Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
29.05.2020, 07:50 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Landkreis kauft Schutzausrüstung für 1,9 Millionen Euro

1,9 Millionen Euro hat der Landkreis in den vergangenen Wochen für Schutzausrüstung ausgegeben. Nun werden Schutzmasken, Desinfektionsmittel, Schutzbrillen, -kittel und –handschuhe gelagert. Für die Mitarbeiter war es schwer, die Ausrüstung zu besorgen.

Andreas Borker (links) und Bernd Oncken von der Taskforce Beschaffung mit einem kleinen Teil gelieferter Schutzmasken. Foto: privat

Andreas Borker (links) und Bernd Oncken von der Taskforce Beschaffung mit einem kleinen Teil gelieferter Schutzmasken. Foto: privat

Nordhorn Sonst dient der Raum 103 als Sitzungsraum im Kreishaus, seit mehreren Wochen aber nun ist er so etwas wie das „Beschaffungszentrum des Landkreises“. Hier werden Schutzmasken, Desinfektionsmittel, Schutzbrillen, -kittel und –handschuhe gelagert, die in den vergangenen Wochen angeschafft wurden. Auf den Tischen finden sich Ordner mit Angeboten und Rechnungen, an den Wänden Magnettafeln mit Informationen über die aktuellen Lagerbestände. Für etwa 1,9 Millionen Euro hat der Landkreis diese Ausrüstung in den vergangenen Wochen für die Coronakrise angeschafft. Mitten in diesem Lager sitzen – je nach Arbeitsanfall –mehrere Mitarbeiter der Kreisverwaltung im Schichtbetrieb an Laptops und Telefonen. Neben der Tür hat jemand ein Schild angebracht: „Haben ist besser als Brauchen“.

Preise schnellten in die Höhe

„Anfangs im März gab es einen regelrechten Run auf Ausrüstung. Alle Staaten, sämtliche Bundesländer, Landkreise und Kommunen bemühten sich händeringend darum, Masken und anderes Material über verschiedenste Bezugsquellen zu beschaffen“, berichten Manuela Monzka, Andreas Borker und Bernd Oncken von der „Taskforce Beschaffung des Katastrophenschutzstabes“. Auch sie hatten Probleme, an die Schutzausrüstung zu gelangen: „Aus China kam ja nur wenig nach. Also haben wir Lieferanten abtelefoniert und versucht, neue Quellen und Lieferwege aufzutun.“

Einfach war das laut den Mitarbeitern nicht. „Die Preise schnellten rasant in die Höhe: Eine sogenannte FFP2-Maske kostete statt 2 bis 3 dann schnell einmal 11 oder 12 Euro“, berichtet der Landkreis in einer Pressemitteilung. „Es meldeten sich viele Anbieter bei uns. Wir mussten dann schnell klären: Handelt es sich dabei um einen etablierten und vertrauenswürdigen Lieferanten oder haben wir da einen Trittbrettfahrer darunter, der uns vielleicht minderwertige Ware anbietet“, erläutert Andreas Borker. Parallel dazu musste der Bedarf ermittelt werden. Es sei mit Kliniken, Alten- und Pflegeeinrichtungen telefoniert worden. „Wir haben Starter-Pakete, also Grundaustattungen, für die Pflegeheime bereitgestellt“, ergänzt Bernd Oncken. Die kreiseigenen Schulen erhielten 4000 Stoffmasken.

Schnelllebigkeit

„Es ging hier oft zu wie an der Frankfurter Börse“, schmunzelt Manuela Monzka. „Da kommt ein Anruf aus dem Hamburger Hafen, es geht um einen Container mit 100.000 Paar Schutzhandschuhen. Wollt ihr den haben, wird gefragt. Klar, wollen wir den haben.“ Innerhalb von nicht einmal zwei Wochen hat die „Taskforce Beschaffung“ Ausrüstung für etwa 1,9 Millionen Euro besorgt. Die Ware kam dabei nicht ausschließlich aus Asien, auch deutsche und Grafschafter Händler waren unter den Anbietern. Einige Grafschafter Unternehmen passten ihre Produktion an, mischten Desinfektionsmittel oder produzierten Mund-Nasen-Schutz-Masken. Andere spendeten aus ihren Beständen. „Das war mitunter eine unglaublich enge und tolle Zusammenarbeit“, blickt Bernd Oncken zurück – auf eine Phase, die gerade einmal wenige Wochen zurückliegt.

„Die unglaublich heiße Phase vom März und April mit vier oder fünf Personen pro Schicht an sieben Tagen in der Woche ist vorüber“, berichtet der Landkreis. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Taskforce seien noch immer etwas erschöpft, aber zugleich sehr zufrieden. „Wir haben jetzt eine prima Reserve im Lager, wenn es beispielsweise zu einer zweiten Welle im Corona-Geschehen kommen sollte“, stellen Andreas Borker und Bernd Oncken fest. „Nur bei den Schutzkitteln ist die Marktlage noch etwas angespannt. Aber wir sind dran.“

„Haben ist besser als Brauchen“ – Schild am Eingang der „Beschaffungszentrale“. Foto: privat

„Haben ist besser als Brauchen“ – Schild am Eingang der „Beschaffungszentrale“. Foto: privat

  • Drucken
  • Kommentare 0
  • rating rating rating rating rating
Copyright © Grafschafter Nachrichten - Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.
Corona-Virus