bis zu zwölf Küken haben. Wenn diese dann größer werden, sitzen sie übereinander. Die Schwächeren werden dann erdrückt und erhalten bei Fütterungen keine Nahrung mehr.

Besonders an Ortsrändern und in größeren Gärten freut sich der Star über eine Nisthöhle mit einem Einflugloch von 45 Millimetern Durchmesser. Wer ein Starenpaar im Garten ansiedelt, kann sich zudem über tolle Gesangsdarbietungen freuen – Stare ahmen gern besondere Klänge nach, vom Handy-Klingelton bis hin zum Gesang exotischer Vögel aus dem afrikanischen Winterquartier.

NABU gibt Tipps zum Nistkasten-Check

Feldsperlinge haben an einem Nistkasten ein bequemes Plätzchen gefunden.Foto: Armin Siemering

Ist genug Platz vorhanden, kann außerdem ein Halbhöhlenkasten das Angebot ergänzen. Dieser wird von Gartenrotschwanz, Bachstelze, Grauschnäpper oder Zaunkönig gern angenommen.

Buschbrüter wie Rotkehlchen, Amsel und Heckenbraunelle nehmen gerne Nisttaschen und Nistampeln an. Sie können aus Zweigen von Ginster oder Kiefer selbst gebunden werden. Weitere spezielle Nisthilfen gibt es für Schwalben, Mauersegler, Eulen und Insekten.

Beim NABU sind dazu Informationen erhältlich. Außerdem beraten Experten Interessierte an mehreren Infoständen: Am Sonnabend, 2. März, von 10 bis 13 Uhr in der NABU-Regionalgeschäftsstelle Meppen sowie von 15 bis 17 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Tierpark in Nordhorn. Am Sonnabend, 9. März, ist der NABU in der Zeit von 10 bis 13 Uhr in Lingen, Am Markt, Ecke Lookenstraße vor Ort.

Heimische Gärten immer wichtiger für Vogelschutz

Mit großer Sorge beobachtet der NABU den Artenrückgang in Deutschland. „So geht zum Beispiel jede dritte bei uns brütende Vogelart in ihrem Bestand zurück“, teilt der Naturschutzbund Deutschland mit. Dass vor allem auch häufige und weit verbreitete Arten zu den Verlierern gehören, verdeutliche den dramatischen Verlust der Artenvielfalt.

Im Siedlungsraum hingegen wirkt sich diese Entwicklung nicht so dramatisch aus, da einige Arten hier, im Gegensatz zur freien Landschaft, zum Teil bessere Lebensbedingungen vorfinden. Die heimischen Gärten gewinnen somit an Bedeutung für den Vogelschutz.

Durch das Anlegen naturnaher Gärten und Anbringen von Nisthilfen für Vögel, Schmetterlinge und Insekten lässt sich die Artenvielfalt in heimischen Gärten erheblich verbessern. „Hierzu kann jeder Gartenbesitzer seinen Beitrag leisten“, ruft der NABU in einer Pressemitteilung auf.

Lesermeinung
Bitte melden Sie sich an, um Kommentare lesen und schreiben zu können.