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31.03.2020, 12:48 Uhr / Lesedauer: ca. 3min

Landkreis gibt Tipps zur häuslichen Quarantäne

Etwa 400 Grafschafter dürfen ihr Zuhause gerade nicht verlassen. Sie befinden sich in häuslicher Quarantäne. Das ist eine Ausnahmesituation, die auch zu einer Belastung werden kann. Der Landkreis gibt Tipps, wie diese Zeit überstanden werden kann.

Der Amtsarzt weist darauf hin, dass manche Menschen ebenso unter dem „social distancing“, dem täglichen Abstandhalten in Coronazeiten, leiden. Symbolfoto: Hausfeld

Der Amtsarzt weist darauf hin, dass manche Menschen ebenso unter dem „social distancing“, dem täglichen Abstandhalten in Coronazeiten, leiden. Symbolfoto: Hausfeld

Nordhorn Etwa 400 Grafschafter befinden sich derzeit in „häuslicher Quarantäne“, und diese Zahl wird angesichts der Ausbreitung des Coronavirus in nächster Zeit voraussichtlich weiter steigen. Bei der durch das Gesundheitsamt angeordneten Maßnahme handelt es sich um eine der einschneidendsten Maßnahmen zur Unterbrechung von Infektionsketten. „Wir wollen damit ganz klar eine weitere Ausbreitung der Krankheit verhindern. Es ist das wichtigste Instrument, mit dem wir verhindern möchten, dass die Kapazitäten der Euregio-Klinik überschritten werden“, so Amtsarzt Dr. Gerd Vogelsang.

Die häusliche Quarantäne wird durch das Gesundheitsamt des Landkreises mit schriftlichem Bescheid verfügt. „Die Basis dafür ist Paragraf 30 des Infektionsschutzgesetzes. Die Quarantänesituation ist eine Schutzmaßnahme, dennoch kann sie auch eine Belastung darstellen. Sie schließt erkrankte oder potenziell erkrankte Personen vom sozialen Leben aus. Das Familienleben läuft nur noch reduziert ab“, das teilt der Landkreis mit.

„Mit zunehmendem Verlauf der Quarantäne droht die Gefahr des Grübelns: Die Gedanken kreisen um die Krankheit, um ihre Auswirkungen und um das körperliche Befinden“, erläutert Dr. Gerd Vogelsang. „Daher ist es wichtig, auf sein psychisches Wohlbefinden zu achten.“ Der Amtsarzt weist darauf hin, dass manche Menschen ebenso unter dem „social distancing“, dem täglichen Abstandhalten in Coronazeiten, leiden.

Das sind Tipps und Hinweise des Landkreises:

  • Vorbeugenden Hygiene- Maßnahmen wie Husten- und Nies-Etikette auch in der Quarantäne beachten, besonders, wenn mehrere Personen in Ihrem Haushalt leben.
  • Schaffen einer Tagesstruktur und Ziele setzen. Die Ziele sollten unter den gegebenen Umständen realistisch sein. Wie kann die Zeit gefüllt werden?
  • In Kontakt bleiben mit Familie und Freunden, zum Beispiel über Telefon und soziale Medien.
  • Freunde oder Nachbarn darum bitten, einzukaufen, Medikamente zu besorgen oder mit dem Hund spazieren zu gehen. Betroffene können sich auch an das Bürgertelefon des Landkreises wenden unter Telefon 05921 963333, das entsprechende Angebote vermitteln kann.
  • Im Falle des Gefühls von Niedergeschlagenheit, sollte nicht gezögert werden, sich frühzeitig telefonisch Hilfe und Unterstützung zu suchen. Familie oder das weitere soziale Umfeld können dafür ein wichtiger Rückhalt sein. Das Sorgentelefon des Landkreises kann ebenfalls eine Anlaufstelle sein Telefon 05921 963330.
  • Körperlich aktiv bleiben: Auch auf begrenztem Raum kann Sport betrieben werden, zum Beispiel durch Übungen auf einem Stuhl oder auf dem Boden. Hierzu gibt es im Internet viele Hinweise und Anregungen.
  • Mental aktiv bleiben: zum Beispiel durch Lesen, Schreiben, (Denk-)Spiele usw.
  • Akzeptieren der Gefühle: Unfreiwillig in häuslicher Quarantäne zu sein, kann verschiedene emotionale Reaktionen hervorrufen. Das sind normale Reaktionen auf die unnormale Situation.
  • Kritisch sein: Es sind viele Falschinformationen im Umlauf. Vertrauenswürdige Quellen ist zum Beispiel die Webseite des Robert-Koch-Instituts. Auch das Bundesgesundheitsministerium, die Landesministerien und der Landkreis stellen gesicherte Informationen bereit. Seriöse Ansprechperson ist natürlich immer auch der Hausarzt.
  • Bewahren einer positiven Grundhaltung und die Orientierung an Werten, die Halt geben, zum Beispiel Familie, soziales Netz, Glaube.

Das Gesundheitsamt des Landkreises entscheidet über die Beendigung der Quarantäne. “Es ist kein sogenannter Negativtest erforderlich, auch können beispielsweise Arbeitgeber nicht auf einer ,Gesundschreibung‘ bestehen. Das soziale Leben kann wieder aufgenommen werden, jedoch – und das ist wichtig – unter Beachtung aller bestehenden Vorgaben zu Hygieneverhalten und Kontaktbeschränkung“, heißt es vom Landkreis.

Amtsarzt Dr. Vogelsang erklärt, wann es sinnvoll ist, sich auf Corona testen zu lassen.

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