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03.06.2020, 10:13 Uhr / Lesedauer: ca. 4min

Lokaler Arbeitsmarkt im Mai: Kurzarbeit statt Entlassungen

Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Nordhorn ist wegen der Corona-Krise erneut gestiegen. Insgesamt nahm die Zahl der Arbeitslosen um 906 auf 8529 Personen zu, eine Steigerung um 11,9 Prozent.

Die Agentur für Arbeit hat ihre neuesten Zahlen vorgelegt. Symbolbild: dpa

Die Agentur für Arbeit hat ihre neuesten Zahlen vorgelegt. Symbolbild: dpa

Nordhorn „Die Steigerung der Arbeitslosigkeit ist für das Ausmaß der Corona-Krise verhältnismäßig gering ausgefallen“, kommentiert Hans-Joachim Haming, Chef der Nordhorner Arbeitsagentur, die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. „Das hätte durchaus noch schlimmer kommen können.“

Im Berichtsmonat Mai wurden durch die Agentur für Arbeit Nordhorn 344 Anzeigen auf Kurzarbeitergeld erfasst und geprüft. Im Vormonat lag diese Zahl bei 3643. Insgesamt wurden seit Mitte März 4671 Anzeigen geprüft. „Das ist zwar eine enorme Zunahme“, so Haming. „Das kann aber durchaus auch positiv gewertet werden: Die Antwort des Arbeitsmarktes auf die Corona-Krise ist die Kurzarbeit – und nicht die Entlassung.“

Dass aus der Kurzarbeitswelle eine große Entlassungswelle werden wird, ist für Haming kein Automatismus: „Dennoch wird die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten weiter steigen. Wichtig wird, dass es gelingt, die Menschen in die Arbeitswelt zu integrieren, die aus Ausbildung kommen.“ Haming denkt da insbesondere an Uni-Absolventen, fertig ausgebildete Lehrlinge, aber auch Menschen, die nach einer Familienpause nun wieder arbeiten wollen. „Für diese Personengruppen wird der Zugang zum Arbeitsmarkt schwerer als noch vor zwei Monaten.“


Kurzarbeit

Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten. Dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Im Mai sind bei der Agentur für Arbeit Nordhorn 344 Anzeigen elektronisch erfasst und geprüft. Davon 233 aus dem Landkreis Emsland und 111 aus dem Landkreis Grafschaft Bentheim.

Die in den Anzeigen enthaltene Anzahl der Beschäftigten liegt im Agenturbezirk bei 8173. Im Landkreis Emsland betrifft es 6785 und im Landkreis Grafschaft Bentheim 1388 Beschäftigte. Ob und in welchem Umfang für diese Beschäftigte dann Kurzarbeit beantragt wird, lässt sich allerdings aktuell nicht prognostizieren.

Besonders von Kurzarbeit betroffen sind die Branchen Einzelhandel, das Gesundheitswesen und das Gastgewerbe.

Stellenmarkt

Im Mai zeigten Betriebe und Verwaltungen der Agentur für Arbeit Nordhorn 613 offene Stellen an. Das sind 159 oder 35,0 Prozent mehr als im Vormonat. Insgesamt gab es im Mai 4073 Stellen, über deren Besetzung noch nicht endgültig entschieden war.

Stellenzugänge kamen vor allem aus der Baubranche, dem Handel und das verarbeitende Gewerbe.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Mit 4823 arbeitslosen Männer waren 509 mehr im Bestand als noch im April. Bei den Frauen war eine Steigerung von 397 auf insgesamt 3706 Personen zu verzeichnen. Der Anteil der Frauen an allen Arbeitslosen betrug 43,5 Prozent, der der Männer lag bei 56,5 Prozent.

Von den Arbeitslosen waren 11,8 Prozent Jugendliche. Die Arbeitslosenzahl stieg auf 1003 Personen (+128).

Die Zahl der arbeitslosen Ausländer stieg auf 2277 Personen. Das waren 373 oder 19,6 Prozent mehr als im Vormonat und 926 oder 68,5 Prozent mehr als im Mai 2019. Zu der Gruppe der Ausländer gehören sowohl Menschen, die schon länger im Emsland und in der Grafschaft Bentheim leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge und Zuwanderer.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Landkreisen

Im Emsland waren im Monat Mai insgesamt 6056 Personen arbeitslos gemeldet, die Arbeitslosenquote liegt bei 3,2 Prozent. Verglichen mit dem Vormonat nahm die Zahl der Arbeitslosen um 655 Personen (+12,1 Prozent) zu.

In der Grafschaft Bentheim nahm die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls zu. Hier gab es mit 2473 Arbeitslosen 251 Personen (+11,3 Prozent) mehr als im Monat April. Die Arbeitslosenquote beträgt ebenfalls 3,2 Prozent.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch III / Arbeitslosengeld I) und in der steuerfinanzierten Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II / Arbeitslosengeld II) verlief im Mai im Vergleich zum Vormonat tendenziell gleich.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung nahm die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 487 oder 11,7 Prozent auf 4638 Personen zu. Bei den für die steuerfinanzierte Grundsicherung verantwortlichen Jobcentern ist die Arbeitslosenzahl im Mai gegen-über dem Vormonat um 419 bzw. 12,1 Prozent auf 3891 Personen gestiegen.

Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)

Ergänzend zur Arbeitslosenstatistik werden auch Daten zur Unterbeschäftigung veröffentlicht. Dazu zählen die gesetzlich definierten Arbeitslosen sowie Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind, z.B. in Maßnahmen beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten und Sonderregelungen für Arbeitslose. Die Unterbeschäftigung umfasste im Agenturbezirk nach vorläufigen Angaben im Mai 11.907 Personen.

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